Teilnehmer einer "Fridays-for-Future"-Demonstration in Jena
Wie hier in Jena haben am Freitag in verschiedenen Thüringer Städten zahlreiche Menschen für einen besseren Klimaschutz demonstriert. Bildrechte: Alexander Reißland

Fridays for Future Tausende bei Klima-Demos in Thüringen

Der Klimaschutz geht ihnen nicht weit genug, sie alle treibt die Sorge um die Zukunft des Planeten auf die Straße: Den Schülern und Studierenden der "Fridays for Future"-Bewegung haben sich am Freitag in Thüringen auch zahlreiche Erwachsene angeschlossen - insgesamt mehrere Tausend.

Teilnehmer einer "Fridays-for-Future"-Demonstration in Jena
Wie hier in Jena haben am Freitag in verschiedenen Thüringer Städten zahlreiche Menschen für einen besseren Klimaschutz demonstriert. Bildrechte: Alexander Reißland

Trotz des Feiertags in Thüringen haben sich am Freitag über 7.000 Menschen in mehreren Städten an den Klimaprotesten beteiligt. Allein in Erfurt und Jena versammelten sich nach Einschätzung der Polizei jeweils etwa 2.500 Demonstranten in den Innenstädten. Gekommen waren nicht nur Schüler und Jugendliche, sondern auch viele Familien und ältere Menschen. Sie trugen Plakate wie "Kurzstreckenflüge nur noch für Insekten" oder Sonnenblumen mit sich.

Protest in Thüringen Fridays for Future: Klima-Demo zieht durch Erfurt und Jena

In verschiedenen Thüringer Städten gingen am Freitag (20.09.2019) Menschen für besseren Umwelt- und Klimaschutz auf die Straße. In Erfurt und Jena fanden die größten "Fridays for Future"-Demos des Freistaats statt.

Demonstrierende während eines Klimaprotests in der Bahnhofstraße in Erfurt
In Erfurt sind am Freitag nach Polizeiangaben 2500 Menschen auf die Straße gegangen. Bildrechte: MDR/Tino Magiera
Demonstrierende während eines Klimaprotests in der Bahnhofstraße in Erfurt
In Erfurt sind am Freitag nach Polizeiangaben 2500 Menschen auf die Straße gegangen. Bildrechte: MDR/Tino Magiera
Demonstrierende während eines Klimaprotests in der Bahnhofstraße in Erfurt
Als Teil der "Fridays for Future"-Bewegung forderten sie einen besseren Klimaschutz. Bildrechte: MDR/Tino Magiera
Demonstrierende während eines Klimaprotests in der Bahnhofstraße in Erfurt
Die Teilnehmer machten dabei beispielsweise auf die Gefahren von Plastik für die Umwelt aufmerksam. Bildrechte: MDR/Tino Magiera
Demonstrierende während eines Klimaprotests in der Bahnhofstraße in Erfurt
Die Klima-Demo in Erfurt war am Freitag neben der in Jena die größte in Thüringen. Doch auch in kleineren Städten gingen zahlreiche Menschen auf die Straße. Bildrechte: MDR/Tino Magiera
Teilnehmer einer "Fridays-for-Future"-Demonstration in Jena
In Jena waren es wie in Erfurt etwa 2500 Demonstrierende. Bildrechte: Alexander Reißland
Teilnehmer einer "Fridays-for-Future"-Demonstration in Jena
Bei der Kundgebung am Kirchplatz in Jena ging es eng zu. Bildrechte: Alexander Reißland
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Fridays for Future: Demos in Thüringer Städten

Demonstrationen gab es unter anderem auch in Altenburg, Gotha und Suhl. In Weimar zählte die Polizei bis zum Nachmittag 1.200 Teilnehmer. Vielerorts läuteten als Ausdruck des Engagements für mehr Klimaschutz die Kirchenglocken. Einige Kirchengemeinden organisierten zusätzlich Friedensgebete und Andachten.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte angesichts der Resonanz des Klimaprotests in Erfurt zum Feiertag: Der Vorwurf, dass die Anhänger von "Fridays for Future" nur auf die Straße gingen, um nicht zur Schule zu müssen, sei eindeutig widerlegt. Es sei gut, wenn die junge Generation so Druck mache und sich einmische.

