Erfurt Prozess um Mafiaüberfall auf Gaststätte startet erneut

Überfall mitten auf Erfurts Kneipenstraße: Im Oktober 2017 griffen mehrere Männer den armenischen Inhaber eines Restaurants und weitere Angestellte an. Alles deutet auf einen Mafia-Hintergrund hin. Im zweiten Anlauf startet nun das Verfahren.

Polizeieinsatz in der Michaelisstraße Erfurt
Der Überfall in der Michaelisstraße im Oktober 2017. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Vor dem Landgericht Erfurt startet am Mittwoch um 9 Uhr der Prozess um einen mutmaßlichen Mafiaüberfall auf ein Erfurter Innenstadt-Restaurant zum zweiten Mal. Bereits Anfang Juli hatte das Verfahren begonnen. Es musste aber aufgrund eines formalen Fehlers bei der Schöffenbesetzung gestoppt werden. Die Anwälte des Hauptangeklagten hatten diesen Fehler beanstandet und das Gericht gab ihnen Recht. Aus diesem Grund musste das Verfahren erneut angesetzt werden.

Die für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft Gera hatte bereits im ersten Verfahren die Anklage verlesen. Das muss sie mit dem Neubeginn des Prozesses am Mittwoch noch einmal tun. Die Staatsanwaltschaft wirft den sieben Angeklagten unter anderem die Bildung einer bewaffneten Gruppe vor, zudem auch gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch. Die sieben deutschen Männer sollen am 11. Oktober 2017 das Restaurant in der Erfurter Michaelisstraße überfallen haben.

"Stellung und Macht demonstrieren"

Laut Anklage hatten sie den armenisch-stämmigen Betreiber auf die Straße vor seiner Gaststätte gelockt. Dort sollen die Angeklagten und mindestens acht weitere Männer, die aber nicht identifiziert werden konnten, auf ihn losgegangen sein. Bei dem Überfall wurden der armenische Wirt und mehrere Angestellte zum Teil schwer verletzt. Die Täter sollen Elektroschockwaffen und Pfefferspray eingesetzt haben. Laut Staatsanwaltschaft ging es bei dem Überfall darum, "Stellung und Macht zu demonstrieren".

Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN soll hinter dem Überfall ein seit Jahren laufender Rivalitätskampf verschiedener armenischer Mafiaclans stecken. Demnach vermuten die Ermittler, dass die sieben Angeklagten für den Überfall angeheuert worden sind. Welche Rolle der überfallene Betreiber und sein Restaurant dabei spielen, ist unklar. Er tritt in dem Verfahren nicht als Nebenkläger auf. Das Thüringer Landeskriminalamt beobachtet seit einigen Jahren die Aktivitäten armenischer Mafia-Gruppen in Thüringen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Juli 2018 | 06:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen