Nach Demo gegen Moscheebau im Ortsteil Marbach Islamische Gemeinde kritisiert Stadt Erfurt

Nach der Anti-Moschee-Demonstration einer Gruppe von 20 Menschen am Sonntag in Erfurt-Marbach hat die islamische Ahmadiyya-Gemeinde die Stadtverwaltung kritisiert. Das "Wegschauen und unverantwortliche Handeln" der Behörden mache ihm als Muslim Angst, sagte Gemeindesprecher Suleman Malik am Dienstag. Gemeindemitglieder würden bedroht und angepöbelt, er selbst sei auch getreten worden. Dass die Stadtverwaltung nun auch den Aufzug der teils maskierten Personen in Marbach genehmigt habe, könne er nicht verstehen. "Wir bieten ja den Dialog an, wollen informieren und stehen jeden Samstag auf dem Anger."

Demonstration in Erfurt
Die Demonstration in Marbach Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Ahmadiyya-Gemeinde will auf einem Grundstück im Erfurter Ortsteil Marbach eine Moschee bauen. Am Sonntag hatte eine Gruppe von Personen, teils in Verkleidung, gegen den Moscheebau demonstriert und auf Transparenten die Einwohner des Ortsteils beschimpft. An mehreren Stellen im Ort, darunter vor dem Wohnhaus der Grünen-Landtagsabgeordneten Astrid Rothe-Beinlich, hielt die Gruppe Kundgebungen ab. Die Stadt hatte die Demonstration genehmigt - auch das Vermummen einiger Demonstranten unter anderem mit dem islamischen Niqab, einer Art Vollverschleierung für Frauen. Diese Vermummung sei Ausdruck einer Meinungsäußerung, so die Stadtverwaltung.

Die Thüringer Integrationsbeauftragte Mirjam Kruppa sagte am Dienstag, es sei nicht hinnehmbar, wenn Menschen sich versammeln, um andere zu diffamieren, zu beleidigen und einzuschüchtern. Man müsse jetzt deutlicher für Demokratie und gegen Rassismus eintreten. Dabei sollten aber keine Probleme bei der Integration von Flüchtlingen unter den Tisch gekehrt werden. Es sei nötig, kontrovers zu diskutieren, Vorurteile abzubauen, stereotype Rollenzuschreibungen zu hinterfragen und mit Interesse, Offenheit und Empathie aufeinander zuzugehen. "Das sind die Grundregeln des Rechtsstaates und der Demokratei - sie gilt es zu verteidigen", so Kruppa. Dabei helfe es wenig, in Kategorien und Kulturen zu denken und zu urteilen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. September 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2018, 16:44 Uhr

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77 Kommentare

06.09.2018 17:25 Eulenspiegel 77

Hallo der_Silvio 74
Ich denke wenn man an ein politischen Diskussion teil nehmen will dann sollte man Sachargumente vor bringen können.
Das können sie nicht!
Eine klare Aussage dazu von mir:
Ohne Sachargumente kann man sie nicht für voll nehmen.
Darum noch ein mal meine Frage:
Was hat diese islamischen Ahmadiyyagemeinde die Geschichte die seit über 90 Jahren in Deutschland ansässig ist mit der Endwicklung des Sudan zu tun? Nichts!

06.09.2018 17:10 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 76

@ 70:
Zitat "Kernpunkt meiner Aussagen war und ist, sich mit dem Islam und der Ahmadiyya Gemeinde kritisch auseinander zu setzen. Weiterhin sehe ich die Expansion dieser Gemeinschaft kritisch."

Du kannst diese Gemeinde und ihre Expansionsbestrebungen gern kritisch sehen! Das entspricht der Meinungsfreiheit.
Genauso können auch Deine Äußerungen durchaus kritisch gesehen werden - was auch Teil der Meinungsfreiheit ist.

Daß Du von Deinen Argumenten 'überzeugt' bist, liegt in der Natur der Sache.
Nun mußt Du Dich selbst nur noch davon überzeugen lassen, daß die Ahmadiyya-Gemeinde eine anerkannte Religionsgemeinschaft in Deutschland ist - genauso wie die ev. und vor allem die kath. Kirche, deren 'missionarische Expansionsgelüste' sich durchaus vereinzelt nicht nur auf die 'Missionarsstellung' beschränkt/e.

Man darf ja den Islam so abgrundtief hassen, wie man will, solange man diesen Hass nicht in Tat oder diffamierendes Wort umsetzt.
... eigentlich recht simpel.

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