Prozessbeginn Falsche Polizisten stehen in Erfurt vor Gericht

Mehr als 90 verdächtige Anrufe wurden der Thüringer Polizei Anfang dieses Jahres gemeldet. Nun stehen drei Männer vor Gericht. Sie sollen laut Anklage Senioren um ihr Erspartes gebracht haben. Es geht um mehr als 220.000 Euro.

Zwei Angeklagte verdecken im Landgericht Erfurt ihr Gesicht
Die Angeklagten verdeckten zum Prozessauftakt ihre Gesichter. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Am Landgericht Erfurt hat Mittwoch ein Prozess um falsche Polizisten begonnen. Zum Prozessauftakt kündigte der Verteidiger an, dass die Angeklagten am nächsten Verhandlungstag aussagen wollen.

Im Falle von Geständnissen stellte der Richter mildere Strafen in Aussicht. Wörtlich sagte er: "Es macht keinen Sinn, die ganz vorne stehen, am höchsten Baum aufzuhängen."

Den drei Männern wird vorgeworfen, im Raum Erfurt mehrere Senioren um ihr Erspartes gebracht zu haben. Dabei sollen sie sich als Polizeibeamte oder Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft ausgegeben haben. Die Männer im Alter zwischen 20 und 23 Jahren sollen laut Anklage als sogenannte Abholer in sieben Fällen insgesamt mehr als 220.000 Euro und Schmuck eingesammelt haben.

Die Richter ließen durchblicken, dass hinter den drei Angeklagten vermutlich die türkische Call-Center-Mafia steckt, die in den vergangenen Jahren schon Millionen-Beträge von deutschen Rentnern abkassiert hat.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. November 2019 | 19:00 Uhr

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