Razzia in Erfurt Polizei durchsuchte mutmaßliche Mafia-Objekte

Großrazzia am Dienstagabend: Die Polizei hat in Erfurt mehrere Gebäude im Visier. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN durchsuchten die Beamten auch Geschäftsräume, die der armenischen Mafia zugerechnet werden. Darunter war auch der "Spielpalast" im Norden der Stadt. Dort hatten sich verfeindete armenische Mafia-Gruppen aus Erfurt, Berlin und Leipzig im Sommer 2014 eine Schießerei geliefert. Dabei wurden zwei Menschen schwer verletzt.

Mehrere vermummte Polizisten versperren eine Einfahrt und diskutieren mit einer jungen Frau.
Insgesamt durchsuchten die Beamten sechs Objekte. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Außerdem wurde nach MDR THÜRINGEN-Informationen bei der Durchsuchung einer Shisha-Bar ein Kilogramm unversteuerter Wasserpfeiffentabak gefunden. Das ist in dem betreffenen Lokal bereits der zweite Fund im Kilobereich von unversteuertem Shisha-Tabak. Bei einem 30-jährigen Mann entdeckten die Beamten Drogen.

Ein vermummter Polizist läuft im Morgengrauen an fünf am Straßenrand geparkten Polizei-Mannschaftswagen vorbei.
Razzia im Morgengrauen: Ziel war offenbar die armenische Mafia in Erfurt. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Zudem durchsuchte die Polizei zwei Getränkeshops am Erfurter Hauptbahnhof und in der Neuwerkstraße. Beide Geschäfte werden von den Fahndern des Landeskriminalamtes als mutmaßliche Stützpunkte armenischer Mafia-Clans in Erfurt angesehen. Insgesamt wurden sechs Objekte durchsucht und rund 50 Geschäftsleute und Mitarbeiter kontrolliert.

Federführend bei der Razzia war die neue Arbeitsgruppe "Russisch-Eurasische Organisierte Kriminalität" der Thüringer Polizei. Sie war von Innenminister Georg Maier (SPD) nach dem Mafia-Überfall auf ein Erfurter Innenstadt-Restaurant im Herbst 2017 ins Leben gerufen worden. Diese AG soll thüringenweit die Ermittlungen und den Informationsaustausch über russisch-armenische Mafiagruppen organisieren. Neben Erfurt gibt es unter anderem in Jena, Gotha, Suhl, Sonneberg, Heiligenstadt oder Worbis mutmaßliche Mitglieder der armenischen Mafia. Die verschiedenen Clans stehen nach Recherchen von MDR THÜRINGEN unter anderem in Kontakt mit Gruppen in Leipzig, Halle, Berlin und Hamburg.

An einer Halle hängt ein Schild mit der Aufschrift Spielpalast, davor stehen ein Mann und ein Polizist, der telefoniert.
Eines der durchsuchten Gebäude war der "Spielpalast" im Norden Erfurts. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. März 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2018, 20:12 Uhr

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7 Kommentare

23.03.2018 14:35 Miss Excalibur 7

Bei einer Gesamtbetrachtung der ganzen Angelegenheit ("Ermittler stoßen auf Mafiasumpf in Erfurt") stellt sich eher die Frage, ob das jetzt die guten Nachrichten, oder die schlechten Nachrichten sind? Und wenn das gute Nachrichten sein sollen (im Sinne vermeintlicher Ermittlungserfolge), was sind dann die schlechten?

23.03.2018 06:49 Bryan 6

[MDR THÜRINGEN: Kommentar gelöscht. Hier wird niemand "zum Teufel gejagt". Zur Abwahl aufrufen dürfen Sie.]

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