Die ungefähren Teilnehmerzahlen von Fridays for Future in Thüringen im Überblick (Polizeiangaben am frühen Freitagabend):

  • Erfurt: 2.500
  • Jena: 2.500
  • Weimar: 1.200
  • Suhl: 200
  • Altenburg: 150
  • Gotha: 150
  • Nordhausen: 150
  • Gera: 100
  • Mühlhausen: 50
  • Waltershausen: 40
  • Greiz: 30

Menschen in Mühlhausen stellen sich tot

Auch in Mühlhausen haben am Freitag Dutzende Menschen an der "Fridays for Future"-Demonstration teilgenommen. Kinder und Jugendliche zogen gemeinsam mit Erwachsenen vom Blobach durch die Innenstadt zum Erholungsgebiet Schwanenteich. Auf Transparenten und Plakaten forderten sie den sofortigen Kohleausstieg und schnelleres Handeln für den Klimaschutz. Am Ende der Demo legten sich alle Teilnehmer auf den Boden und stellten sich tot, um symbolhaft die Folgen des Klimawandels zu zeigen.

Fridays for Future ruft zu globalem Klimastreik auf

Demonstrationen für mehr Klimaschutz gab es am Freitag weltweit. Einem Aufruf der Jugendbewegung Fridays for Future zum globalen Streik folgten allein in Australien rund 300.000 Menschen, wie die Veranstalter mitteilten. In Deutschland waren in zahlreichen Städten mehr als 570 Aktionen und Demonstrationen angemeldet. Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Klimabewegung wird von Schülern und Studenten getragen. Sie fordern von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2019, 12:08 Uhr

52 Kommentare

martin vor 3 Wochen

Darf ich Ihnen empfehlen, ihre Kompetenzen in Sachen "Textverständnis" zu verbessern? Ich schrieb nicht von Google-Wissen, sondern dass die Suchmaschine Ihres Vertrauens (meine ist nicht Google) Sie zu dem Quelltext führen wird - in diesem Fall das JGG.

Und es ist übrigens keine Meinung, dass die Regelungen zur Anwendung von Jugendstrafrecht auf Heranwachsende nicht in der StPO sondern im JGG stehen. Aber wenn es Ihnen weiter hilft unbequeme Fakten zu Meinungen zu degradieren, möchte ich dieser Bequemlichkeit nicht weiter im Weg stehen und beende deshalb diesen Strang für meinen Teil und wünsche noch einen angenehmen Sonntag.

martin vor 3 Wochen

Bei der Feststellung der Fakten fehlt allerdings noch die Frage, woher die einzelnen Demonstranten denn gekommen sind. Haben Sie mal über die Frage nachgedacht, dass manche nach Berlin gefahren sein könnten, weil die Bundespolitik (mit Hauptsitz in Berlin) ja "zuständig" ist und nicht der Stadtrat von Erfurt oder Jena?

Übrigens: Auch bei anderen Themen kommen nicht immer alle Menschen zu allen Demonstrationen, die das Thema für richtig / wichtig / unterstützenswert halten. Weshalb soll dann bei den Klimademonstrationen plötzlich dieser Maßstab angelegt werden?

Und das "Argument" "Lieber schwänzen / demonstrieren als Unterricht" wird auf einzelne Teilnehmer sicher zutreffen. Aber das gilt auch bei anderen Streiks. Da sind auch Leute bei, die lieber demonstrieren als am Fließband zu schuften. Allerdings taucht das Argument dort dann nicht auf. Merkwürdig, gell?

martin vor 3 Wochen

"Die Jugend" behauptet, dass sie auf die Straße gehen, weil sie nicht für den ...... der heutigen Erwachsenen zahlen wollen. Ich finde die Argumentation der demonstrierenden jungen Menschen plausibler.

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