Erfurt Planungen für ICE-City West sollen schneller voran gehen

In das Bauprojekt ICE-City West in Erfurt kommt Bewegung. Im kommenden Jahr werde die drei Hektar große Fläche ins Eigentum der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) übergehen, hieß es am Donnerstagabend im Wirtschaftsrat des CDU-Landesverbandes. Dann könne ernsthaft mit der Planung und Suche nach Investoren begonnen werden, sagte LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche MDR THÜRINGEN.

Erweiterung des Thüringenpark könnte im Herbst 2021 starten

Die Krieger-Investorengruppe hatte das zentrumsnahe Gelände 2016 an die LEG unter dem Vorbehalt verkauft, das Einkaufszentrum Thüringenpark im Norden der Stadt erweitern zu dürfen. Dafür hatte der Stadtrat nach langem Zögern 2019 grünes Licht gegeben. Das Bebauungsplanverfahren laufe, sagte Andreas Uhlig, Geschäftsführer der Center Management GmbH. Bis Ende Februar würden alle Gutachten vorliegen. Im Moment gebe es keine ernsthaften Einwände. Er rechne mit einem Baubeginn im Thüringenpark im Herbst 2021.

Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Das ehemalige königliche Bahnbetriebswerk steht auf dem Gelände der neuen ICE-City West in Erfurt. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn

Viel Zeit bei Entwicklung der ICE-City verloren

Die ICE-City West soll dann mit breiter Bürgerbeteiligung entwickelt werden. Dort entstehe ein völlig neuer Stadtteil, sagte LEG-Geschäftsführerin Wosche. Neben Wohnbebauung könnten die teilweise denkmalgeschützten Hallen zu Markthallen umgebaut werden. Auch der Bau eines Kongresszentrums sei ein Gedanke, so Wosche.

Mit dem Wechsel der Führungsmannschaft nach der Stadtratswahl im vergangenen Jahr sei viel in Bewegung geraten. Von der jahrzehntelangen Blockadehaltung gegenüber Investoren sei heute zum Glück nur noch wenig zu spüren, sagte Uhlig. Leider habe die Stadt bei der Entwicklung der ICE-City gut zehn Jahre verloren, so der Unternehmer.

Denkmal oder Ruine? Neues Leben im königlichen Bahnbetriebswerk Erfurt?

3,5 Hektar umfasst das ehemalige Königliche Bahnbetriebswerk im Zentrum von Erfurt. Ein Stück Industriekultur - mit Hallen aus dem 19. Jahrhundert - verfällt seit 90ern ungebremst. Wie geht es weiter mit dem Quartier?

Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Podiumsdiskussion mit dem "Forum Rosengasse", einer Initiative für das ehemalige Bahnbetriebswerk: Am Freitag haben Erfurter Bürger, Stadträte, LEG und Stadtplanungsspezialisten aus ganz Deutschland diskutiert, wie es mit dem Areal am Erfurter Hauptbahnhof weitergehen könnte. Leider abwesend: das Stadtplanungsamt der Stadt Erfurt. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Podiumsdiskussion mit dem "Forum Rosengasse", einer Initiative für das ehemalige Bahnbetriebswerk: Am Freitag haben Erfurter Bürger, Stadträte, LEG und Stadtplanungsspezialisten aus ganz Deutschland diskutiert, wie es mit dem Areal am Erfurter Hauptbahnhof weitergehen könnte. Leider abwesend: das Stadtplanungsamt der Stadt Erfurt. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Bei einem Rundgang konnten sich Interessierte einen Einblick in das Ensemble mit seinen acht Hallen verschaffen. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Mark Escherich (r.) erläuterte die Geschichte des alten Bahnwerkes, die bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Im Bild ein Plan der ursprünglichen Bebauung - damals noch mit Lokschuppen. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Eine "tragende Rolle" spielte Jan Kobel (m.) auch als Moderator der Diskussion. Der Arnstädter engagiert sich seit Jahren für das Baudenkmal Milchhof in seiner Heimatstadt. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Nach Verlegung der Gleise dienten die Hallen der Bahn als Autowerkstatt. Mit guten Augen und etwas Fantasie kann man zumindest noch den Teil "...Reparatur" im Schriftzug erkennen. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Von der einstigen Lokomotiv-Werkstatt... Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
... steht nur noch die Fassade. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Weitläufig ist auch das Areal um die Hallen. Viel Platz für Freizeit, Kultur, Veranstaltungen oder Kleingewerbe. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Eine alte Luftaufnahme verdeutlicht die Ausmaße des Quartiers. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Reichlich Platz bietet auch die große Halle des Bahnbetriebswerkes, nur 200 Meter westlich des Erfurter Bahnhofsvorplatzes. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Neugierig versuchen die Gäste... Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
... einen Blick durch die Bauzäune zu erhaschen. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Die große Halle diente einst als Richthalle. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
Mit ihrer stattlichen Größe... Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
... bietet sie heute Platz für Ideen. Und die sind dringend gefragt... Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
Das königliche Bahnbetriebswerk in Erfurt
... im Angesicht des Verfalls. An allen Gebäuden herrscht enormer Handlungsbedarf. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. April 2018 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. Januar 2020 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 10:15 Uhr

5 Kommentare

Grosser Klaus vor 4 Wochen

Größere Messen können oft nur deswegen nicht stattfinden, weil nicht genügend Betten zur Verfügung stehen?
Wie sollen bei den drei relativ kleinen Hallen der Messe Erfurt größere Messen stattfinden.
Hotelkapazitäten müssen dem tatsächlichen Bedarf entsprechen und dies ganzjährig.
Preiswerter Wohnraum wird nur nicht gebaut, weil dieser nicht genug Rendite bringt.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 4 Wochen

Dem Wohnungsnotstand in Erfurt widersprechen Sie auch, liebe(r) Quantix ?

Es ist sehr beschämend, dass die altehrwürdigen in „Backsteingotik mit viel Glas“ gehaltenen Hallen auf der anderen Seite des Erfurter Hauptbahnhofs, die perfekte Markthallen mit Gleisanschluss wären, seit Jahren ungenutzt verrotten und wiederholt zum Brandopfer gemacht werden...


Nein,

„breiteste Bürgerbeteiligung“ BiTTE NiCHT für diese „New - York - City“ !!!

...und ein neues Eingangstor zur Stadt samt Stadtmauer brauchen wir nicht .

Quantix vor 4 Wochen

Dem möchte ich widersprechen.
Fast alle Hotels operieren seit Jahren an der Kapazitätsgrenze. Größere Messen können oft nur deswegen nicht stattfinden, weil nicht genügend Betten zur Verfügung stehen. Nach der BUGA dürfte sich durch die bessere Bekanntheit der Stadt und zahlreiche einflussreiche Besucher auch das Kongressgeschäft deutlich beleben - und genau das erkennen auch die Hotelketten, die jetzt ihre Investitionen anstoßen.
Preiswerter Wohnraum fehlt? Ja, wenn jedes Bauvorhaben erst nach drei Jahren Ämter-Ping-Pong durchgeführt werden kann, dann muss uns das nicht wundern... Übrigens auch der Grund, warum die "ICE-City" erst jetzt so richtig in Fahrt kommt.

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