Ministerpräsident Ramelow: "Irrwitz" juristisch verhindern Regierung will gegen Suedlink-Trasse durch Westthüringen klagen

Thüringens Landesregierung lehnt einen Bau der so genannten SuedLink-Stromtrasse durch Westthüringen weiter entschieden ab. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte nach der Kabinettssitzung am Dienstag, so lange die Bundesbehörden mit Thüringen nicht ernsthaft verhandelten, werde die Landesregierung juristisch alles unternehmen, um diesen Irrwitz auf Thüringer Boden zu verhindern. Laut Ramelow muss SuedLink den gesetzlichen Vorgaben zufolge möglichst geradlinig durch Deutschland gebaut werden.

Eine Landkarte mit den Varianten der Stromleitung Südlink
Bildrechte: TENNET

Die Trasse müsse daher durch Hessen verlegt werden. Davon wolle aber die Bundesnetzagentur "kaltschnäuzig abweichen". Nach Angaben von Umweltministerin Anja Siegesmund (B90/Grüne) würde die Erdkabel-Trasse bei einem Verlauf durch Westthüringen auch die Naturschutzflächen des Grünen Bandes mehrfach schneiden. Laut Klaus Sühl, Staatssekretär im Infrastrukturministerium, kann das Land Thüringen erst dann klagen, wenn ein Planfeststellungsbeschluss vorliegt. Dieser Beschluss liege aber erst Anfang der 2020er Jahre vor. Ziel sei daher, vorerst lokale Initiativen in Westthüringen gegen SuedLink zu unterstützen.

Zum Erdkabel-Vorhaben hatte die Thüringer Landesregierung im Mai 2017 einen Alternativvorschlag eingebracht. Die Bundesnetzagentur hatte im Januar entschieden, den Vorschlag nicht weiter zu berücksichtigen, weil es mehr Konfliktstellen gebe als bei den Vorschlägen der Träger TenneT und TransnetBW.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 13. März 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 18:37 Uhr

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6 Kommentare

14.03.2018 11:12 Landfrau 6

Thüringen hat nicht zu klagen! Thüringen hat eine Siegesmund - die ist grün. Den Grünen hat man die Windenergie zu verdanken und in Thüringen werden immer mehr Windräder gebaut, die das "schöne Thrüringer Ländel verschöööönern". Das dann für die Windräder - ob Nord, Süd, West und Ost - Stromtrassen gebraucht werden hatten wohl die Grünen nicht gewusst. Aber Thüringen scheint ja nur das "Schöne", wie teuere Autobahnen und ICE-Strecken oder andere Fördergelder, die man in Erfurt verbraten kann, zu wollen und natürlich von den anderen Bundesländern bezahlt.

13.03.2018 23:36 Part 5

In Bayern wurden effektive Gaskraftwerke abgeschaltet, weil Lobby- Strom aufwendig von der Norddeutschen Küste in den Süden transportiert werden muß, natürlich mit Energieverlusten, das Wettgeschäft auf Wertschöpfung machts möglich. Nimmt man noch die Kleinstaatlichkeit der Bodenfläche in Hessen, dann ist doch Thüringen das Paradies der Bodenenteignung wegen seiner Großflächigkeit in den Grundbüchern. Der Naturschutz interessiert hier nur am Rande, wie schon immer bei aufwendigen Planungsobjekten.

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