Winterdienst Deutlich weniger Salz auf Thüringens Straßen - Kosten steigen trotzdem

In diesem Winter ist in Thüringen bislang kaum Schnee gefallen. Obwohl deshalb auch weniger Salz gestreut werden musste, liegen die Kosten für den Winterdienst um einen Millionenbetrag höher.

In Thüringen sind im bislang milden Winter deutlich weniger Streusalz und Salzlauge auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen verteilt worden als im Vorjahr. Auch in Kommunen wird weniger benötigt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Zumindest für das Land ist das Salzstreuen und Laugesprühen nach Angaben des Infrastrukturministeriums dennoch teurer geworden: Wegen einer Preissteigerung mussten bislang 12,2 Millionen Euro dafür ausgeben, im vergangenen Jahr waren es rund 10,7 Millionen Euro.

Winterdienst in Thüringen nach Ausschreibung teurer

Die Mehrkosten haben laut einer Ministeriumssprecherin damit zu tun, dass in diesem Jahr die Leistungen für den Winterdienst für Ostthüringen neu ausgeschrieben wurden. Dabei sei es zu deutlichen Preissteigerungen gekommen. Das Land ist für den Winterdienst auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen zuständig.

In der Wintersaison 2018/2019 wurden laut Ministerium bis Ende Januar beispielsweise auf den Thüringer Autobahnen etwa 7900 Tonnen Salz verstreut und 2900 Tonnen Sole versprüht. In dieser Wintersaison seien es bis Ende Januar nur etwa 2600 Tonnen Salz und 1700 Tonnen Sole gewesen. Auf den Landesstraßen verteilten die Winterdienste in dieser Saison etwa 5500 Tonnen Salz und etwa 4400 Tonnen Sole, auf den Bundesstraßen 2200 Tonnen Salz und 2900 Tonnen Sole. Ähnlich sieht es in den Kommunen aus.

Erfurt, Gera und Jena salzen weniger

In Erfurt etwa wurden in dieser Saison bislang etwa 66 Tonnen Salz und etwa 69 Tonnen Sole verbraucht, während es von November 2018 bis Januar 2019 etwa 260 Tonnen Salz und etwa 83 Tonnen Sole waren. In Gera und Jena wurden bislang nur 20 beziehungsweise 30 Prozent der im Vorjahreszeitraum verwendeten Mengen eingesetzt, wie es aus den dortigen Rathäusern hieß. Die Solelösung wird vorsorglich gesprüht, damit Fahrbahnen oder Gehwege nicht vereisen. Der Soleeinsatz ist nur bis minus sechs Grad Celsius möglich.

Indes heißt ein milder Winter nicht, dass die Mitarbeiter der Winterdienste derzeit überhaupt nichts zu tun hätten. Vor allem der Temperaturbereich zwischen minus fünf bis plus fünf Grad Celsius seien mit überfrierender Nässe, Schneeglätte, Reifglätte und teilweise auch Schnee sehr winterdienstintensiv, so das Ministerium. Das gelte vor allem für die Mittelgebirgslagen. Der Straßenzustand müsse regelmäßig kontrolliert werden.

Keine Winterpause auf Erfurter Baustellen

Die Stadtverwaltung Erfurt beschäftigt Winterdienst-Mitarbeiter auch anderweitig. "Wenn kein aktiver Winterdienst stattfindet, wird das Personal in der Abteilung Entsorgung und in der Abteilung Straßenreinigung eingesetzt", sagte eine Stadtsprecherin. Weil der Winter so mild ist, können in den Kommunen auch Bauarbeiten fortgesetzt werden, die bei knackiger Kälte oder Schnee unterbrochen werden müssen. "Die Winterpause ist bisher bei Großbaumaßnahmen entfallen", sagte die Sprecherin der Stadt Gera. Das betreffe zum Beispiel Brückenbauarbeiten. Auch Schlaglöcher könnten derzeit "zeitnah" vom städtischen Bauhof geflickt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Januar 2020 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2020, 11:03 Uhr

6 Kommentare

part vor 3 Wochen

Das Augenmerk liegt auf Ausschreibungen, das kann entweder bedeuten, das das Salz zu anderen Preisen von einem Monopolisten bezogen muß über einen gewissen Zeitraum oder das Ausbringen der Salzlauge duch private Anbieter erledigt werden kann. Daran kann auch diese Landesregierung nichts ändern, denn die Ermöglichung von Privatsierung und Monopolismus hat Ursachen, die vor ihrer Zeit und teilweise auch im Bund begründet liegen. Mit der staatlichen Übernahme von Merkers hätten wir viel Geld gespart...

Thueringer1 vor 3 Wochen

Wen wunderts was hier in Thüringen an Salz bzw. Sole gesprüht wird ist ja nich mehr normal , das sind selbst im thüringer Becken , mehr als skandinavische Verhältnisse , aber der Winterdienst fährt halt jeden Tag seit 1.november immer nur schön Frühs zwischen 4 und 5 das es wahrscheinlich nicht soviele Leute mitbekommen das einfach nur jeden Tag gestreut wird , egal ob 5grad minus oder 7grad plus...
Und sich dann noch über den hohen Nitrat Gehalt in der Erde wundern 😅
Seit dem das in Thüringen privatisiert ist , verdient sich Vorallem , die TSI ne goldene Nase am Winterdienst...

MDR Spinner vor 3 Wochen

Bananenrepublik Deutschland, wir haben zwar weniger Geld, geben aber mehr aus. Gleiche Logik
Einfach irre, was hier abgeht.
Warum noch arbeiten und Steuern zahlen, für wen frage ich mich.
Bleibt zu Hause und genießt das Leben, andere sind schlauer als der Dumme Michel.

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