Deutsche Bahn ICE-Passagiere saßen fast zwei Stunden fest

Nach Angaben der Deutschen Bahn saßen und 400 Reisende für knapp zwei Stunden in einem ICE kurz vor Erfurt fest. Grund war ein technischer Defekt am Zug. Mittlerweile konnten die Reisenden ihre Fahrt mit einem Ersatzzug fortsetzen. MDR THÜRINGEN Reporterin Dörthe Gromes war eine von ihnen.

von Dörthe Gromes

Es versprach eine alltägliche Bahnfahrt zwischen Leipzig und Erfurt zu werden, zwar war der ursprüngliche ICE 503 durch einen anderen Zug ersetzt worden, der weniger Wagen hatte als der ursprünglich geplante, aber das ist mittlerweile für Bahnreisende keine Überraschung mehr. Ungewöhnlich hingegen war die Vollbremsung, die der Zug dann kurz vor Erfurt gegen 9.23 Uhr vollzog.

Ungeplanter Zwischenstopp

Es braucht einige Kilometer bis ein solch tonnenschweres Gefährt zum Stehen kommt, der Bremsabrieb war im letzten Wagen deutlich zu riechen. Nach rund zehn Minuten kam die Durchsage, dass der Zug wegen einer technischen Störung am Triebwagen zum Halten gekommen sei. Da war schon klar, dass es wohl länger dauern würde. Einige Durchsagen und rund eine Stunde später versucht der Zugchef es mit Humor zu nehmen: "Unser Lokführer hat den Kampf gegen die Technik leider verloren, wir warten auf den Ersatzzug“, tönt es aus den Lautsprechern. Die Reisenden werden gebeten, noch auf ihren Plätzen zu bleiben bis klar ist, wo die Evakuierungssteige angelegt werden.

Evakuierung nicht einfach

Einige Zeit später hält der ICE 701 von Hamburg Altona nach München neben uns. Die beiden Züge müssen so exakt nebeneinander stehen, dass die schmalen Evakuierungssteige zwischen die jeweiligen Zugtüren passen. Nicht jede Tür bekommt einen eigenen Steig, sondern es werden nur zwei auf der gesamten Zuglänge benutzt. Schließlich müssen die Zugbegleiter sicher stellen, dass alle Passagiere mit ihrem zum Teil recht umfangreichen Gepäck den Steg , der sich rund anderthalb Meter über dem Erdboden befindet, sicher passieren.

Zweistündige Verspätung

In der Warteschlange zum Übergang antwortet eine Zugbegleiterin lakonisch auf die Frage, ob so eine Evakuierung öfter vorkomme: "Regelmäßig, so bleiben wir in Übung. Das ist eben so, wenn man nicht in die Technik investiert.“ Rund 400 Leute von einem in einen anderen Zug zu bringen und dort wiederum zu verteilen, dauert eine gute halbe Stunde. Zum Glück ist der Ersatzzug nicht sehr voll, so dass die Passagiere aus dem liegengebliebenen ICE halbwegs Platz finden. Mit zweistündiger Verspätung kommen wir schließlich in Erfurt an.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Dezember 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2019, 14:09 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen

Bettwanze im Größenvergleich Centmünze 1 min
Bildrechte: Anne Hamker
Ein Augenarzt untersucht eine Patientin mithilfe eines technischen Geräts, durch das die Frau schaut. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK