Erfurt Mitteldeutsche Einzelhandels-Mitarbeiter fordern mehr Lohn

Mehrere Hundert Verkäuferinnen und Verkäufer in Mitteldeutschland haben am Freitag ihre Arbeit niedergelegt. Aufgerufen zu dem ganztägigen Ausstand hatte die Gewerkschaft Verdi. Sie will den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Denn derzeit verdient eine Thüringer Verkäuferin etwa 1.500 Euro weniger als ihre Kollegin in Baden-Württemberg oder Bayern.

Teilnehmer einer zentralen Kundgebung auf dem Erfurter Anger.
Etwa 400 Verkäuferinnen und Verkäufer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen versammelten sich am Freitag auf dem Erfurter Anger, um für ihre Tarifforderungen zu demonstrieren. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Beschäftigte verschiedener Firmen beteiligt

Etwa 400 Verkäuferinnen und Verkäufer aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt waren nach Erfurt gekommen, um für höhere Löhne und bessere Arbeitszeiten zu demonstrieren. Beschäftigte unter anderem von Kaufland, H&M, Karstadt Sport, IKEA und Esprit zogen nach einer zentralen Kundgebung auf dem Erfurter Anger durch die Innenstadt.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten zwei Cent mehr pro Minute. Zudem sollen Azubis 100 Euro zusätzlich für jedes Ausbildungsjahr bekommen. Die Arbeitgeber bieten bislang eine Lohnerhöhung in zwei Schritten um 1,5 sowie 1,0 Prozent an. Das ist der Gewerkschaft zu wenig.

Arbeitgeber reagiert gelassen

Die Kaufland-Filialen in Thüringen bleiben trotz des Streiks geöffnet. Das Unternehmen teilte mit, man respektiere die Streiks als "legitime Möglichkeit für Arbeitnehmer, ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen". Kaufland sei ein "leistungsstarker und verlässlicher Arbeitgeber", der Wert lege auf eine faire Bezahlung seiner Mitarbeiter.

Kaufland hat nach Gewerkschaftsangaben eine marktbeherrschende Position im Einzelhandel. Umsätze und Gewinne seien stetig gestiegen, die Beschäftigten müssten am Erfolg teilhaben, so Gewerkschaftssprecher Jörg Lauenroth-Mago. Bundesweit betreibt Kaufland rund 670 Filialen und beschäftigt rund 74.000 Mitarbeiter.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 14. Juni 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2019, 10:24 Uhr

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3 Kommentare

15.06.2019 13:07 Pfingstrose 3

Ich finde es richtig das die Mitarbeiter des Einzelhandels streiken. Auch möchte ich den Verdienst einer Verkäuferin aufzeichnen, was nicht gerade die Welt ist und dies sich auch bei der Rentenberechnung bemerkbar macht. Viele derer erhalten gerade einmal den Mindestlohn und als Rentner die Mindestrente und diese beträgt 6.531,07 Euro pro Jahr für vor dem 1. Januar 1996 Versicherte, dies sind im Monat 544,26 €.

14.06.2019 20:42 Gudrun Mehler 2

Eine Kette ohne Ende, all diese Forderungen nach mehr Lohn, Rente oder Kindergeld, das bringt doch nichts. Es wird anschließend alles Preislich erhöht, wie Strom Versicherung Wasser und Abwasser und man hat unterm Strich weniger Geld in der Börse als vorher.
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