Bahn AG kündigt neue und mehr Züge an ICE-Neubaustrecke Berlin-München übertrifft Erwartungen

Knapp ein Jahr nach ihrer Eröffnung sind auf der ICE-Neubaustrecke Berlin-München mehr Passagiere unterwegs gewesen als erwartet. Nach Angaben der Deutschen Bahn reisten seit Dezember 2017 zwischen den Metropolen 4,4 Millionen Bahnreisende hin und her. Das sind nach Konzernangaben etwa doppelt so viele wie vor der Eröffnung der Strecke. Am ICE-Knoten Erfurt vervierfachte sich die Zahl der Umsteiger auf täglich 1.600 Reisende. Die hohen Fahrgastzahlen hätten im Alltagsbetrieb aber auch Nachteile, kritisiert der Verband Pro Bahn.

Ein Sonderzug der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof in München.
Ein Sonderzug der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof in München (Archiv). Bildrechte: dpa

Laut einer Studie im Auftrag der Bahn nutzen 46 Prozent aller Reisenden den Zug, 30 Prozent das Flugzeug und 24 Prozent Auto oder Bus. Vor der Eröffnung der Bahnstrecke Anfang Dezember 2017 lag das Flugzeug noch an der Spitze.

Offenbar machen die rund vier Stunden Reisezeit von Berlin nach München und umgekehrt die ICE-Strecke zum Verkaufsschlager. Reisende loben, dass sie immer im Herzen der beiden Großstädte, den Hauptbahnhöfen, ankommen. Das Flugzeug kann da nicht mithalten, wenn man An- und Abfahrt zu den Flughäfen sowie zeitintensive Sicherheitschecks hinzurechnet. Deshalb fliegen immer weniger Menschen zwischen der Bundeshauptstadt und der bayerischen Metropole hin und her. Das sind halb so viele wie im letzten Jahr.

Durch die Neubaustrecke ist der ICE zum Verkehrsmittel Nummer eins geworden. Fast die Hälfte aller Reisenden nutzt ihn. Auto und Bus sind deutlich abgeschlagen. Kein Wunder: Denn mit ihnen sind Reisende zwischen Berlin und München jenseits der sechs Stunden unterwegs, Staus nicht einkalkuliert.

Der Umstieg auf die umweltfreundliche Bahn ist ein Beitrag zum Klimaschutz: Hochgerechnet auf zwei Personen im Pkw und alle Flugreisenden beträgt die Einsparung an CO2 rund 188.000 Tonnen.

Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG

Mehr Passagiere durch neue Züge

Aufgrund der starken Nachfrage kündigte die Bahn AG ein erweitertes Angebot an. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember soll erstmals der neue ICE 4 auf der Strecke eingesetzt werden. Er bietet mit 830 Sitzplätzen mehr Platz für Reisende als die bislang dort verkehrenden Züge. Die Zahl der Sitzplätze erhöht die DB auf der Strecke damit um 1.200 Sitzplätze pro Tag.

Fünf statt bisher drei ICE-Sprinter werden die Metropolen pro Tag und Richtung in unter vier Stunden verbinden. Und es wird ab Anfang Dezember eine erste internationale Verbindung geben, die von Berlin über Erfurt in die österreichische Hauptstadt Wien führt. Dann werde sich die Reisezeit zwischen den beiden europäischen Hauptstädten um rund eine halbe Stunde gegenüber heute verkürzen, hieß es aus der Bahnzentrale.

Fahrgastverband kritisiert überfüllte Züge

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert dagegen übervolle Züge auf der ICE-Neubaustrecke Berlin-München. Den 4,4 Millionen Reisenden auf der Strecke habe es im vergangenen Jahr oft an Komfort gefehlt, erklärte der Verband zum einjährigen Bestehen der Neubaustrecke.

Pro-Bahn-Vertreter Peter Simon Bredemeier monierte, dass sich Fahrgäste oft in die Züge quetschen müssten und dann noch zu spät am Ziel ankämen. Auch die Anbindung der Fernzüge an den Regionalverkehr klappe nicht so wie geplant, sagte Bredemeier MDR THÜRINGEN. Sein Fahrgastverband sei deshalb nicht so in Feierlaune wie die Bahn AG.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 30. November 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2018, 19:40 Uhr

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9 Kommentare

01.12.2018 12:47 Reservierungspflicht 9

Dass es bestimmten Nörglern nicht recht ist, dass die DB AG auch mal positive Schlagzeilen schreibt, darf schon pathologisch genannt werden.
Und es sind immer die gleichen,
von denen das Unternehmen angepinkelt wird - mit tatkräftiger Hilfe der Medien.

01.12.2018 11:41 Quantix 8

Danke Duchac, danke Vogel, danke Deutschland!

Diese Strecke ist ein großer Gewinn. Ihr Erfolg gibt ihren Erfindern, Planern, Umsetzern und Fürstreitern Recht. Und sollte uns allen Ansporn sein, auch in Zukunft für große Infrastrukturprojekte zu kämpfen, die Menschen schneller zueinander bringen.

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