Weiße Rosen vor unscharfem Hintergrund.
In Erfurt wurde am Freitag des Schulmassakers vor 17 Jahren gedacht. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Gedenken 17. Jahrestag des Amoklaufs am Gutenberg-Gymnasium Erfurt

Am 26. April 2002 starben am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt 16 unschuldige Menschen. Der Attentäter tötete sich selbst. Mit einem stillen Gedenken erinnerten Schüler, Lehrer, Angehörige und Politiker am Freitag an die Opfer.

Weiße Rosen vor unscharfem Hintergrund.
In Erfurt wurde am Freitag des Schulmassakers vor 17 Jahren gedacht. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

In Erfurt ist am Freitag der Opfer des Schulmassakers am Gutenberg-Gymnasium vom 26. April 2002 gedacht worden. Damals erschoss der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser 16 Menschen. Mit der letzten Kugel tötete er sich selbst. Es war der erste Amoklauf an einer deutschen Schule.

Bei einer Gedenkfeier vor dem Gutenberg-Gymnasium legt ein Mann Blumen nieder
Vor dem Gutenberg-Gymnasium legte Uwe Pfotenhauer, Hausmeister der Schule, Blumen nieder. Er hatte die Getöteten damals identifiziert. Bildrechte: dpa

Schüler, Angehörige, Nachbarn und Politiker versammelten sich am Vormittag vor dem Schulgebäude, um Kränze und Blumen niederzulegen. "Trauer, Sprachlosigkeit, überwältigende Emotionen ließen für lange Zeit keinen Raum für Farbe und Frohsinn", sagte Schulleiterin Christiane Alt. Bei dem Gedenken vor dem Schulgebäude wurden die Namen der 16 Ermordeten verlesen, begleitet von Glockenschlägen. Die Schulglocke war vor zwei Jahren eigens dafür gegossen worden. Im Laufe der Jahre ist der Kreis der Anwesenden kleiner geworden. Die jetzigen Gutenberg-Schüler kennen das Geschehen nur noch vom Hörensagen.

Pfarrerin Ruth-Elisabeth Schlemmer von der Andreasgemeinde sagte, dennoch sei es wichtig, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. In der Andreaskirche wurden schon am Freitagmorgen 17 Kerzen - auch eine für den Täter - angezündet. Am Abend gibt es eine Andacht.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sagte, ihn befalle jedes Jahr um den 26. April ein sehr trauriges Gefühl. 16 unschuldige Menschen seien 2002 an diesem für Erfurt so schwarzen Freitag gestorben  - auch seine letzte Klassenlehrerin. Er trauere um die Opfer.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. April 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2019, 15:13 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

26.04.2019 21:51 DER Beobachter 9

Was ist eigentlich mit PTBS und der Betreuung aktuell?

26.04.2019 21:50 DER Beobachter @ Sonja 6 8

Dass ihn eine gewisse moralische Schuld trifft, ist unbestritten. Knast kann er aber nur für Verstöße gegen das Strafrecht kriegen!

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen

Thüringen

Seit 1929 fährt die Thüringer Waldbahn zwischen Gotha und Bad Tabarz 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK