Erfurt | Schleiz Mit Bratwurst in den Dom: Respekt gegenüber der Kirche sinkt

Die Kirchen in Thüringen beklagen immer häufiger Unachtsamkeiten und fehlenden Respekt bei ihren Besuchern. Der Sprecher des katholischen Bistums Erfurt, Peter Weidemann, sagte, der Dom in Erfurt werde immer weniger als besonderer Raum wahrgenommen. Immer häufiger kämen Besucher mit einem Eis oder einer Bratwurst in den Dom. Weidemann beklagt sich auch darüber, dass Besucher immer wieder ihre Hunde mitbringen, obwohl das nicht erlaubt sei.

Innenraum des Erfurter Doms
Mit einem Eis oder einer Bratwurst in den Erfurter Dom: Immer häufiger stellen die Kirchen sinkenden Respekt gegenüber dem Ort und den Gläubigen fest (Archivbild). Bildrechte: MDR/Christiane Höhne

Auch wenn sie Teil der Schöpfung sind, sind Hunde in der Kirche in der Regel nicht erlaubt.

Peter Weidemann, Pressesprecher des Bistums Erfurt

Jährlich kommen nach Bistumsangaben etwa 500.000 Menschen in den Dom - darunter nicht nur gläubige Gottesdienstbesucher. Auch in anderen größeren katholischen Kirchen im Freistaat würden bisweilen mangelnde Sensibilität und kulturelles Unverständnis beobachtet, so Weidemann. Ein wirkliches Problem sehen die Kirchen im katholisch geprägten Eichsfeld und in Nordhausen aber nicht.

Auch evangelische Kirche beobachtet Kriminalität und Respektlosigkeit

Von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland heißt es, es gebe viele Häuser, die so gut wie keine negativen Erfahrungen machten. Andere berichteten dagegen von Extremen wie Diebstählen, Urin und anderen unappetitlichen Hinterlassenschaften. So beklagt zum Beispiel die Kirche in Schleiz eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber der Kirche als Gebäude, gegenüber der Institution und auch gegenüber dem Personal.

"Problemtouris" in der Schleizer Bergkirche

Neben den 95 Prozent freundlichen und interessierten Besuchern gebe es in Schleiz etwa fünf Prozent "Problemtouris". Dazu zählten etwa Besucher, die die Bergkirchenführer beleidigten, oder solche, die außerhalb der Öffnungszeiten auch nicht davor zurückschreckten, für Sightseeing in Trauerfeiern hineinzuplatzen. Manche Gotteshäuser klagen auch über noch extremere Vorfälle: Da werden Kerzen, der Opferstock oder die Kollekte gestohlen und die Gästebücher als Schimpfwortsammlung genutzt. Einzelfälle, so wird betont, aber immer wiederkehrende Ärgernisse.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 12. Juli 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2019, 14:29 Uhr

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42 Kommentare

14.07.2019 10:46 martin 42

"Bratwurst im Dom" bringt mich auf eine Idee: Wie wäre es, wenn der Bratwurst-Contest mit einem Bratwurstgottesdienst eingegrillt äh -läutet wird? Und statt der 99 Thesen gibt es 99 Roster an der Kirchentür - bei großen Andräng könnten es auch 99 Röster werden ....

13.07.2019 20:41 Dorfbewohner 41

"Karl Stülpner 34

...Dieser Verein pflegt seit spätestens der Reformation die Tradition zu verkünden: Seit Untertan der Obrigkeit!..."

Ein komplett falsch gewählter Zeitansatz, hat aber rein gar nichts mit diesem Zeitpunkt zu tun, auch kein "seit spätestens".

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