Aufkleber mit dem Logo des FC Rot-Weiß Erfurt
Der FC Rot-Weiß Erfurt ist auf Sanierungskurs. Bildrechte: dpa

Insolventer Fußballverein Drei neue Geldgeber für Rot-Weiß Erfurt

Rot-Weiß Erfurt ist auf einem guten Weg - zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht. Der Insolvenzverwalter stellte drei neue Investoren für die neue Kapitalgesellschaft vor. Außerdem gibt es einen neuen Geschäftsführer.

Aufkleber mit dem Logo des FC Rot-Weiß Erfurt
Der FC Rot-Weiß Erfurt ist auf Sanierungskurs. Bildrechte: dpa

Der Fußballverein FC Rot-Weiß Erfurt ist wirtschaftlich auf Sanierungskurs. Wie Insolvenzverwalter Volker Reinhardt am Freitag mitteilte, ist es im Insolvenzverfahren gelungen, drei größere Geldgeber für den Erhalt des Fußballvereins zu gewinnen. Dabei handele es sich um die ASGV Grundbesitz und Verwaltung, die Franz Gerber Sportagentur und die Millhouse Capital GmbH. Die drei Gesellschaften seien über eine Kapitalerhöhung auf eine Million Euro Stammkapital in die Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH eingetreten, unter deren Dach die Profi-Mannschaft spielt.

Profimannschaft ausgliedern

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt
Insolvenzverwalter Volker Reinhardt Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Bei den drei Unternehmen handelt es sich um die ersten Gesellschafter der neuen Kapitalgesellschaft. Laut Reinhardt sind die Verträge zum 30. September 2019 unterschrieben worden. Jetzt warte man noch auf den Eintrag ins Handelsregister. Damit sei die Ausgliederung der Profimannschaft geglückt. Das Insolvenzverfahren sei damit aber noch nicht vom Tisch. Insolvenzverwalter Reinhardt geht davon aus, dass das Verfahren noch etwa zwei Jahre läuft.

Schon seit längerem hatte Rot-Weiß geplant, seine Profiabteilung aus dem Gesamtverein auszugliedern. Diesen Weg sind schon viele Vereine gegangen. Dadurch bekommen sie einen größeren finanziellen Spielraum, während die Kapitalgesellschaft die Risiken übernimmt. Wenn die Profimannschaft Insolvenz anmelden muss, wird der Verein in der Regel verschont und die Juniorenmannschaften beispielsweise sind davon nicht betroffen.

Neuer Geschäftsführer Michael Krannich

Bei Rot-Weiß Erfurt ist die ASGV Grundbesitz und Verwaltung mit Sitz in Leipzig mit 40 Prozent beteiligt. Die Franz Gerber Reha und Sportagentur hält 15 Prozent der Anteile und die Millhouse Capital GmbH sieben Prozent. Der Verein selbst hält die übrigen 38 Prozent der Anteile.

Michael Krannich
Michael Krannich - hier noch bei Hessen Kassel. Bildrechte: imago images / Hartenfelser

Nichts geändert hat sich für die Gläubiger. Die rund sieben Millionen Euro an offenen Forderungen werde der Verein wohl nicht begleichen können. Reinhardt hatte ihnen im vergangenen Jahr eine geringe Quote von zwei Prozent in Aussicht gestellt. Daran wolle man festhalten.

Außerdem präsentierte der finanziell angeschlagene Verein mit Michael Krannich einen neuen Geschäftsführer. Der in Thüringen geborene Sport-Eventmanager hat mit KSV Hessen Kassel bereits einen insolventen Verein vermarktet. Krannich sagte, er setze bei RWE auf neue und alte Sponsoren und auf sportlichen Erfolg. Nach elf Spieltagen belegt Rot-Weiß den 14. Platz in der Regionalliga Nordost.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2019, 20:50 Uhr

13 Kommentare

wicky 67 uncut vor 5 Wochen

Ist ehrlich gesagt der allerbeste Beitrag, den ich jemals von Dir gelesen habe. Ich hoffe doch sehr, daß Du dies als Kompliment von mir verstehst. Denn als solches ist es nämlich auch gemeint. MfG! 😏

wicky 67 uncut vor 5 Wochen

Ein Klasse-Beitrag von Dir! 👍
Besser hätte man es wirklich nicht auf den Punkt bringen können! Denn ganz genauso wie Du es geschrieben hast, sieht es nämlich aus!! Zwar weiß keiner von uns, warum Herr Reinhardt vor einigen Monaten dem Autohaus König als möglicher Hauptinvestor damals einen Korb gegeben hat, aber er wird schon seine Gründe dafür gehabt haben. Könnte schon sehr gut möglich sein, daß AH König beim RWE zu sehr mit seinen Bedingungen polarisieren wollte... Und jetzt ist es nunmal anders gekommen, und es bleibt uns als Fans sowieso nichts anderes übrig, als endlich auch einmal etwas mehr Vertrauen in Herrn Reinhardt seine Überlebensstrategie zu stecken!! Klar, es hat natürlich extrem lange gedauert, bis er endlich positive Ergebnisse vorzuweisen hatte. Aber "Gut Ding" braucht manchmal eben Weile. Auch bin ich jetzt fest davon überzeugt, daß er eben NICHT daran interessiert ist, unser bisschen Kapital an andere zu verscherbeln! Außer 7Mio € Schulden ist eh nix zu holen... 🤗

Alex. vor 5 Wochen

@NBS! Genau meine Rede!Wie schon von mir geäussert,Vereine wie RWE und der CFC hätten niemals in der 'Regio' spielberechtigt sein dürfen!Da ist es egal,wer die Schulden verursacht hat,egal ob der Verein sich von diesen Leuten getrennt hat,-diese Vereine runter in die Kreisklasse und dann neu starten!Sollten solche Vereine dann Sponsoren bekommen,kann ja ein Neuanfang gestartet werden um sich dann nach und nach hochzuarbeiten!

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