Stadtverwaltung Erfurt veröffentlicht "Hygienemängel" Sterneköchin Maria Groß weist Behördenkritik zurück

Die Erfurter Sterneköchin Maria Groß wehrt sich gegen die öffentliche Kritik der Stadt Erfurt an ihrer Restaurantführung. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt hatte ihr auf seinen Internetseiten lebensmittelrechtliche Hygienemängel bei zubereiteten Speisen und Mängel beim Kennzeichnen von Speisen vorgeworfen. Laut Behörde hatte die Kontrolle in der "Bachstelze" bereits Ende September stattgefunden, das Ergebnis war ab Mittwoch online zu finden.

Vorschaubilder Maria Groß
Die Erfurter Sterneköchin Maria Groß (Archivbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Groß' Lebensgefährte Matthias Steube sagte MDR THÜRINGEN, es handele sich offenbar um eine Kampagne. Nach der ersten Überprüfung durch das Amt seien alle beanstandeten Mängel beseitigt worden. Erst auf seine Bitte hin sei eine Nachkontrolle schon Anfang Dezember und nicht erst im Januar erfolgt. Und zwar ohne jegliche Beanstandung. Bei der kritisierten, angeblich fehlenden Lebensmittelkennzeichnung habe es sich um einen Behälter mit Bratwürsten gehandelt, dessen Aufkleber abgefallen war. Weil man sich ungerecht behandelt fühle, sei ein Anwalt eingeschaltet worden.

Wir haben nie eine Strafe bekommen und nie einen Bescheid.

Matthias Steube, Freund von Maria Groß

Die entsprechende Liste auf den Internetseiten der Stadt Erfurt gibt es erst seit einigen Tagen. Sie führt Unternehmen auf, in denen "nicht unerheblich oder wiederholt" gegen Vorschriften verstoßen wurde. Eine weitere Voraussetzung sei, dass das zu erwartende Bußgeld über 350 Euro liegt. Aufgelistet wird neben der am 4. Dezember zuletzt kontrollierten "Bachstelze" auch das Erfurter Restaurant Rossini.

Als Küchenchefin des Erfurter Kaisersaals erkochte sich Maria Groß 2013 als 34-Jährige ihren ersten Michelin-Stern und wurde somit zur jüngsten Sterneköchin Deutschlands.

Erläuterung der Stadt Erfurt, warum sie die Mängel veröffentlicht "Die Veröffentlichung dient vor allem der aktiven Information des Verbrauchers im Sinne behördlicher Transparenz und ausdrücklich nicht der Warnung vor den aufgeführten Produkten oder Betrieben." 

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 13. Dezember 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2018, 23:21 Uhr

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26 Kommentare

16.12.2018 12:18 Federico 26

@Grosser
Lesen Sie einmal die Stellungnahme
des Leiters vom Hygiene - Amt
der Stadt Erfurt, Herr Dr.Kreis,
in der Thüringer Allgemeine,
vom 14.12.2018.
Das sind die " unsauberen "
Fakten , frei jeder Polemik.

16.12.2018 11:48 part 25

Hilfreich wäre zu ermitteln, wieviel Lebensmittelkontrolleure es überhaupt in Thüringen gibt und nach welchen Kriterien diese ihre Kontrollen planen. Den Ausführungen von
@unfassbare Gothaerin kann ich mich da nur anschließen. Es ist auch zu bezweifeln ob die Inhaltsstoffe der angebotenen Speisen überprüft werden, Panschereien bei Getränken oder Glutamatwerte weit über dem Limit können so wohl nicht erfasst werden. Auch sollte endlich mal gegen die viele Hunde in den Küchen und in den Gasträumen vorgegangen werden, das hat mit Hygiene nichts mehr zu tun.

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