Pilzsaison Erfurt: 270-mal Verdacht auf Pilzvergiftung

Eine schwere Pilzvergiftung kann Magen-Darm-Beschwerden, Halluzinationen oder Leberschäden hervorrufen. Beim Giftnotruf in Erfurt haben sich 2020 bisher knapp 270 Menschen mit Verdacht auf eine Pilzvergiftung gemeldet.

Karbol-Champignon
Am häufigsten wurde der Karbolegerling verzehrt. Bildrechte: IMAGO

Knapp 270 Menschen haben sich in diesem Jahr bereits beim Giftnotruf in Erfurt mit Verdacht auf eine Pilzvergiftung gemeldet. Wie Leiterin Dagmar Prasa sagte, hatten die meisten davon leichte Symptome, 26 mittelschwere und vier schwere. Bei den schweren Verläufen handelte es sich um eine Kombination von Pilzen und dem Konsum von weiteren Drogen. In den meisten Fällen sind laut Prasa Magen-Darm-Beschwerden aufgetreten. In einigen Fällen kam es zu Halluzinationen oder Leberschäden.

Gift: Verwechslungen zwischen den Pilzen

Nicht in allen Fällen konnten die verzehrten Pilze identifiziert werden. Am häufigsten wurde der Karbolegerling verzehrt. Dieser ist leicht mit dem Champignon zu verwechseln. Zudem wurde der Perlpilz mit dem giftigen Pantherpilz verwechselt. Neben den Verwechslungen kommt es laut Giftinformationszentrum auch vor, dass Kleinkinder Pilze pflücken und roh essen, was zu Problemen führen kann.

Der Pilzberater im Ilm-Kreis Felix Hampe sagte, die Pilzsaison sei aufgrund des Regens in den vergangenen vier Wochen sehr gut verlaufen. Aufs ganze Jahr gesehen sei es ein normales Pilz-Jahr. Laut Hampe kommen viele Pilzsammler mit zu alten Pilzen zu ihm.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 25. September 2020 | 15:30 Uhr

5 Kommentare

part vor 5 Wochen

Giftige Pilze, die wenige Stunden nach Verzehr Unwohlsein oder Vergiftungserschieingen hervorrufen sind noch relativ harmlos, denn mache Exemplare entfalten ihre nachhaltige Wirkung manchmal erst nach Wochen, wenn die Betroffenen die Symptome nicht mit der Pilzmahlzeit in Verbindung bringen und die Ärzte ebenfalls am Rätseln sind. Die Leber oder andere Organe sind dann oftmals irreparabel geschädigt...

Der Erfurter Bub vor 5 Wochen

Ich bin da auch ganz bei Dimpelmoser. Das ist bestimmt kein Karbolegerling. Da passt so einiges nicht. Die Lamellen sind nie weiß. Jung rosa, später braun. Ich tippe da eher auf Rosablättriger Egerlingsschirmling. Aber rein vom Habitus könnte es sich auch um eine Amanita Art handeln. Genau genommen um den Weißen Knollenblätterpilz.

MDR-Team vor 5 Wochen

Werter Wachtmeister Dimpfelmoser,
laut unserer Fotoagentur handelt es sich bei den im Bild gezeigten Pilzen um ein Karbolegerlinge. Im Alter färben sich die Lamellen der Pilze ins gräuliche.

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