Gewässerschutz bei Trockenheit Erfurt und Weimar verbieten, Wasser aus Gera und Ilm zu entnehmen

Aus der Gera in Erfurt darf wegen der anhaltenden Trockenheit kein Wasser mehr gepumpt werden. Ab dem 27. Juli sind Wasserentnahmen aus allen Fließgewässern der Landeshauptstadt verboten, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung mitteilte. Diese Allgemeinverfügung gilt bis Ende September.

Geschöpft werden darf nur noch per Hand

Eine Ausnahme bilden Gießkannen, Eimer und anderen Gefäße: Per Hand dürfe noch Wasser geschöpft werden, teilte die Sprecherin mit. Wer trotz des Verbots mit einer Pumpe Wasser entnimmt, muss mit Bußgeldern bis 10.000 Euro rechnen. Das gelte auch für Inhaber einer wasserrechtlichen Erlaubnis, hieß es.

Der zum Schutz der Flora und Fauna der Gewässer notwendige Wert von 1,5 Kubikmeter pro Sekunde Wasserdurchfluss am Pegel Möbisburg wurde inzwischen längere Zeit unterschritten.

Pressemitteilung der Stadt Erfurt vom 23.07.2019

In Weimar verzeichnen nach Angaben der Stadt die Ilm und alle anderen städtischen Gewässer bereits seit langer Zeit Niedrigwasserstand. Weiterhin ist es aber auch in Weimar erlaubt, mit Handgefäßen - also zum Beispiel Eimern oder Gießkannen - Wasser zu schöpfen.

Immer mehr Landkreise verbieten das Abpumpen

In Thüringen ist es bereits in mehreren Landkreisen verboten, Wasser aus Bächen, Flüssen oder Teichen zu pumpen. Zuletzt hatten die Landkreise Sonneberg und Sömmerda entsprechende Verbote erlassen. Im Altenburger Land, in Jena und im Kreis Hildburghausen ist die Wasserentnahme seit Anfang Juli untersagt. Im Ilm-Kreis gilt seit dem vergangenen Sommer: Pumpen aus, Schläuche raus.

Die Marienthalbrücke vor Molsdorf über die Gera
Die Marienthalbrücke bei Erfurt-Molsdorf: Aus der Gera darf mit Hilfe von Pumpen und Schläuchen kein Wasser mehr entnommen werden. Nur noch mit Gießkannen und Eimern können sich Gartenbesitzer Wasser aus Flüssen holen. Bildrechte: MDR/Ria Weber

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 23. Juli 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 16:49 Uhr

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1 Kommentar

24.07.2019 12:53 H. Aser 1

Sehr geehrte Redaktion,

die Massnahmen nützen nur wenig, wenn man nicht auch auf Grundwasserentnahmen achtet, denn jede Grundwasserentnahme führt in Folge zu Abflussreduzierungen in den Oberflächengewässern.

Wichtig sind hier Beschränkungen bei der landwirtschaftlichen Bewässerung oder ein Aufruf zur reduzierten Brauchwassernutzung.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Mayer

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