Akten zu einer Klage gegen den VW-Konzern auf einem Tisch
Beim Erfurter Landgericht häufen sich die Klagen von Kunden, die vom Abgasskandal betroffen sind. Bildrechte: dpa

Klagewelle am Landgericht Erfurt 385 Klagen wegen Diesel-Abgasskandal

Am Landgericht Erfurt sind seit Juni 2016 insgesamt 385 Klagen wegen des Diesel-Abgasskandals eingegangen. Die Aussichten seien gestiegen, einen solchen Rechtsstreit zu gewinnen, so der Sprecher des Gerichts. Bereits im Dezember hatte es ein Urteil zugunsten eines Autokäufers gegeben. Darin heißt es, die Volkswagen AG sei verpflichtet, dem Käufer eines VW Passat die Schäden zu ersetzen, die ihm mit dem Diesel-Abgasskandal entstanden sind.

Akten zu einer Klage gegen den VW-Konzern auf einem Tisch
Beim Erfurter Landgericht häufen sich die Klagen von Kunden, die vom Abgasskandal betroffen sind. Bildrechte: dpa

Am Landgericht Erfurt sind seit Juni 2016 insgesamt 385 Klagen wegen des Diesel-Abgasskandals eingegangen. Wie ein Sprecher des Gerichts MDR THÜRINGEN sagte, gab es einige Vergleiche, zum Teil wurden die Klagen abgewiesen, teilweise wurde den Klägern Recht gegeben. Es handele sich um Einzelfallentscheidungen. Die Aussichten, einen solchen Rechtsstreit zu gewinnen, seien aber gestiegen, so der Sprecher.

Die Zivilrichter entschieden zunehmend zugunsten der Kläger. Der Gerichtssprecher verwies auf aktuelle Urteile. Demnach hat das Landgericht bereits am 14. Dezember 2018 ein Urteil zugunsten eines Autokäufers gesprochen. Darin heißt es, die Volkswagen AG sei wegen "vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung" verpflichtet, dem Käufer eines VW Passat die Schäden zu ersetzen, die ihm mit dem Diesel-Abgasskandal entstanden sind. Der Käufer bekommt also den Kaufpreis zurück, abgezogen werden lediglich sogenannte Nutzungsvorteile. Ein vergleichbares Urteil erging am Landgericht Erfurt nun erneut am 18. Januar.

Der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Wirtschaftsjurist Marco Rogert, der in diesem Fall die Klägerin vertrat, sagte MDR THÜRINGEN, solche Urteile erhöhten die Chancen für Verbraucher deutlich und machten anderen Betroffenen Mut, ebenfalls eine Klage gegen Volkswagen anzustrengen. Rogerts Kanzlei hat sich auf Klagen im Dieselabgasskandal spezialisiert und führt nach eigenen Angaben zurzeit 35 solcher Verfahren vor dem Landgericht Erfurt. Alle genannten Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 31. Januar 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2019, 11:52 Uhr

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2 Kommentare

31.01.2019 12:01 part 2

@Jacob, deshalb auch das Museum für den Rechtsstaat in Leipzig, da lassen sich dann auch die verschiedensten Diesel- Modelle deutscher Hersteller in Vitrinen aufstellen nebst den dazugehörigen Urteilen.

31.01.2019 08:46 Jakob 1

Von wegen "Einzelfallentscheidungen". Angesichts der Tatsache, dass jeder einzelne dieser Einzelfälle im Kern identisch ist zu allen anderen, blamiert sich die Justiz hier gerade bis auf die Knochen. Die Rechtsgrundlage ist dermaßen vage, dass die Entscheidungsfindung zu sämtlichen Schattierungen zwischen ja und nein führt. Bei gleichen Fällen wohlgemerkt. Das darf eigentlich nicht passieren. Denn das erschüttert das Vertrauen in den Rechtsstaat. (Bei all dem sollte man jedenfalls nie vergessen, dass Verantwortliche bei VW & Co. in Haft sitzen. Kauft nicht bei Betrügern, ist meine Devise).

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