Polizeiautos an einem Feldweg
Im April 2019 flüchteten zwei Männer bei Behringen im Ilm-Kreis vor der Polizei. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Auf Flucht von Autobahnbrücke gestürzt Mutmaßlicher Drogendealer in Erfurt wegen versuchten Mordes angeklagt

Als Polizisten einen mutmaßlichen Dealer auf der A 71 anhalten wollten, gab dieser Gas und fuhr auf mehrere Beamte zu. Als er kurz darauf zu Fuß flüchten wollte, stürzte er bei Dunkelheit von einer Brücke. Nun steht er in Erfurt vor Gericht.

Gerichtsreporterin Cornelia (Conny) Hartmann vom MDR THÜRINGEN JOURNAL
Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

von Cornelia Hartmann

Polizeiautos an einem Feldweg
Im April 2019 flüchteten zwei Männer bei Behringen im Ilm-Kreis vor der Polizei. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Vor dem Erfurter Landgericht hat am Donnerstag der Prozess gegen einen mutmaßlichen Drogendealer begonnen. Der 31-Jährige soll mit größeren Mengen Marihuana und Amphetaminen gehandelt haben. Zudem ist er wegen versuchten Mordes angeklagt.

Dass der 31-Jährige den Schwurgerichtssaal des Erfurter Landgerichts auf eigenen Füßen betreten konnte, grenzt an ein Wunder. Denn auf der Flucht vor der Polizei ist er im April dieses Jahres von einer Autobahnbrücke der A 71 gestürzt. Bäume und Sträucher sollen den Sturz gemildert haben. Der Anklage zufolge war der 31-Jährige mit einem Kumpel gegen vier Uhr morgens zu einem Drogengeschäft in Suhl unterwegs. Im Auto: 46 Gramm Amphetamine.

Polizisten retteten sich mit Sprung zur Seite

Wochenlang schon hatten die Drogenfahnder sein Telefon abgehört, sie wussten also, wo er war und was er vor hatte. An diesem Tag wollten sie ihn festnehmen. Vor dem Tunnel Behringen hatte die Polizei einen künstlichen Stau erzeugt. Der Angeklagte musste anhalten. Die Fahnder kreisten ihn mit drei Autos ein. Ein Beamter sprach ihn an. Erst, so die Anklage, soll der 31-Jährige auch die Hände gehoben - dann aber plötzlich losgefahren sein. Er rammte ein Polizeiauto, aus dem gerade jemand aussteigen wollte. Dann soll er auf dem Standstreifen durch den Tunnel gerast sein und die Schranke durchbrochen haben.

Auf seiner Flucht soll er zudem auf vier Beamte zugefahren sein, die sich nur durch einen Sprung über die Leitplanke in Sicherheit bringen konnten, sagte der Staatsanwalt. Hinter dem Tunnel verließen der Angeklagte und sein Beifahrer das Auto und flohen zu Fuß weiter. Weil es noch dunkel war, übersahen, sie dass sie auf einer Brücke über die Leitplanke sprangen.

Bis Ende Dezember will die Schwurgerichtskammer Zeugen und einen psychiatrischen Sachverständigen hören. Auch der Angeklagte will sich äußern. Ein Urteil soll Ende Dezember ergehen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 07. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 20:49 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen

Zwei Frauen packen Schachteln mit Christbaumkugeln aus 3 min
Bildrechte: MDR THÜRINGEN