Im Lesara-Logistikzentrum in Erfurt (Archiv).
Im Lesara-Logistikzentrum in Erfurt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wirtschaft Fragen und Antworten zur Insolvenz von Lesara

Erst im August hatte Onlinehändler Lesara ein Logistikzentrum in Erfurt eröffnet - jetzt hat die Firma Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Wie geht es weiter? Was ist mit den Fördermitteln? Fragen und Antworten.

Im Lesara-Logistikzentrum in Erfurt (Archiv).
Im Lesara-Logistikzentrum in Erfurt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Was für ein Unternehmen ist Lesara?

Lesara ist ein internationaler Onlineshop für Mode und Lifestyleprodukte. Das Unternehmen wurde als sogenanntes Start-up  im Jahr 2013 gegründet und beschäftigt heute rund 350 Mitarbeiter, 150 davon im Logistikzentrum in Erfurt. Die Firma konzentriert sich eigenen Angaben zufolge darauf, aktuelle Trends frühzeitig zu erkennen und in kürzester Zeit dem Kunden anzubieten. Etwa 50 der 200 Mitarbeiter des Unternehmens sitzen dabei direkt in China und halten direkten Kontakt zu dortigen Textilfabriken.

Wem gehörten die Anlagen im Logistikzentrum in Erfurt?

Das Gebäude selbst im Güterverkehrszentrum am östlichen Stadtrand von Erfurt hat die australische Goodman-Gruppe schlüsselfertig für Lesara errichtet und an den Onlinehändler für zehn Jahre vermietet. Goodman besitzt, entwickelt und verwaltet Industrieimmobilien in 16 Ländern, unter anderem Logistikobjekte, Lagerhallen und Gewerbeparks. Die spezielle Logistik-Infrastruktur im Gebäude selbst wie Sortieranlagen und Hochregallager gehören nach Auskunft von Goodman Deutschland nicht zum Umfang des Mietverhältnisses, wurden also von Lesara selbst beschafft.

Wie geht es weiter mit dem Unternehmen?

Die Lesara AG hat am vergangenen Freitag einen Antrag auf Eröffnung eines (vorläufigen) Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg gestellt. Das bedeutet: Das Management steuert das insolvente Unternehmen weiter selbst und wird dabei von einem Sachwalter beaufsichtigt, den das Gericht einsetzt. Zum Sachwalter wurde der Potsdamer Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff bestellt.

Ein Lesara-Sprecher sagte, die Geschäfte würden normal weiterlaufen. Die Insolvenz habe ihren Grund in "einer stockenden Finanzierung des starken Wachstums der Gesellschaft in den letzten Monaten". Die Expansion des Unternehmens in weitere europäische Länder wie Schweden, Dänemark oder Frankreich war offenbar teurer als erwartet.

Wieviel Fördergeld ist in das Erfurter Logistikzentrum geflossen?

Die Gesamtinvestitionssumme liegt bei 45 Millionen Euro.  Davon sollten 9,6 Millionen Euro über Fördermittel von Land und Bund finanziert werden. Laut einem Sprecher des Thüringer Wirtschaftsministeriums sollte die Auszahlung auf einen Zeitraum von drei Jahren gestreckt werden. Ausgereicht an die Investoren wurden bislang etwas über eine Million Euro.  Der Rest der zugesagten Summe dürfte nun aufgrund der Lesara-Insolvenz verfallen. Die Frage, ob auch das Unternehmen Goodman als Vermieter des Gebäudes einen Teil der Fördersumme erhalten hat, beantwortete ein Lesara-Sprecher nicht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. November 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2018, 16:42 Uhr

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5 Kommentare

12.11.2018 20:27 Bratwurscht Fan 5

@ 1 Steuerzahler: Haben nicht auch Sie und ihre Familie bis vorgestern noch dort Ware geordert?.....

12.11.2018 19:47 Rammstein 4

Naja das war doch abzusehen.Wenn falsche Leute an falschen Position sitzen dann kann das Ding nur vor dem Baum gehen. Jetzt kann man auch mal sehen das Theorie und Praxis zwei paar verschiedene Schuhe sind.Denn so ein Konzern zu führen und es über Wasser zu halten sieht auf dem Papier besser aus als wie die Praxis. Schade für die Mitarbeiter!!

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