Landgericht Erfurt Missbrauchsprozess muss neu starten

von Cornelia Hartmann

Ein Missbrauchsprozess am Erfurter Landgericht konnte am Mittwoch nicht wie geplant beginnen. Der Angeklagte hatte ein ärztliches Attest geschickt. Demnach musste er am Prozesstag seinen kranken Sohn betreuen. Dem 52-Jährigen aus dem Landkreis Gotha wird schwerer sexueller Missbrauch in mehr als 30 Fällen vorgeworfen. Er soll seine Stieftochter zwischen 2007 und 2012 immer wieder missbraucht haben. Den Ermittlungen zufolge war das Mädchen zu Beginn der Taten fünf Jahre alt. Das Opfer hatte sich erst spät offenbart.

Angeklagter hat Sorgerecht

In der Verhandlung wurde bekannt, dass der Angeklagte nach der Scheidung das alleinige Sorgerecht für seine eigenen Kinder hat. Das hat das Familiengericht Gotha entschieden. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters ist der 52-Jährige wegen Sexualstraftaten vorbestraft. Ihm droht möglicherweise Sicherungsverwahrung.

Gutachter mit engem Terminkalender

Zwei Gutachter werden für das Verfahren gebraucht. Ein Psychiater für Schuldfähigkeit und Gefährlichkeitsprognose des Angeklagten, eine Psychologin für die Glaubwürdigkeit des Mädchens. Die hochspezialisierte Sachverständige war für den Prozess aus Bochum angereist. Weil sie in den nächsten Wochen an anderen Gerichten Termine hat, soll der Erfurter Prozess nun im August komplett neu starten.

Opfer weiter unter Druck

Der Vorsitzende Richter informierte zum Abschluss gemeinsam mit der Anwältin die Betroffene über die Entwicklung in dem Verfahren und die anstehende zweimonatige Wartezeit. Die 17-Jährige brach in Tränen aus.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 18:08 Uhr

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