Ilm-Kreis Prozess-Auftakt in Erfurt: Polizisten streiten Vergewaltigung ab

Umfangreich ausgesagt haben zwei Polizisten, die vor dem Landgericht Erfurt wegen schwerer Vergewaltigung angeklagt sind. Sie seien bei dem Einsatz im Ilm-Kreis verführt worden, schilderten sie zum Prozessauftakt.

Angeklagte, Verteidiger und Justizmitarbeiter im Gerichtssaal
Den Polizeibeamten wird vorgeworfen, gemeinschaftlich eine Frau vergewaltigt zu haben. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Die wegen schwerer Vergewaltigung angeklagten Polizisten haben am Landgericht Erfurt umfangreich ausgesagt. Die 23- und 28-jährigen Beamten räumten den Geschlechtsverkehr mit der Frau bei einer Wohnungsdurchsuchung in Marlishausen (Ilm-Kreis) ein. Eine Vergewaltigung streiten sie ab.

Sie seien verführt worden, schilderten die Polizisten das Tatgeschehen. Die 32-jährige Polin war in einer Verkehrskontrolle wegen gefälschter Ausweispapiere aufgefallen. Auf der Suche nach dem richtigen Pass fuhren die Polizisten zu ihrer Wohnung nach Marlishausen.

Polizisten filmten das Geschehen

Plötzlich habe die Frau nackt vor ihnen gestanden. Er sei mit der Situation völlig überfordert gewesen, sagte der jüngere Beamte. Sich auf den Geschlechtsverkehr einzulassen, sei ein schwerwiegender Fehler gewesen, räumte er vor Gericht ein.

Sein Kollege hatte das Ganze gefilmt. Das Video habe er später im Streifenwagen einem Kollegen gezeigt und es dann gelöscht. Eine Spezialfirma versucht nun, die Aufnahme wiederherzustellen. Die Anklage wirft den Polizisten vor, die Frau zum Sex gezwungen zu haben. Beide Männer sitzen in Untersuchungshaft: Im Fall der beiden Polizisten sah der Haftrichter gleich zwei Gründe dafür: Flucht- und Verdunkelungsgefahr.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 05. Mai 2020 | 19:00 Uhr

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