Landtag

Lehrer an Grundschulen in Thüringen können auf mehr Geld hoffen

Seit Jahresbeginn bekommen die Lehrer an Regelschulen in Thüringen mehr Geld. Jetzt deutet sich an, dass auch die knapp 4.000 Grundschullehrer auf eine höhere Besoldung hoffen dürfen. Linke und CDU wollen im Landtag darüber sprechen.

Neben der Landesregierung will auch die CDU Grundschullehrer in Thüringen künftig finanziell besserstellen. Der entsprechende Vorstoß von Bildungsminister Helmut Holter (Linke) werde im zuständigen Ausschuss des Landtags diskutiert, sagte ein Sprecher der CDU-Landtagsfraktion MDR THÜRINGEN.

CDU stellt Bedingungen für neues Besoldungsgesetz auf

Allerdings müsse ein neues Besoldungsgesetz auch zusätzliche Möglichkeiten der Beförderung und ein Zulagensystem für alle Lehrer enthalten. Pädagogen aller Schularten müssten in Zukunft mehr als bisher auch nach Leistung und Engagement bezahlt werden können, hieß es aus der Unionsfraktion. Die CDU warf dem Linke-Bildungsminister in diesem Zusammenhang "Gleichmacherei" vor.

Besoldungsgruppe A13 in Thüringen auch für Grundschullehrer

Holter hatte eine Initiative im Landtag angekündigt, wonach Grundschullehrer künftig genauso bezahlt werden wie Pädagogen an Regelschulen. Dazu sollen die Gehälter an die Stufe A13 angepasst werden. Holter erwartet dafür nach eigenen Angaben eine "breite Mehrheit" im Landtag.

Von den 17.100 Lehrern im Thüringer Schuldienst sind rund 3.900 Grundschullehrer. Seit Jahresbeginn bekommen bereits Regelschullehrer mehr Geld. Sie werden nun nach der Besoldungsgruppe A13 bezahlt, zuvor war es die A12. Dadurch entstehen dem Land Thüringen jährliche Mehrkosten von rund 8,9 Millionen Euro.

Schulstiftung begrüßt Angleichung bei Grundschullehrern

Die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland begrüßt den Vorschlag, bei der Lehrerbesoldung künftig keine Unterscheidung mehr nach Schulart vorzunehmen. "Es ist ein längst fälliges Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Grundschulpädagogen, dass die bisher unterschiedlich gehandhabte Vergütung der Lehrkräfte nach Schularten nun endlich entfallen soll", sagte Stiftungsvorstand Marco Eberl am Dienstag in Erfurt. Ein einheitliches Vergütungsniveau diene dazu, dass sich niemand als Lehrer oder Lehrerin zweiter Klasse fühlen müsse, fügte er hinzu.

Forderung nach besserer Finanzierung freier Schulen

Allerdings schließe dieses Vorhaben die Lehrkräfte an den Schulen in freier Trägerschaft mit ein. "Deshalb müssen zeitgleich die staatlichen Finanzhilfen für freie Schulen entsprechend angepasst werden", forderte Eberl. Schon jetzt seien die freien Schulen im Land mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben deutlich unterfinanziert. Das belegen aus Sicht der Stiftung wie ihres Trägers, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), zwei aktuelle Studien vom September und Dezember des vorigen Jahres. Die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland unterhält nach eigenen Angaben 24 Bildungseinrichtungen an 15 Standorten in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,epd

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Januar 2020 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2020, 15:09 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Inhalte werden geladen ...
Alles anzeigen

Mehr aus Thüringen

Inhalte werden geladen ...
Alles anzeigen