Pandemie-Verordnung Erfurter Kulturschaffende posten gegen das Corona-"Kulturkoma"

Vertreter der Kulturbranche der Landeshauptstadt haben eine Internetaktion begonnen, um auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam zu machen. Dazu stellen sie unter dem Schlagwort "Kulturkoma" Beiträge in sozialen Netzwerken online. Durch die aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie müssen Theater, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen sowie Kinos den November über geschlossen bleiben.

Vertreter der Kulturbranche der Landeshauptstadt haben eine Internetaktion begonnen, um auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam zu machen. Dazu stellen sie unter dem Schlagwort "Kulturkoma" Beiträge in sozialen Netzwerken online. Es gehe darum, durch das gemeinsame Symbol der Kultur ein Gesicht und eine Stimme zu geben, hieß es in einer Mitteilung von Sonntag.

Wir müssen als wichtiger Gesellschafts- und Wirtschaftsfaktor endlich ernst genommen werden.

Lisa Hilpert Ständige Kulturvertretung

Zudem fordert der Zusammenschluss der Kulturschaffenden eine bessere Förderung. Kulturakteure seien zwar oft gewohnt, unter prekären Verhältnissen zu arbeiten. Das sei vielleicht mit ein Grund, weshalb auch nach dem ersten Lockdown in Erfurt bislang keine Kulturinstitution dauerhaft schließen musste. "Jetzt, mit dem zweiten Lockdown, ist die Improvisationsfähigkeit an ihre Grenzen gekommen, da wir trotz aufwendiger Hygienekonzepte nun wieder ins Arbeitsverbot geschickt wurden", kritisierte Hilpert.

Die Ständige Kulturvertretung Erfurt Die Ständige Kulturvertretung Erfurt (SKV) ist ein Zusammenschluss von Kulturakteuren, die sich für politische und künstlerische Teilhabe der freien (sozio-)kulturellen Szene am Stadtgeschehen einsetzen. Neben dem Mitspracherecht bei kulturpolitischen Entscheidungsprozessen fordern die Akteure eine größere Anerkennung für die kulturellen Leistungen der Kunst- und Kulturschaffenden.

Neuer Lockdown trifft vor allem Kulturszene

Durch die aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie müssen Theater, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen sowie Kinos den November über geschlossen bleiben. Auch Museen, Bars, Clubs und Diskotheken dürfen in der Regel keine Besucher empfangen.

Vor Kurzem hatte auch der bekannte Erfurter Musiker Clueso auf die prekäre Lage der Kulturbranche aufmerksam gemacht. "Hier werden Existenzen plattgemacht", sagte der 40-Jährige im Interview bei MDR Jump. "Hinter jedem Musiker und jedem Frontmann, der auf der Bühne steht, stehen ganz viele Leute, die Bühnen aufbauen, die Licht machen, die organisieren."

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. November 2020 | 20:00 Uhr

2 Kommentare

Deutscher_Patriot vor 15 Wochen

Als Mitglied eines kulturschaffenden Vereins erlebe ich das Dilemma mit: Wir Kulturschaffenden wollen unser Publikum keinem Risiko aussetzen, damit sich die Leute nicht bei uns infizieren.
Aber es fehlen uns die Einnahmen aus Veranstaltungen.
Wenn nichts passiert, sind viele Kultur-Lokalitäten und -Firmen "nach Corona" pleite.
Wo geht ihr dann aus?
Wer baut dann die Bühnen für Konzerte auf?

Da mal drüber nachdenken....

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 15 Wochen

Zur Kirche kann man stehen wie man will - nicht zuletzt wegen der angespannten Situation für Kulturschaffende haben auch wir heute in Gottesdiensten um eine Kollekte gebeten:

für den Gemeindedienst der EKM zur Förderung
von Kleinkunstveranstaltungen im ländlichen Raum.


Unsere Gebete sind für und mit Euch allen !

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