Anja Siegesmund und Dirk Adams
Anja Siegesmund und Dirk Adams, die beiden Spitzenkandidaten der Grünen. Bildrechte: dpa

Erfurt Thüringer Grüne beschließen Programm für die Landtagswahl

Die Thüringer Grünen haben am Samstag ihr Programm für die Landtagswahl im Oktober beschlossen. Erreicht werden solle dann ein Ergebnis von "zehn Prozent plus x". So hieß es bei der Abstimmung über das Programm auf einer Delegiertenkonferenz im Erfurter Zughafen.

von Lisa Wennemer

Anja Siegesmund und Dirk Adams
Anja Siegesmund und Dirk Adams, die beiden Spitzenkandidaten der Grünen. Bildrechte: dpa

Wie passend. Modern - jung - vorwärtsgewandt. So wollen sich die Grünen auch in Thüringen präsentieren. Was bundesweit gerade hervorragend klappt, ist im Freistaat nicht ganz so einfach. Gerade auf dem Land sind die Grünen schwächer als in den Städten. Dabei gehe es beim Klimaschutz gerade auch um ländliche Regionen, sagte die Thüringer Spitzenkandidatin der Grünen Anja Siegesmund.

Klimaschutz und Nahverkehr

Der Klimaschutz wird das große Wahlkampfthema der Grünen. Es soll Schnellradwege zwischen Städten geben und der Nahverkehr soll günstiger werden: Zwei Euro für Erwachsene, ein Euro für Kinder - thüringenweit. Und das Verkehrsnetz soll engmaschiger werden. Das helfe nicht nur der Umwelt, sondern eben auch jenen Menschen auf dem Land, die bisher weder Bus noch Bahn vor der Haustür haben und dadurch abgehängt werden, so der zweite Thüringer Spitzenkandidat Dirk Adams.

Nichtsdestotrotz spüren auch die Thüringer Grünen den Aufwind. Bundeschefin Anna-Lena Baerbock lobte die guten Ergebnisse der Landesgrünen bei der Kommunalwahl. Gerade da, wo die Grünen bisher nicht in den Kommunal- und Stadträten vertreten waren, wie zum Beispiel in Ellrich im Südharz.

CO2-Steuer weiterhin Thema

Klimaschutz gehe alle Menschen etwas an, sie habe das Argument satt, dass man sich Klimaschutz auch leisten können müsse. Der Nicht-Klimaschutz sei das Unsozialste, was man machen kann, so Baerbock. Deshalb forderte sie in Erfurt noch einmal eine CO2-Steuer oder -Abgabe, beispielsweise für Firmen, die besonders viel CO2 produzieren. Es werde dazu auch Initiativen der Grünen im Bundestag geben.

Gesellschaft nicht spalten

Das Klimaziel für Thüringen wurde auf der Landesdelegiertenkonferenz nach vorn verlegt: Schon 2037 soll Thüringen komplett aus erneuerbaren Energien versorgt werden, und nicht, wie ursprünglich geplant, 2040. Der Antrag kam von der Grünen Jugend. Von der Nachwuchsorganisation kam immerhin ein Drittel der fast 350 Änderungsanträge.

Neben dem Klimaschutz wollen die Thüringer Grünen mit gesellschaftlichen Fragen in den Wahlkampf starten. Einfache Ja- oder Nein-Abstimmungen reichten nicht aus, so Spitzenkandidat Adams. Die Bürger müssten von Anfang an in die Dialoge miteinbezogen werden. So könne man verhindern, dass die Gesellschaft sich spaltet. Das fertige Landtagswahlprogramm wurde am Ende einstimmig beschlossen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Juni 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2019, 15:23 Uhr

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20 Kommentare

18.06.2019 22:46 martin 20

@18 realist (Fortsetzung): Was mich wundert ist, dass Sie den Mittelstand und Mittelschicht als Hauptleidtragende annehmen. Normalerweise geht die Argumentation doch in Richtung der Geringverdiener.

Die Versorgungssicherheit sehe ich durch die Energiewende übrigens nicht wirklich gefährdet - im Gegenteil. Meiner Meinung nach sind Cyberangriffe oder das Abdrehen von Öl- oder Gashähnen deutlich wahrscheinlicher. Wind und Sonne scheren sich wenig um die politische oder wirtschaftliche Großwetterlage. Dezentrale Energie-Erzeuger-Strukturen sind per Cyberangriff sehr viel schwieriger wirksam angreifbar als einzelne Großkraftwerke.

18.06.2019 22:40 martin 19

@18 realist: Populistische Tendenzen haben Vertreter aller Parteien - incl. der selbsternannten Alternativen.

Und aktueller Preistreiber bei Öl ist definitiv Trump. Seit die USA Ölexporteur sind, haben sie ein schlicht wirtschaftliches Interesse an hohen Ölpreisen. Vor allem die Fracking-Unternehmen brauchen die hohen Preise, da es sonst nicht wirtschaftlich ist.

Ob die gestiegenen Ölpreise aufgrund der diversen Konfrontationen Trumps sein eigentliches Hauptziel oder nur ein Kollateralnutzen sind, kann ich leider nicht beurteilen. [...]

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