Luftaufnahme der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg
Luftaufnahme der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg Bildrechte: Holger John / VIADATA Photo

Erfurt Petersberg bleibt Sorgenkind der Buga

Seilbahn, Landesmuseum, Aufstiegshilfe, ein unterirdisches Besucherzentrum - das alles wurde an Attraktionen für den Erfurter Petersberg erwogen. Doch bis heute ist alles abgesagt, auf die Zeit nach der Buga verschoben oder zumindest noch ungewiss.

von Matthias Thüsing

Luftaufnahme der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg
Luftaufnahme der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg Bildrechte: Holger John / VIADATA Photo

Der Buga-Ausschuss der Stadt Erfurt hat für Mitte September detaillierte Informationen zum Planungsstand auf dem Petersberg angefordert. Teile der CDU-Fraktion schließen selbst den Verzicht auf den Standort Petersberg für die Bundesgartenschau 2021 nicht mehr aus. "Wenn wir nicht mehr rechtzeitig fertig werden, müssen wir es lassen", sagt CDU-Stadtrat Thomas Pfistner. Von einem Museum in der Defensionskaserne habe man sich bereits verabschiedet. Nun gehe es nur noch darum, zur Bundesgartenschau eine gastronomische Einrichtung hineinzubekommen - und vielleicht zwei oder drei Ausstellungsräume.

Baustelle zur Buga befürchtet

Damit mache auch die Neugestaltung des zentralen Exerzierplatzes vor dem Gebäude keinen Sinn. "Anfang September will das Land seine Planungen für den Militärbau über das Jahr 2021 hinaus bekanntgeben. Wenn dann tatsächlich ein Museum im Inneren entstehen soll, dann wird auch der Platz davor wieder zur Baustelle. Dann kommt ein großer Teil der Wege möglicherweise wieder weg", sagt Pfistner. Aus seiner Sicht wäre das Geldverschwendung.

Erfurter Linke hält an Petersberg fest

LINKEN-Politikerin Karola Stange aus Erfurt
Karola Stange Bildrechte: IMAGO

Doch was bleibt vom Buga-Standort Petersberg ohne Museum und Exerzierplatz? Zumal auch die geplante Restaurierung der historischen Peterskirche bis 2019 kaum aufgeschlossen sein wird. "Ich bin da skeptisch, ob wir das fertigkriegen. Aber anfangen müsse wir in jedem Fall", sagt die Linke-Abgeordnete Karola Stange, für die jedoch anders als bei Teilen der CDU eine Aufgabe des Petersberges keine Option ist. "Ich bin optimistisch, dass wir große Teile des Konzeptes bis 2021 pünktlich zum Buga-Start umgesetzt bekommen." 40 Jahre habe die Erfurter Stadtkrone vor sich hingedümpelt. Nun gebe es die Chance und auch die finanziellen Mittel, das Areal für die nächsten Jahrzehnte aufzuwerten. "Aufgeben ist keine Option", sagt Stange.

Epochengärten durch die Jahrhunderte

Unproblematisch ist die Gartengestaltung. Im Gesamtkonzept hat der Petersberg die Rolle eines Standorts für Themengärten der verschiedensten Art zugewiesen bekommen. Partnerstädte präsentieren sich hier, der Erwerbsgartenbau und sogenannte Epochengärten laden zum Streifzug durch die Jahrhunderte ein. Was immer wieder Sorgen bereitet, ist das bauliche Rahmenprogramm - und nicht immer kann die Buga-Gesellschaft wirklich etwas dafür. So hat sich etwa die Buga vor wenigen Wochen nach jahrelanger Diskussion für einen barrierefreien Zugang zum Festungsplateau entschieden - mit Aufzug und Zick-Zack-Weg den Berg hinauf. Der Baustart aber lässt auf sich warten. Denn noch gilt es, Bürgerproteste mit Unterschriftensammlungen aus dem Weg zu räumen. An vorderster Front der Skeptiker dabei: die Ratsfraktion von Bunten, Grünen und Teile der Union.

"Das müssen wir schaffen"

Bis zum 19. September 2018 soll Buga-Chefin Kathrin Weiß nun dem Ausschuss den Petersberg-Planungsstand im Detail zusammenstellen. An der Debatte über Terminketten und Verzögerungen wollte sie sich auf Anfrage am Mittwoch nicht beteiligen. Aufgegeben aber hat auch sie den Standort noch lange nicht: "Die Erfurter erwarten, dass wir gemeinsam den Petersberg in den Griff bekommen. Das müssen wir schaffen."

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. August 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2018, 05:00 Uhr

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1 Kommentar

18.08.2018 06:16 Grosser, Klaus 1

Der Petersberg ist das am wenigsten entwickeltste Gebiet der BUGA, also hätte der Peterberg gleich nach Zuschlagerteilung entwickelt werden müssen, dieser Zug ist jetzt abgefahren und die Gefahr besteht, dass die BUGA 2021 ein Desaster wird.
Es gibt aber attraktive Flächen, die nur weiterentwickelt werden müssen, der Dendrologische Garten und der Luisenpark unterhalb der EGA.

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