Hilferuf Forstleute beklagen riesige Waldschäden

Der Bund Deutscher Forstleute - BDF - warnt nach der Trockenheit in diesem Jahr vor langfristigen Schäden in den Wäldern. Der BDF fordert daher bundesweit 10.000 zusätzliche Mitarbeiter. Ansonsten sind aus Sicht der Forstleute die Probleme in den Wäldern nicht zu bewältigen.

Allein durch die Dürre haben dieses Jahr rund 300.000 Hektar Wald in Deutschland Schaden genommen. Das berichtete der Bund der Deutschen Forstleute ( BDF ) am Freitag in Erfurt. Insgesamt sprach der Bundesvorsitzende Ulrich Dohle von 30 Millionen Kubikmetern Holz, die in diesem Jahr bisher durch die Trockenphase, Waldbrände, Stürme und Borkenkäfer stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Daraus ergebe sich ein Gesamtschaden in Höhe von zwei Milliarden Euro.

Forstleute fordern mehr Mitarbeiter

In Thüringen seien bisher 500.000 Kubikmeter Holz betroffen, ergänzte ein Vertreter des Thüringer Landesverbands. "Die Schäden werden uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen", sagte Dohle. Der BDF fordert daher bundesweit 10.000 zusätzliche Mitarbeiter. Ansonsten sind aus Sicht der Forstleute die Probleme in den Wäldern nicht zu bewältigen.

Mehrere Männer stehen mit Ferngläsern und Heftern im Wald und blicken nach oben zu den Baumkronen hinauf
Schulung für Förster in der Nähe von Gotha zur Baum-Einschätzung für den Thüringer Waldzustandsbericht. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Nach Angaben des BDF-Landesvorsitzenden Andreas Schiene plant die Thüringer Landesregierung statt dessen aber einen Personal-Abbau: bis 2025 soll die Zahl der Forstarbeiter auf 1.000 sinken. Derzeit arbeiten in den Thüringer Staatswäldern 1.350 Forstarbeiter.

Ministerium sieht keinen Grund zur Panik

Das Thüringer Forstministerium räumte ein, dass die Situation in den Wäldern kritisch ist. Grund zur Panik besteht aus Sicht des Landes aber nicht. Es wäre nicht sachgerecht, jetzt beim landeseigenen Thüringen Forst nur für eine Ausnahmesituation mehr Personal einzustellen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Der BDF als Forstgewerkschaft und Berufsverband zählt etwa 10.000 Mitglieder. Sowohl Mitarbeiter privater als auch staatlicher Forstverbände sind dort organisiert. Nach Schätzungen des BDF gibt es insgesamt zwischen 30.000 und 40.000 Forstleute in Deutschland.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2018, 20:23 Uhr

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8 Kommentare

21.10.2018 14:35 part 8

@ berliner, natürlich ist ein gesunder Mischwald das Beste was man sich wünschen kann, siehe Hainich bei Mühlhausen. Doch leider gibt es Wälder, da bilden nicht nur Nadeln, Zweige und Äste die Biodiversität sondern ganze Stämme, die einfach nur im Weg waren oder wirtschaftlich nicht verwertbar erscheinen. Wer die Wälder schon seit der DDR kennt kennt kann leicht den Unterschied zwischen den Jahrzenten erkennen. Meine Empfehlung deshalb, einfach mal im Weimarer land Urlaub machen oder die Westseite des Harzes besuchen um sich Eindrücke zu verschaffen. Wer Monokulturen anlegt und bewirtschaftet, der muß natürlich auch für eine gewisse Ordnung sorgen.

20.10.2018 21:57 OSTFörster 7

Die Förster schreien und jammern nicht! Sie schätzen realistisch ein, dass die Witterung dieses Jahr eine Kathastrophe war und ist! Seit April kein nennenswerter Niederschlag und im Oktober Sommer -„schönes Wetter“?
Das ein Sturm Fichten wirft ist doch normal, und damit können alle Beteiligten umgehen. Aber die oberschlauen selbsternannten Naturschützer werden schon sehen, das nächstes Jahr viel mehr Baumarten abterben werden, als nur die böse Fichte. Auch die tolle Buche hat einen Borkenkäfer...

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