Religion Für mehr als 7.000 Muslime in Thüringen beginnt der Ramadan

Für die Ahmadis in Deutschland beginnt der Ramadan dieses Jahr am siebten Mai und endet am fünften Juni. Andere Muslime verzichten schon einen Tag früher auf Essen und Trinken, dürfen dann aber auch einen Tag früher ins dreitägige "Eid al-Fitr"-Fest mit üppigen Festmahl und Geschenken starten. Auch die Ahmadiyya-Gemeinde Erfurt plant eine solche Iftar-Feier. Einen genauen Termin gibt es aber noch nicht - und vor allem fehlt ein passender Ort.

Die Vorbereitungen für den Fastenmonat haben für viele Muslime schon begonnen. Auch in Thüringen verzichten sie zu Ramadan zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang etwa auf Essen und Trinken. Sobald die Sonne untergeht, wird das Fasten dann häufig gemeinsam gebrochen. Für diese gemeinsamen "Iftar"-Feiern fehlt der etwa 100 Gläubige zählenden Thüringer Ahmadiyya-Gemeinde aber noch ein öffentlicher, repräsentativer Platz.

Bauarbeiten dauern bis Jahresende

Mit dem Bau ihrer Moschee in Erfurt liege die Gemeinde gut im Plan, sagte Sprecher Suleman Malik. "Das Mauerwerk ist gerade im Entstehen, wir gehen davon aus, dass die Bauarbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sind." Inzwischen stehe auch ein Name fest. Das erste mit Kuppel und Zierminarett von außen auch als Moschee erkennbare muslimische Gotteshaus Thüringens soll "Mahmood Moschee" genannt werden. Der arabische Vorname bedeute "der Gepriesene" oder "der Lobenswerte", teilte Malik mit.

Mit einem Plakat 'Ihr Marbacher habt diese Moschee verdient' ziehen Gegner eines Moscheebaus durch Erfurt-Marbach.
Immer wieder wurde gegen den Moschee-Bau gehetzt. Bildrechte: dpa

Probleme mache weiterhin die Hetze im Netz gegen den Bau. Heftige Proteste gab es gegen die Pläne in der Vergangenheit etwa in Form umstrittener Demo-Züge und Schweinekadaver nahe beim Baugelände.

Für die Ahmadis in Deutschland beginnt Ramadan dieses Jahr am siebten Mai und endet am fünften Juni. Andere Muslime verzichten schon einen Tag früher auf Essen und Trinken, dürfen dann aber auch einen Tag früher ins dreitägige "Eid al-Fitr"-Fest mit üppigen Festmahl und Geschenken starten. Berechnungen zum Zeitraum für Ramadan richten sich nach dem Erscheinen der Neumondsichel und können variieren.

Das Fasten ist eine fünf Säulen des Islams - das sind Grundpflichten, an die sich Gläubige halten sollen. Ausgenommen sind etwa Kinder oder Kranke. "Im Ramadan wird aber nicht nur auf Nahrung verzichtet, sondern es geht zusätzlich neben der Reinigung des Geistes und dem Gewöhnen an Härte darum, Mitgefühl für andere zu erwecken und zu fördern", erklärte Malik.

Religionsübergreifende Begegnungen

Das Büro der Thüringer Beauftragten für Integration geht von mehr als 7.000 Muslimen im Freistaat aus. Etwa ein Dutzend Moscheegemeinden gebe es in Thüringen. Sie unterteilten sich etwa nach Sprachen, Herkunftsländern oder auch Glaubensströmungen, sagte eine Sprecherin. Besonders viele kämen zum Beten in die sunnitische Moschee des Vereins des Internationalen Islamischen Kulturzentrums in Erfurt.

Mohammad Suleman Malik, Vertreter der muslimischen Ahmaddiya-Gemeinde in Erufurt.
Mohammad Suleman Malik, Vertreter der muslimischen Ahmaddiya-Gemeinde in Erfurt. Bildrechte: MDR/Kristin Kielon

"Ramadan" sei in Thüringen kein Fremdwort mehr, teilte die Integrationsbeauftragte, Mirjam Kruppa, der dpa mit. "Moscheegemeinden aber auch eine Reihe von Kirchgemeinden nehmen seit den vergangenen Jahren diese Gelegenheit zum Anlass, um religionsübergreifend Begegnung zu schaffen und Gemeinschaft zu haben." Sie verwies auf gemeinsame Essen zum Fastenbrechen von Muslimen und Nicht-Muslimen.

Auch die Ahmadiyya-Gemeinde plane wieder eine solche Iftar-Feier, sagte Malik. Einen genauen Termin gebe es aber noch nicht - und auch ein passender Ort stehe noch nicht fest.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Mai 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Mai 2019, 11:37 Uhr

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69 Kommentare

08.05.2019 12:33 Eulenspiegel 69

Hallo dmehl 67
Was haben sie eigentlich für ein verschrobenes Weltbild? Was schreiben sie da immer von anpassen? Hier geht es doch gar nicht darum das sich irgendjemand anpassen soll. Hier geht es darum das man anderen Menschen gestattet einfach anders zu sein. Da haben sie anscheinend arge Probleme mit. Also ich bringe den Muslimen die Achtung ihrer Kultur entgegen und diese Muslims bringen in der Regel die gleiche Achtung meiner Kultur entgegen. Und sie sind sich in der Regel auch sehr bewusst das sie jetzt in dieser anderen Kultur leben und sich an diese Regeln zu halten haben. Das ist meine konkrete Erfahrung.

08.05.2019 11:46 martin 68

@67 dmehl: Ich persönlich glaube nicht, dass es darum gehen sollte "irgendwie ein wenig tolerant / nachgiebig" zu sein oder seine Meinung nicht zu vertreten.

Ich finde, dass es um einen respektvollen Umgang miteinander geht. In diesem Rahmen spreche ich doch auch gegenüber Nicht-Muslimen nicht alles aus, was ich denke und bemühe mich (meist) um Höflichkeit und Rücksicht - wenn vielleicht auch nicht unbedingt in dem Maß, wie mein Gegenüber das erwartet.

Sie haben aber völlig Recht, dass dieses Verhalten von beiden Seiten zu erwarten ist. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich die meisten Muslime durchaus darum bemühen. Und ja, es gibt auch unter den Muslimen Menschen, die sich respektlos benehmen und deren Verhalten mich ankotzt. Aber unter uns Nicht-Muslimen auch.

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