Kontrollen Erfurter Bahn zählt 1.000 Masken-Verweigerer in Zügen

Von August bis Anfang September hat die Erfurter Bahn bei Kontrollen, die Einhaltung der Maskenpflicht überprüft. Dabei wurden rund 1.000 Maskenverweigerer und Maskenmuffel festgestellt. Von Fahrgästen und Personal gab es aber überwiegend positive Resonanz.

Ein Mann steht mit verschränkten Armen vor einem Zug.
Geschäftsführer der Erfurter Bahn und Süd-Thüringen-Bahn, Michael Hecht (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Florian Girwert

Die Erfurter Bahn hat innerhalb von vier Wochen rund 1.000 Maskenverweigerer und Maskenmuffel in ihren Zügen festgestellt. Dies sei das Ergebnis von Stichproben, sagte Geschäftsführer Michael Hecht am Dienstag MDR THÜRINGEN.

Von August bis Anfang September hatte das Bahnunternehmen in seinen Zügen der Erfurter Bahn und Süd-Thüringen-Bahn extra ein Sicherheitsunternehmen beauftragt, um die Einhaltung der Maskenpflicht durchzusetzen. In den meisten Fällen seien die Fahrgäste der Aufforderung nachgekommen. Lediglich zwei Maskenverweigerer seien des Zuges verwiesen worden.

Masken-Weigerung in der Bahn sorgt für Streit unter Fahrgästen

Anlass der Kontrollaktion waren Beschwerden von Fahrgästen ebenso wie von den meist weiblichen Zugbegleitern. Diese hätten es schwer, sich bei renitenten Fahrgästen durchzusetzen. Auch sei es wegen der Weigerung, eine Maske zu tragen, mehrfach zu Streit unter den Fahrgästen gekommen, sagt Geschäftsführer Hecht. 

Es sei problematisch, dass in den Beförderungsbedingungen das Thema Corona nicht vorkommt. Allerdings können Fahrgäste, wenn sie für andere zur Gefahr werden, von der Beförderung ausgeschlossen werden. Um das aber durchzusetzen, bräuchte das kommunale Bahnunternehmen die Hilfe der Bundespolizei.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einer unkenntlich gemachten, gebeugten Person 6 min
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Umschau Di 27.10.2020 20:15Uhr 06:03 min

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Kontrolle soll wiederholt werden

Die erste Kontrollaktion im Spätsommer habe eine positive Veränderung bewirkt, sagt Geschäftsführer Hecht. Fahrgäste befürworteten die zusätzlichen Sicherheitsleute in den Zügen, auch das Zugpersonal bewertete die Unterstützung positiv. Aus diesem Grund will die Erfurter Bahn die Aktion wiederholen.

Normalerweise sei das Ansteckungsrisiko im ÖPNV gering, ist der Bahnchef überzeugt - wenn alle ihre Maske tragen. Ihm gehe es darum, dass Fahrgäste und Zugpersonal sich sicher fühlen. 

Vier von fünf Fahrgästen bleiben Bahn fern

Allerdings geht das zusätzliche Kontrollpersonal der Fremdfirma auf Kosten des Unternehmens. Das musste im Frühjahr ohnehin schon einen Umsatzrückgang verkraften, sagt Hecht. Vier von fünf Fahrgästen seien der Erfurter Bahn beziehungsweise Süd-Thüringen-Bahn ferngeblieben.

Mittlerweile habe man wieder das Niveau von 70 bis 80 Prozent der Vor-Corona-Zeit erreicht, spüre aber gerade seit den vergangenen Tagen erneut eine deutliche Zurückhaltung der Fahrgäste.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 27. Oktober 2020 | 11:30 Uhr

12 Kommentare

Jena vor 4 Wochen

@Akel..Sie sollten sich besinnen und zur Vernunft kommen. Ein Infektionsschutzforderung mit einer falschen Ampelnutzung zu vergleichen ist stark am Ziel vorbei diskutiert. Ich hoffe das solche Aussagen in Zukunft abnehmen und das Diskussionen zum Thema, den Menschen mit Fachverstand überlassen wird. In diesen Sinne, bleiben Sie alle gesund!

Freies Moria vor 4 Wochen

Ganz doof gefragt:
Wieviele sind in der Bahn Corona-krank geworden, kennt jemand Erkrankte?
Weiß jemand ob die Bahn die Umluft filtert wie es Flugzeuge tun (HEPA-Filter)?

emlo vor 4 Wochen

@Critica: Nein, es ist nicht richtig was Akal da schreibt! Verordnungen (und darum handelt es sich bei der Maskenpflicht) werden auf Grundlage von Gesetzen, die von den Parlamenten beschlossen wurden, erlassen. Bei der Maskenpflicht beruhen die Verordnungen auf dem Infektionsschutzgesetz. Es handelt sich also keineswegs um Willkür. Außerdem lassen sich auch Verordnungen gerichtlich anfechten, was ja auch schon geschehen ist. Bei der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmittel hatte aber noch keine Klage dagegen Erfolg.
Und noch etwas Critica, wieso beschimpfen Sie hier die Parlamente als "nutzlos"? Sie hätten wohl lieber wieder einen "Führer"? Falls ja, dann könnten Sie nach Nordkorea auswandern. Die haben noch sowas Ähnliches.

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