Teilnehmer des Kirchentages der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens 1989 vor der Michaeliskirche in Leipzig
Teilnehmer des Kirchentages der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens 1989 vor der Michaeliskirche in Leipzig Bildrechte: imago/epd

Programmtipp: MDR im Ersten | 18.02.2019 "Ewige Schulden: Ostdeutschlands Kirchen und die Staatsleistungen"

Nur 20 Prozent der Menschen im Osten sind Kirchenmitglieder. Trotzdem fließt eine Menge Geld vom Staat an die Kirchen. Thüringen liegt dabei in ganz Deutschland auf Platz drei. Der neue MDR-Film "Ewige Schulden - Ostdeutschlands Kirchen und die Staatsleistungen" geht auf Spurensuche.

Teilnehmer des Kirchentages der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens 1989 vor der Michaeliskirche in Leipzig
Teilnehmer des Kirchentages der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens 1989 vor der Michaeliskirche in Leipzig Bildrechte: imago/epd

30 Jahre Mauerfall bedeuten auch 30 Jahre gemeinsame Geschichte der Kirchen Ost und West. Eine Zeit, die von sinkenden Mitgliederzahlen und wachsendem Bedeutungsverlust der Kirche speziell in der Bevölkerung im Osten des Landes gekennzeichnet ist. Und vielleicht von einer vertanen Chance auf Veränderungen.

Nach der Friedlichen Revolution hat der Osten viele Regeln vom Westen einfach übernommen: Darunter die Staatsleistungen an die Kirchen, die mancherorts im Vergleich zur Mitgliederzahl der Kirchen und zur Einwohnerzahl der neuen Bundesländer besonders hoch liegen. Es entstand ein neues Fundament für die enge Beziehung zwischen Staat und Kirche.

Der Mauerfall war eine große Befreiung für die katholische und die evangelische Kirche der DDR. Durch staatliche Repressalien hatten die Kirchen im Osten zwischen 1949 und 1989 weit mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Und trotzdem wurden beim Zusammenbruch der DDR gerade die Kirchen gesellschaftlich relevant, boten geschützte Räume für die Oppositionsbewegung und waren am Ende einer der wichtigsten Katalysatoren der friedlichen Revolution.

Die schwierige Zeit unter dem DDR-Regime hatte jedoch eine ganz eigene Kirche hervorgebracht: Eine, die wenig bürokratisiert war, gemeindenah und an vielen Stellen staatsfern und der Glaubwürdigkeit wichtig war.

Das neue, demokratische Land bot den Ostkirchen Chancen, aber auch Herausforderungen. Sie mussten in einer der ungläubigsten Regionen der Welt agieren, ihr Verhältnis zu den Westkirchen neu definieren. Und ihr Verhältnis zum Staat. Wo stehen die Kirchen heute? Welche Alternativen hätte es gegeben? Wieviel Nähe haben sie zum Staat und wieviel Nähe zu den Menschen?

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Ewige Schulden | 18. Februar 2019 | 23:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2019, 14:39 Uhr

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1 Kommentar

06.02.2019 01:35 part 1

Womit wir wieder bei der Reichsverfassung von 1919 wären, die den nachfolgenden Grundstein dafür legte, das bei die beiden deutschen Staatskirchen heute auf Kosten des Steuerzahlers 17,3 Milliarden Euro jährlich erhalten, einfach so aus einem antiquierten Gesetz nebenher zu den geleisten sozialen Leistungen. In der DDR denke ich, wurden die eng bemessen Geldmittel besser in den Wohnungsbau investeriert, statt in Aberglauben. Heute hat man dort Grünflächen auf denen sich einsame Hundehalter treffen. In der BRD herrscht das Subsidaritätsprinzip, das aber mit der Überstellung der Finazämter an die Prüfung der Gemeinnützigkeit von Vereinen und Organistionen in die politische Beurteilung der jeweiligen Bundesländer überstellt wurde. Demokratie scheint ein langwieriger Entwicklungsprozess zu sein?

[Anm.d.Red.]: Bitte mit brauchbaren Quellen arbeiten. Ihre oben genannte Zahl entspricht den seit 1949 an die Kirchen gezahlten Staatsleistungen - nicht jährlich!

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