Drei Personen im Gerichtssaal.
Heute begann der Prozess am Landgericht Erfurt. Ob der Angeklagte aussagen wird, ist noch offen. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Spende oder Bestechung? Prozess um Schulbuch-Affäre in Erfurt gestartet

Nach gut fünf Jahren kommt die sogenannte Schulbuchaffäre nun vor Gericht. Am Mittwoch begann der Prozess gegen einen 62-Jährigen wegen Bestechung vor dem Landgericht Erfurt. Laut Staatsanwaltschaft soll er als Geschäftsführer eines Buchhandels Schulen eine Prämie bei Sammelbestellungen angeboten haben.

Drei Personen im Gerichtssaal.
Heute begann der Prozess am Landgericht Erfurt. Ob der Angeklagte aussagen wird, ist noch offen. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Zum Start des Prozesses um Bestechungsvorwürfe gegen einen ehemaligen Geschäftsführer eines Online-Buchhandels hat sich der Angeklagte zunächst nicht geäußert. Sein Verteidiger stellte beim Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht Erfurt allerdings in Aussicht, dass sein heute 62 Jahre alter Mandat im Laufe der Verhandlung möglicherweise noch eine Erklärung abgeben werde.

Spenden oder Bestechung?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Ilmenau vor, seit Mitte der 1990er-Jahre eine umsatzabhängige Vergütung für Sammelbestellungen von Schulbüchern bei der von ihm damals geführten Gesellschaft angeboten zu haben. 25 solcher Geschäfte sollen zwischen 2011 und 2014 zustande gekommen sein. Dabei soll es jeweils um Summen etwa zwischen 1.000 und 2.000 Euro gegangen sein. Die Staatsanwaltschaft geht von rund 30.000 Euro aus.

Mehrere Städte betroffen

Betroffen seien Schulen etwa in Gera, Erfurt und Weimar. Bekannt ist der Fall seit einigen Jahren. Ermittler waren dem Mann durch Hinweise eines anderen Buchhändlers auf die Spur gekommen. Der Buchhändler soll über Fördervereine Bücher-Bestellscheine zum Ausfüllen für Eltern an Schulen und Lehrer gegeben haben. Dann wurden die Bestellungen gesammelt abgeben. Je nach Höhe des Umsatzes hätten die Firmeninhaber Spenden an die Vereine überwiesen.

Diese Gelder als Spenden zu deklarieren, ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft allerdings Etikettenschwindel. So soll damit laut Anklage etwa der normale Wettbewerb umgangen worden sein. Allerdings sollen auch Mitkonkurrenten das Prinzip angewendet haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. November 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2019, 16:02 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen

Fontäne nach einem Wasserrrohrbruch auf dem Weihnachtsmarkt in Weimar nahe des Deutschen National-Theaters 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK