Crystal Meth
Das Problem mit Crystal Meth hat sich in Erfurt verschärft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bericht für Erfurt Alkohol Droge Nummer eins - Crystal auf Vormarsch

Alkohol bleibt in der Erfurter Suchthilfe Thema Nummer eins. Etwa drei Viertel aller Ratsuchenden kontaktieren die Beratungsstellen wegen ihres krankhaften Trinkverhaltens. Doch auch harte Drogen sind auf dem Vormarsch.

von Matthias Thüsing

Crystal Meth
Das Problem mit Crystal Meth hat sich in Erfurt verschärft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Erfurter Polizei sah sich erst am Wochenende mit den Folgen des Drogenmissbrauchs konfrontiert. Am frühen Sonntagmorgen hatte sich ein 20-Jähriger gemeldet. Er fühle sich von seinen Bekannten bedroht. Wie sich jedoch schnell herausstellte, stand der junge Mann unter Drogeneinfluss und entwickelte einen regelrechten Verfolgungswahn. Letztlich blieb nur die Einweisung in die Psychiatrie.

Für die Suchtberater in der Landeshauptstadt ist das kein untypischer Fall. Denn immer mehr Patienten sind nicht nur abhängig, sondern entwickeln im Laufe ihrer Suchtkarriere Verhaltensauffälligkeiten und massive psychische Störungen - bis hin zum Krankheitsbild der Schizophrenie.

Crystal Meth verstärkt bei Jüngeren

Eine Mann sitzt an einem Tisch mit Weinflasche und Glas im Hintergrund ein Mädchen.
Die meisten Hilfesuchenden kommen wegen eines Alkoholproblems. Bildrechte: IMAGO

Laut den Jahresberichten der Diakonie und von "Suchthilfe in Thüringen" (SiT) verschärft sich dabei in der Landeshauptstadt der Missbrauch der synthetischen Droge Crystal Meth besonders unter jüngeren Menschen. Dem gemeinsamen Bericht des Suchthilfezentrums von Diakonie und Caritas zufolge steigt der Anteil derer, die die Erfurter Suchtberatung wegen des Missbrauchs illegaler Drogen aufsuche, seit Jahren stetig. Crystal Meth habe dabei Haschisch und Marihuana als vorrangige Stoffgruppe abgelöst.

Insgesamt nutzten im vergangenen Jahr rund 1.400 Menschen die Angebote der Erfurter Suchthilfe. Zwei Drittel der Klienten waren Männer. Die Altersspanne der Betroffenen reichte dabei vom alkoholabhängigen Rentner bis zum minderjährigen Cannabiskonsumenten.

Probiert wird alles Mögliche

Laut des Trägers "Suchthilfe in Thüringen" beobachten die Sozialarbeiter und Psychologen der Einrichtung ein erschreckend "großes Interesse und eine zunehmende unbefangene Bereitschaft zum Ausprobieren" von Rauschmitteln besonders von Jugendlichen. Probiert wird dabei offenbar alles Mögliche, was gerade verfügbar scheint. "Bei der Klientel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist dabei in der Regel von einem grundsätzlichen Mischkonsumverhalten auszugehen", heißt es in dem Bericht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten für Mittelthüringen | 24. September 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2018, 15:57 Uhr

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7 Kommentare

25.09.2018 11:58 Paul 7

Voererst würde ich sehr gern mal wissen, was denn "harte Drogen" sind. Der Artikel weckt den Anschein, Alkohol sei eine "weiche Droge". Mir ist im Moment nur Cannabis bekannt, welches unter die weichen Substanzen gezählt wird. Wahrscheinlich kommt noch Koffein dazu, welches meiner Meinung nach definitiv nicht neben Cannabis stehen sollte.
Kommt es im Endeffekt nicht darauf an, wie der Konsum gesellschadftlich gewertet wird und ob wir Umgangsformen finden, welche möglichst schadensminimierend sind. Ich sehe bei der Null-Toleranz-Politik keine sinnvollen Ansätze, den Substanzkonsum einzudämmen, noch weniger präventive Ansätze zu fördern.
Wir sollten alle das Bedürfnis nach Rausch ernst nehmen und nicht versuchen mit Verboten das Thema vom Tisch zu wischen. Das funktioniert nicht.
Das Oktoberfest beginnt, wie dort mit Konsum umgegangen wird hat nichts mit Schadensminimierung zu tun. Da sind viele Subkulturen schon deutlich weiter, zum Beispiel in der Techno-Szene.
Grüße
Paul

25.09.2018 11:51 andre 6

An Quantix und Jakob - Sie berufen sich in Ihren Ausführungen auf Broschüren und Studien der Pharmaindustrie, das allein sollte Sie eigentlich schon stutzig machen! Denn die versuchen alles an den Mann zu bringen, was Geld bringt, die Gesundheit der Patienten steht dort schon seit Jahrzehnten nicht mehr im Vordergrund, es gibt auch heute noch "Medikamente", die nachweislich mehr schaden als helfen und trotzdem werden diese noch von der Pharmaindustrie als heilend und vor allem alternativlos verkauft, das ist verantwortungslos ohne Ende! Und man sollte auch grundsätzlich zwischen chemischen Drogen und natürlichen unterscheiden, das wird viel zu wenig beachtet, denn hier gibt es großes Potenzial und dadurch könnte man auf eine Vielzahl von pharmazeutischen Produkte verzichten!

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