Gottesdienst in Erfurt
Mit einem Ökumenischen Gottesdienst im Ursulinenkloster und Glockenläuten haben die Menschen in Erfurt des verheerenden Bombenangriffs am 20. Juli 1944 gedacht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erfurt Gedenken an verheerenden Bombenangriff

Vor 75 Jahren starben fast 300 Menschen bei einem verheerenden Bombenangriff auf Erfurt. Am Samstag erinnerte das Ursulinenkloster an das Ereignis.

Gottesdienst in Erfurt
Mit einem Ökumenischen Gottesdienst im Ursulinenkloster und Glockenläuten haben die Menschen in Erfurt des verheerenden Bombenangriffs am 20. Juli 1944 gedacht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit Glockengeläut und einer Ökumenischen Andacht erinnerte das Erfurter Ursulinenkloster heute an die verheerenden Bombenangriff auf Erfurt vor 75 Jahren. Zeitzeugen erinnerten sich heute noch einmal an den 20. Juli 1944 und berichteten, wie sie als Kinder zusehen mussten, wie die Kirche des Ursulinenklosters brannte und Feuerwehren verzweifelt versuchten, die Post am Anger zu löschen. Nicht nur die Innenstadt rund um den Anger brannte damals, auch der Flugplatz Erfurt-Nord und einige Fabriken wurden zerstört. Abwehr sei nicht möglich gewesen. Die amerikanische Bomberstaffel hatte als erstes die Flakstellungen am Roten Berg bombardiert.

284 Menschen starben bei Bombenangriff

Bei dem achten von insgesamt 26 Bombenangriffen auf Erfurt kamen 284 Menschen innerhalb weniger Minuten ums Leben. Wie durch ein Wunder aber keine Bewohnerinnen des Ursulinenklosters. Dort lebten damals 60 bis 80 Nonnen. Die Kirche, deren Außenmauern stehengeblieben waren, wurde nach dem Krieg nicht wieder im originalen Barockstil aufgebaut, sondern nur schlicht mit Holz verblendet. Bis vor wenigen Jahren feierten die Ursulinen in Erfurt noch mit einer Prozession, das die Menschen innerhalb der Klostermauern verschont worden waren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir berichtet, dass die US-Flugzeuge unter dem Kommando des Oberkommandierenden der britischen Luftwaffe Arthur Harris standen. Dies ist nicht korrekt. Britische Flugzeuge hatten Erfurt am 19. Februar 1945 angegriffen. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 20. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2019, 10:35 Uhr

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5 Kommentare

22.07.2019 22:55 Max 5

Alles kein Vergleich mit den beiden verheerenden Bombenangriffen am 03. und 04. April 1945 auf Nordhausen durch die Engländer.
Ursprünglich sollten Erfurt und Nordhausen gleichzeitig am 02. April 1945 angegriffen werden. Die amerikanischen Truppen waren aber schon zu nah an Erfurt, sodass die Amerikaner den Angriff den Briten untersagten. So wurde die 1000jährige, ehemalige freie Reichsstadt in Schutt und Asche gelegt und damit eine wunderschöne Stadt zerstört.

22.07.2019 09:53 jochen 4

Alle Bombenangriffe gegen Städte und Zivilisten waren schwerste Kriegsverbrechen.

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