Multifunktionsarena in Erfurt aus der Vogelperspektive
Für die Nutzung der Multifunktionsarena am Steigerwald muss der insolvente Fußballclub Rot-Weiß Erfurt Miete zahlen. Die Frage ist, in welcher Höhe - das letzte Wort hat der Stadtrat. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Kosten für Nutzung der Arena Rot-Weiß Erfurt: Insolvenzverwalter einigt sich mit Stadt auf Stadionmiete

Rot-Weiß Erfurt muss weiter auf seinen Mietvertrag für das Steigerwaldstadion warten. Am Mittwochabend hat ein entsprechender Antrag der Stadtverwaltung, zu dem Thema zu beraten, die erforderliche Zweidrittelmehrheit knapp verfehlt. Nun soll ein Sonderstadtrat voraussichtlich in der kommenden Woche zusammenkommen, um über den Stadionmietvertrag zu beraten. Bis Anfang Juni muss der Fußballverein gegenüber dem Nordostdeutschen Fußballverband ein Heimstadion für die kommende Saison benennen.

von Matthias Thüsing

Multifunktionsarena in Erfurt aus der Vogelperspektive
Für die Nutzung der Multifunktionsarena am Steigerwald muss der insolvente Fußballclub Rot-Weiß Erfurt Miete zahlen. Die Frage ist, in welcher Höhe - das letzte Wort hat der Stadtrat. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Rot-Weiß Erfurt muss weiter auf seinen Mietvertrag für das Steigerwaldstadion warten. Am Mittwochabend hat ein entsprechender Antrag der Stadtverwaltung, zu dem Thema zu beraten, die erforderliche Zweidrittelmehrheit knapp verfehlt. Nun soll ein Sonderstadtrat voraussichtlich in der kommenden Woche zusammenkommen, um über den Stadionmietvertrag zu beraten. Bis Anfang Juni muss der Fußballverein gegenüber dem Nordostdeutschen Fußballverband ein Heimstadion für die kommende Saison benennen.

Dabei ist der Vertrag über die Mietkosten für das Erfurter Steigerwaldstadion unterschriftsreif. In dem Entwurf ist alles geregelt - bis zum kleinsten Detail. Festgeschrieben ist nicht nur die Grundmiete für 17 Heimspiele von Rot-Weiß Erfurt in Höhe von 53.000 Euro, sondern etwa auch eine Kopfpauschale ab dem 3001. Zuschauer je Spiel. Oder der Anteil der Stadt Erfurt an den Wurst- und Bierverkäufen im Stadion. Auch die Vermietung der VIP-Logen kostet Rot-Weiß rund 30.000 Euro extra pro Saison. Sowohl die Stadträte, denen die Eckdaten des Vertrages mit dem RWE-Insolvenzverwalter am Dienstag vorgestellt wurden, wie auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung bestätigten diese Zahlen.

Dem Vertragsentwurf vorausgegangen waren am Montag noch einmal intensive Verhandlungen zwischen Mieter und Vermieter - nachdem die Stadt einen ersten Entwurf in der vergangenen Woche abgelehnt hatte. Die Einigung über 4.000 Euro pro Spiel sei nicht ortsüblich gewesen, so der Einwand der Stadt. Und dabei soll diese Miethöhe noch weit über den Erwartungen des Vereins gelegen haben, der gehofft hatte für die zuletzt vereinbarten 2.500 Euro je Partie auch in der vierten Liga auf dem Steigerwald-Rasen antreten zu dürfen. 

An einem Grundproblem des Vereins mit seiner Spielstätte kann aber auch die erwartete Zustimmung der Stadträte nichts ändern: an der Höhe der Nebenkosten. Denn mit dem Umbau des alten Stadions zur multifunktionalen Sport- und Eventarena ist vor drei Jahren auch der Bestandsschutz für zahlreiche Brandschutz- und Sicherheitsauflagen ausgelaufen. Seit der Neueröffnung etwa ist viel mehr Ordnungspersonal in der Arena gefordert als im alten Steigerwaldstadion. Darauf hatte Ex-Präsident Rolf Rombach bereits vor mehr als einem Jahr hingewiesen. Helfen konnte man ihm schon damals nicht wirklich, weil die Auflagen für Sicherheit und Brandschutz nun einmal bestehen - und auch nicht mit Ordnungsamt und Fußballbund verhandelbar sind. "Und nur weil Rot-Weiß künftig nicht mehr in der Dritten Liga spielt, wird das Ordnungspersonal ja nicht auf Lohn verzichten wollen", argumentiert ein Stadtrat. Bezogen auf den einzelnen Zuschauer in der Regionalliga werden die Nebenkosten in der Regionalliga vermutlich höher liegen als in der bisherigen Dritten Liga.

Allein schon wegen dieser Problemlage galt eine Zustimmung der Stadträte am Mittwochabend eigentlich als wahrscheinlich. "Was sollen wir dem machen", sagt etwa der Chef der Bunten Fraktion, Daniel Stassny. "Wir haben das Stadion für Rot-Weiß gebaut. Also sollten wir auch die Bedingungen schaffen, dass der Verein dort spielen kann." Und CDU-Fraktionschef Michael Panse ergänzt: "Wir können den RWE ja nicht in Gotha spielen lassen. Letztlich hat der Verein in Erfurt keine echten Alternativen zu seinem Heimstadion am Steigerwald."

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Mai 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 10:28 Uhr

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13 Kommentare

18.05.2018 10:07 Chemieschwein 13

@Marco guck dir an wie das mit einem alten Stadion geht .. sieh den Alfred Kunze Sportpark an .. und dann mal weiter reden . Chemie hat eine von den FCS Nachfolgern runtergekommenen,entkernten Sportpark übernommen , wo nichts mehr ganz war , selbst die Rasendrainagen wollte man noch rausreißen , bis die Stadt nen Riegel davorgeschoben hat ,sieh Dir an was gehen kann ,wenn alle anfassen, es geht nur pö a pö , wird noch Jahre dauern und wenn nur 5000 reindürfen dann ist es so .. das sollte aber für die nächsten Jahre auch bei RWE reichen . Oder noch ein Beispiel TSV 1860 München .. aber für 50000 € im Jahr ist das doch von der Stadt geschenkt , von uns wollte man im Zentralstadion 80000 € für ein Spiel haben und das Catering dazu …

17.05.2018 15:51 H.Lothar 12

Großspuriges Erfurt -- "wir" sind die Größten!
Wir brauchen ein neues und wenn wir ein neues Stadion haben spielen wir besser und steigen auf (so stand es vor Jahren in der TA + TLZ)
Pustekuchen.
Aber wir Steuerzahler geben dafür ja gern unser sauer verdientes Geld....

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