Bei einer Kundgebung vor dem Siemens-Generatorenwerk bilden Beschäftigte am 13.12.2017 in Erfurt (Thüringen) ein Spalier für den Siemens-Chef der Kraftwerkssparte, der zu Gesprächen am Standort war.
Empfang für den Siemens-Chef der Kraftwerkssparte, Willi Meixner. Bildrechte: dpa

Generatorenwerk Siemens bleibt bei Abbau-Plänen für Erfurt

Sie empfingen ihren Chef bei dessen Ankunft im Spalier: 400 Erfurter Siemens-Mitarbeiter demonstrierten erneut gegen die Pläne des Konzerns. Doch der Chef brachte für die Beschäftigten keine guten Nachrichten mit.

Bei einer Kundgebung vor dem Siemens-Generatorenwerk bilden Beschäftigte am 13.12.2017 in Erfurt (Thüringen) ein Spalier für den Siemens-Chef der Kraftwerkssparte, der zu Gesprächen am Standort war.
Empfang für den Siemens-Chef der Kraftwerkssparte, Willi Meixner. Bildrechte: dpa

Siemens bleibt bei seinen Abbau-Plänen für den Standort Erfurt. Das erklärte der Chef der Siemens-Kraftwerksparte, Willi Meixner, am Mittwoch bei einem Besuch in Erfurt. Demnach gebe es für das Erfurter Generatorenwerk mit seinen 700 Beschäftigten zwei Optionen: Verkauf oder Restrukturierung. Profitable Großgeneratoren mit einer Leistung von 150 Mega-Volt-Ampere aufwärts bis 370 Mega-Volt-Ampere wolle Siemens künftig in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina fertigen lassen.

Mitarbeiter empfangen ihren Chef im Spalier

Vor dem Generatorenwerk hatten rund 400 Mitarbeiter demonstriert. Sie bildeten ein Spalier für Meixner, um ihren Protest auszudrücken. Betriebsratschef Mario In der Au sagte, ein Verkauf des Standortes komme nicht in Frage. Das käme einer Schließung gleich. Die Erwartung der Mitarbeiter, dass zumindest ein Teil der Pläne zurückgenommen werde, sei enttäuscht worden. Die Arbeitnehmervertreter wollten sich erst dann mit der Konzernführung an einen Tisch setzen, wenn diese zu ergebnisoffenen Gesprächen bereit sei. "Ich rede doch nicht über Personalabbau, Teilzeit und Abfindungsbeträge", sagte In der Au. "Ein Zukunftskonzept für den Standort, darüber können wir reden", sagte der Betriebsratschef.  

Wegen schlechter Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik will Siemens weltweit rund 6.900 Stellen streichen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Unter anderem sollen in Leipzig und Görlitz zwei Werke mit 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden. Zuletzt gab es deshalb immer wieder Stimmen, die die Rückzahlung von Subventionen, die Siemens für seine ostdeutschen Standorte erhalten hatte, forderten.

29 Millionen Euro Subventionen für ostdeutsche Standorte

Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge erhielt der Siemens-Konzern in den vergangenen 25 Jahren mindestens 29 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Ländern für seine ostdeutschen Standorte Görlitz, Leipzig und Erfurt. Diese Zahl geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Linke-Parteichef Bernd Riexinger bezeichnete die Zuwendungen als richtig. Allerdings müsse die Bundesregierung jetzt "mehr tun, als ein paar warme Worte an die Siemens-Beschäftigten zu richten".

Die Bundesregierung nahm in ihrer Antwort nur Bezug auf Fördermittel mit Beteiligung des Bundes. So gab es in den vergangenen 25 Jahren rund 1,17 Millionen Euro für Görlitz und 3,65 Millionen Euro für Leipzig. Im Rahmen von Bund-Länder-Förderungen wurden 3,98 Millionen Euro an Zuwendungen für Görlitz, 16,93 Millionen Euro für Leipzig und 3,78 Millionen Euro für den Standort Erfurt bewilligt.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa / afp

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 13. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2017, 14:28 Uhr

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7 Kommentare

15.12.2017 12:40 Graf von Henneberg 7

Sehr geehrter Herr Werner Nr. 6, nun wollen wir mal den kleinen Fehler das MDR wegen des fehlenden "Ampere" nicht dramatisieren. Jeder macht Fehler - so wie ich, auch die Leute beim MDR. Im Übrigen sind die dritten Programme in Deutschland so ziemlich das einzige, was im Fernsehen noch hinnehmbar ist. Dafür ein Lob.
Und: Leistungsangaben bei elektrischen Maschinen dieser Größenordnung werden üblicherweise in "MVA" gemacht. Vielleicht sollte man auch noch wissen, daß in Erfurt diese Maschinen für 60 Hz (für den MDR "Hertz") gebaut werden und nicht für das eurasische 50 Hz - Netz. Warum soll Siemens diese Geräte nicht gleich in Amerika bauen, dort gibt es neben den 50 Hz auch 60 Hz - Netze.

15.12.2017 08:32 Werner - mit Anschluss an Nr. 5 6

@MDR zum Graf 4: Es geht ein böses Gerücht um, dass der Nachwuchs gewisser Berufsgruppen beim geplanten Aufbau ihrer Karrieren, bereits in der 1. Klasse Mathe, später Physik, Chemie etc. abwählen durfte. Weil es im Leben, bei auswendig gelernten Sprechblasen mit "Visionen" und Dingsdaparolen aus Parteischulen, sowie Übersee-Dings, eh nie wieder gebraucht wird. Muss man NACHWEISLICH auch nicht. Ein von sich 100% überzeugter Herr, der aus einem berühmten Tal in Tirol mit hohen Überflugmeilen stammen soll, will zwar die Kohlekraftwerke abschalten, kann aber nicht einmal ansatzweise die Kapazität des eigenen Smartphones deuten, und für was es solche Geheimnisse da drin überhaupt gibt. Mit Diäten-Generator zur automatisierten Kohleerhöhung ist das auch völlig egal. Wurscht. Der Kohleberg wird dann immer größer, obwohl die Bagger bald abgeschaltet sind? Komisch. Kleiner Scherz- besonders an Claudi, Kathrin, Crystal Volker usw.. Komma- und andere Schnitz(l)er sind mit Aktionsrabatt kostenlos.

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