Moscheeprojekt in Erfurt-Marbach Ahmadiyya-Vertreter berichten von massiven Pöbeleien

Vertreter der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde Erfurt sind auf dem geplanten Moscheebau-Grundstück in Marbach offenbar angepöbelt worden. Gemeindesprecher Mohammad Suleman Malik sagte MDR THÜRINGEN, er und drei weitere Gemeindemitglieder seien am Freitag mehrfach massiv beschimpft und beleidigt worden. Malik sprach von den heftigsten verbalen Übergriffen, die er bislang erlebt habe. Auch Drohungen seien ausgesprochen worden. Die Angreifer hätten unter anderem gerufen: "Wir werden dafür sorgen, dass du nie wieder hier erscheinst".

Mohammad Suleman Malik, Vertreter der muslimischen Ahmaddiya-Gemeinde in Erufurt.
Mohammad Suleman Malik, Vertreter der muslimischen Ahmaddiya-Gemeinde in Erufurt. Bildrechte: MDR/Kristin Kielon

Die Polizei bestätigte den Vorfall, ohne weitere Details zu nennen. Es seien Ermittlungen aufgenommen worden, sagte ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Samstag. Ermittelt werde gegen Unbekannt wegen Beleidigung.

Suleman Malik hatte von dem Vorfall zunächst auf Twitter berichtet. Er sei bei Zaunarbeiten auf dem Gelände in Erfurt-Marbach fremdenfeindlich beleidigt, bedroht und angepöbelt worden. Er schrieb von einem "widerlichen Einschüchterungsversuch". Malik hatte bereits in der Vergangenheit von Anfeindungen wegen des Projekts gesprochen. 2017 hatten Gegner des Projekts in der Nähe des Baugeländes große Holzkreuze und Holzspieße mit Schweinekadavern aufgestellt. Laut Malik ist der aktuelle Vorfall der Fünfte dieser Art innerhalb von drei Wochen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Mehr aus Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 27. Mai 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2018, 11:05 Uhr

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen