Soziale Netzwerke Fake News aus Erfurt: Manipuliertes Foto im Umlauf

Die Thüringer Polizei macht auf einen aktuellen Fall von Stimmungsmache durch "Fake News" im Internet aufmerksam. Wie die Beamten am Sonnabend mitteilten, wird in sozialen Netzwerken das Foto eines blutenden Mannes in einem Plattenbau im Erfurter Rieth verbreitet. Die Verfasser der Beiträge behaupten, dem "schon länger hier Lebenden" seien von "Gästen" die Hände abgehackt worden. Diese Begriffe für Einheimische und Migranten werden häufig von Rechtspopulisten oder Rechtsextremen in ironisch-zynischer Absicht verwendet - wobei die Formulierung "diejenigen, die schon länger hier sind" von Bundeskanzlerin Angela Merkel stammt.

Laut Polizei werden die Umstände des Vorfalls absichtlich verdreht. Außerdem sei das Foto manipuliert worden: Es entstehe der Eindruck, der Mann habe keine Hände mehr und seine Arme seien deswegen dick verbunden.

Bei Auseinandersetzung Schnittwunden zugezogen

Auf einem Smartphone sind die Logos  von Facebook, Twitter und YouTube zu sehen.
Facebook- und Twitter-Apps auf einem Smartphone: Das manipulierte Foto und die verdrehte Darstellung aus Erfurt werden in sozialen Netzwerken verbreitet. Bildrechte: dpa

Nach Behördenangaben ist der Mann auf dem Foto 35 Jahre alt und Deutscher. Er sei am Dienstag kurz vor Mitternacht mit seiner Mutter in einer Wohnung körperlich aneinandergeraten. Dabei sei eine Glasscheibe in der Wohnung zu Bruch gegangen. An den Scherben habe sich der Mann oberflächliche Schnittwunden zugezogen. Stark blutend habe der Mann die Wohnung verlassen und sei im Hausflur von einer unbeteiligten Person versorgt worden. Eine weitere unbeteiligte Person habe das Foto aufgenommen.

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann seine Mutter körperlich attackiert hat und dabei in die Scheibe geraten ist. Die Beamten ermitteln nach eigenen Angaben wegen mehrerer Delikte gegen ihn. Wie das manipulierte Foto in soziale Netzwerke gelangte, ist offen. Offenbar wurden das Bild und der falsche Kontext inzwischen von unterschiedlichen Nutzern kopiert und jeweils neu hochgeladen.

Anmerkung von MDR THÜRINGEN: In den Kommentaren wird darauf verwiesen, dass die Formulierung "diejenigen, die schon länger hier sind" von Bundeskanzlerin Angela Merkel stammt. Wir haben dies in unserem Text ergänzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2019, 20:44 Uhr

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86 Kommentare

05.08.2019 20:33 Querdenker 86

@Fakt 83

siehe "wiki Hanns Joachim Friedrichs"

Zitat: „Tatsächlich findet sich das Zitat schon als Klappentext auf der Rückseite der Friedrichs-Biographie „Journalistenleben“ von 1994. Aus dem Buch geht jedoch hervor, dass das Zitat im Wesentlichen auf Charles Wheeler, einen Mentor Friedrichs bei der britischen BBC, zurückgeht.“

Das Zitat geht nicht auf das von Ihnen vorgebrachte Spiegel Interview von 1995 zurück.

Der „Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis“ wird zudem unter dem Motto verliehen.

Im übrigen geht es um - Vertrauen in die Presse - und das schafft man nicht, wenn man Fakten z.B. bei einem derartigem Mordfall wie in Stuttgart ganz oder teilweise weglässt oder ggf. gar nicht berichtet.

Er sagt im Spiegel Interview Zitat „Distanz halten“. Ich kann dazu nur sagen: Ja genau und die Fakten vollständig Zitat „cool“ vortragen.

[MDR THÜRINGEN: Bitte kehren sie zum Inhalt des Artikels zurück.]

05.08.2019 20:21 martin 85

@78 müller: Und was möchten Sie uns mit diesen Zahlen verdeutlichen? Klar steigt die Zahl der Delikte einer Personengruppe deutlich an, wenn auch die Zahl der Personen in der Gruppe deutlich ansteigt. Außerdem sind da auch die gesamten Auseinandersetzungen in den Einrichtungen enthalten. Das unter den Bedingungen, die dort teilweise herrschen, Frust in Gewalt entlädt ist zwar natürlich in der Sache falsch und nicht akzeptabel. Aber sonderlich verwunderlich oder gar eine Bedrohung für die deutsche Bevölkerung ist das nicht in dem von Ihnen dargestellten Umfang.

Nochmals: Ich glaube nicht, dass da lauter Engel zu uns kommen. Aber dämonisieren muss man diese Menschen auch nicht. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich etliche Jahre Schöffe an einem Landgericht war und dabei mit so mancherlei Abgründen konfrontiert wurde.

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