Generatorenwerk Siemens streicht in Erfurt 200 Stellen

Der Siemens-Standort in Erfurt wird hart getroffen. Laut einem Eckpunkte-Papier fallen im Generatorenwerk 200 Stellen weg. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sprach von einem schmerzhaften Einschnitt.

Am Erfurter Siemens-Standort fallen 200 Stellen weg. Das sieht nach Unternehmensangaben ein Eckpunkte-Papier vor, das die Konzernleitung mit dem Gesamtbetriebsrat vereinbart hat. Demnach sollen im Thüringer Werk künftig nur noch kleine Generatoren produziert werden, die bisher in Berlin gefertigt wurden. Siemens zufolge wird das Werk in Erfurt "grundlegend restrukturiert". Andere Produktionslinien werden demnach eingestellt oder abgegeben.

Im Generatorenwerk Erfurt sind in der Sparte "Power and Gas" gegenwärtig 525 Vollzeit-Mitarbeiter beschäftigt. Nach Protesten von Mitarbeitern und Landespolitikern war der geplante Verkauf des Erfurter Werkes im Frühjahr gestoppt worden. Stattdessen hatte das Unternehmen angekündigt, seinen Standort in der Landeshauptstadt selbst neu auszurichten.

Tiefensee: Teuer erkauftes Ergebnis

Insgesamt wolle Siemens in der Sparte "Power and Gas" weltweit 500 Millionen Euro sparen, 270 Millionen in Deutschland. Der früher geplante Abbau von 3.400 Stellen in Deutschland reduziere sich nun auf 2.900, hieß es in der Mitteilung weiter. Das liege vor allem am Erhalt des Werkes in Görlitz und einer Fertigung im Berliner Dynamowerk. Laut Siemens ist der Markt für fossile Energieerzeugung kräftig eingebrochen. Deshalb wolle das Unternehmen umstrukturieren und sich vermehrt Zukunftstechnologien widmen.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach von einem teuer erkauften Ergebnis. Positiv sei zwar, dass der Standort Erfurt im Siemens-Konzernverbund bleibe. Allerdings sei der Abbau von 200 Stellen ein dramatischer und schmerzhafter Einschnitt. Auch sei eine langfristige Perspektive für das Erfurter Werk nicht erkennbar. Er bezweifle, dass der Standort mit der Konzentration auf kleine Generatoren auf Dauer überleben könne, so Tiefensee.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. September 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2018, 20:00 Uhr

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14 Kommentare

26.09.2018 19:55 martin 14

@agnostiker: Sind Sie auch ein "politischer Entscheidungsträger, der sich die Freiheit nimmt, sich über das Recht zu stellen"? Oder weshalb behaupten Sie tapfer die diversen Aussagen in Beitrag 13 - obwohl sie rechtlich nicht haltbar sind?

26.09.2018 17:36 Agnostiker 13

@ 11: Der realdemokratische "aktuelle Stand" wird nicht erst seit "Muttis" rechtswidriger "Grenzoeffnung" aufgezeigt.

Solange sich die politischen Entscheidungstraeger in "unserem freiheitlichen Rechtsstaat" die "Freiheit" nehmen, sich selbst ueber das Recht zu stellen, ist auch das GG der Alliierten FUER die "Bundesrepublik Deutschland" nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht.

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