Azubi bei der Jenaer Antriebestechnik, JAT
Ein Mindestlohn für Azubis ist nicht nötig, sagt der Thüringer Verband der Wirtschaft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wirtschaft Thüringen Kritik an Plänen für Azubi-Mindestlohn

Die Bundesregierung will für Auszubildene so etwas wie einen Mindestlohn einführen. Vor allem ostdeutsche Azubis sollen davon profitieren. Die Thüringer Wirtschaft lehnt den Plan ab.

Azubi bei der Jenaer Antriebestechnik, JAT
Ein Mindestlohn für Azubis ist nicht nötig, sagt der Thüringer Verband der Wirtschaft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf den Vorstoß des Bundesbildungsministeriums reagiert der Verband der Wirtschaft Thüringens mit dem Hinweis, dass in einigen Branchen Auszubildene schon jetzt "sehr gut" vergütet würden. Azubis im Dachdeckerhandwerk beispielsweise bekämen 765 Euro im ersten Lehrjahr, 970 Euro im zweiten und 1190 Euro im dritten Lehrjahr.

Das ist deutlich mehr, als die Bundesregierung als Eckwerte für eine Lohnuntergrenze ins Spiel gebracht hat. Demnach sollen Lehrlinge ab 2020 monatlich mindestens 515 Euro bekommen. Die Vergütung soll bis 2023 auf 620 Euro steigen.

Mehr Nachwuchs mit mehr Lohn

Das Ziel der Regierung ist es, über die Löhne einige Branchen für den Nachwuchs wieder attraktiver zu machen. Die Thüringer Handwerkskammer hält dagegen, dass offenbar die Vergütung dafür nicht ausschlaggebend sei. Als Beispiel nannte Geschäftsführer Thomas Malcherek die Konditoreien. Hier stiegen die Lehrlingszahlen wieder leicht an, obwohl die Auszubildenen im ersten Lehrjahr aktuell nur mit 214,75 Euro rechnen könnten.

Malcherek wies den Vorstoß der Bundesregierung zurück. Das geplante Gesetz sei ein Eingriff in die Tarifautonomie. Arbeitgeber und Gewerkschaften sollten weiterhin selbst über die Ausbildungsvergütung entscheiden.

Was der DGB-Thüringen von den Plänen hält, ist noch offen. Auf Anfrage erklärte der Gewerkschaftsbund, dass es hier noch Abstimmungsbedarf gebe.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 13. Mai 2019 | 18:09 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2019, 20:33 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

14.05.2019 08:30 Bingo 6

Liebe Thüringer-Fachkräftejammerwirtschaftsvertreter,wer ordentlich zahlt findet auch Lehrlinge,schließlich werden aus Lehrlingen Facharbeiter und die sucht ihr ja angeblich dringend oder werden nur Billiglöhner gesucht ??? Dann sagt das auch...

14.05.2019 02:00 part 5

Leider hinken Einkommen und Vergütungen immer den real existierenden Preissteigerungen hinterher. Azubis sind dabei das letzte Glied in einer Kette selbst mit Betrieben mit Tarifbindung. Staatliche Förderungen wie die Berufausbildungbeihilfe darf dabei nicht als Alimentierung für Unternehmen dienen, die Kosten sparen möchten und Azubis gern als fleißige Hilfskräfte ansehen.

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen