Ein Kellner mit benutzten Tellern
Kellner bei der Arbeit (Symbolfoto). Bildrechte: Colourbox.de

Restaurant-Tadel Gaststättenverband moniert öffentlichen "Pranger"

Die Stadt Erfurt veröffentlicht auf ihrer Internetseite Hinweise zu zwei Restaurants. Von nicht unerheblichen oder wiederholten Verstößen ist die Rede. Der Hotel- und Gaststättenverband kritisiert die pauschale Praxis bei Restaurant-Mängeln.

Ein Kellner mit benutzten Tellern
Kellner bei der Arbeit (Symbolfoto). Bildrechte: Colourbox.de

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Thüringen kritisiert die Gesetzeslage beim Veröffentlichen von Restaurantmängeln. Landesgeschäftsführer Dirk Ellinger sagte MDR THÜRINGEN, wenn der bloße Verdacht ausreiche, gelte die Unschuldsvermutung nicht mehr. Damit werde das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit durchbrochen. Mängel dürften erst dann veröffentlicht werden, wenn Bußgeldbescheide verhängt und keine Rechtsmittel mehr möglich sind. So lange die Strafen keine Bestandskraft hätten, sei ein Veröffentlichen nicht begründbar, so Ellinger.

Streit und Spekulationen

Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e. V. Thüringen (Dehoga Thüringen), spricht am 12.06.2013 in Erfurt (Thüringen) während einer Pressekonferenz zu den anwesenden Journalisten.
Dirk Ellinger von der Dehoga Bildrechte: dpa

Hintergrund sind die kürzlich auf der Internetseite der Stadt Erfurt veröffentlichten Hinweise auf zwei Erfurter Restaurants. Von "nicht unerheblichen oder wiederholt begangenen Verstößen" war dort die Rede. Welche Mängel in den Lokalen "Bachstelze" und "Rossini" aber konkret moniert wurden, blieb unklar. Das führte nicht nur zu öffentlichem Streit, sondern auch zu jeder Menge Spekulationen. Die Betreiberin der "Bachstelze", die frühere Sterne-Köchin Maria Groß, kündigte daraufhin an, ihr Restaurant für Laufkundschaft zu schließen, und sprach von einer "Kampagne".

Ellinger sagte, seines Wissens ist die Stadtverwaltung Erfurt bislang die einzige Thüringer Überwachungsbehörde, die solche Ergebnisse veröffentlicht hat. Grundsätzlich seien aber alle Lebensmittelkontrollstellen dazu verpflichtet. Die Lebensmittelüberwacher berufen sich bei Veröffentlichungen auf das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch. Darin heißt es, veröffentlicht würden Verstöße, die insgesamt ein Bußgeld von über 350 Euro erwarten lassen. Betroffene Restaurants oder Lebensmittelhersteller werden in der Regel erst nach sechs Monaten wieder aus der veröffentlichten Liste entfernt.

Dehoga beklagt Verhältnismäßigkeit

Der Dehoga nennt dieses Vorgehen "wenig hilfreich". Hygieneverstöße in Restaurants zum Beispiel würden bundesweit nicht einheitlich geahndet, wie etwa Straßenverkehrsverstöße. Bei einer Kontrolle könnten mehrere kleine Verstöße zur gleichen Gesamtstrafe führen wie ein einziger gravierender Verstoß, zum Beispiel das Verarbeiten von sogenanntem Gammelfleisch. Ellinger plädiert deshalb dafür, stärker im Sinne des Verbraucherschutzes zu agieren. Informiert werden müsse dann, wenn tatsächlich "Lebensmittel nachteilig beeinflusst" worden seien.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Dezember 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2018, 18:28 Uhr

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15 Kommentare

20.12.2018 15:34 Matthias Luge 15

Die reale Wahrheit werden wir nie erfahren. Das mit Hygieneproblemen in der "Bachstelze" ist doch ein Unding - Sterneköchin und dann Hygieneprobleme?
Da stimmt was nicht.

20.12.2018 12:01 Grosser, Klaus 14

Ich denke Maria Groß hat sich mit der "Bachstelze" verkalkuliert,, denn die Gasträume sind sehr klein.
Sie sollte dringend ihre Konzeption überdenken.

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