Eine Sirene zwischen zwei Häusern
Die Sirene steht mitten in einem Wohngebiet und hat vor allem Mitte Februar nachts Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn

Zu laut geschrillt Nach Beschwerden: Feuerwehr-Sirene in Vieselbach bleibt still

Eine Feuerwehr-Sirene im Ort hat vor allem einen Grund: Sie soll alarmieren. Sowohl die Feuerwehrmänner als auch die Bewohner. In Vieselbach sorgte das Schrillen aber zuletzt für Unmut, weswegen sich die Kameraden der Feuerwehr mit einem offenen Brief in den sozialen Netzwerken an die Bevölkerung gewandt haben.

von Juliane Maier-Lorenz

Eine Sirene zwischen zwei Häusern
Die Sirene steht mitten in einem Wohngebiet und hat vor allem Mitte Februar nachts Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn

Zu laut, zu schrill und überhaupt viel zu oft - Anwohner in Vieselbach haben sich über die Feuerwehr-Sirene im Ort beschwert. Die liegt mitten in einem Wohngebiet und hat Mitte Februar vor allem in der Nacht und am frühen Morgen die Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Das stößt auf wenig Verständnis, bei den Vieselbachern, aber auch bei den Feuerwehrleuten.

Die Kameraden haben jetzt mit einem offenen Brief in einem sozialen Netzwerk ihrem Herzen Luft gemacht. In dem Schreiben äußern sie ihren Unmut über die Beschwerden und appellieren an das Verständnis der Bewohner. "So frisch aus dem Schlaf gerissen, können wir uns voller Zorn über die "sch... Sirene", die schon wieder nervt, nicht wieder rumdrehen, sondern mit der Feuerwehr in die Nacht starten, ohne die genauen Umstände zu kennen...", heißt es in dem Schreiben, das mittlerweile 340 Mal geteilt wurde.

Ungünstiger Standort

Dabei sei die Lage der Sirene durchaus nicht optimal, gibt Dietmar Adlung, Sprecher der Erfurter Feuerwehren, zu. Der Hauptmast stehe mitten in einem Wohngebiet nah an angrenzenden Häusern. In Vieselbach alarmieren neben den Funkmeldeempfängern, die die Feuerwehrleute bei sich tragen, zwei Sirenen über einen anstehenden Einsatz. Weil jedoch die "Hauptsirene" am ehemaligen Rathaus nicht kontinuierlich ausgelöst hat, ein technischer Mangel jedoch ausgeschlossen werden konnte, sei die zweite "Ersatz-Sirene" zugeschaltet worden, erklärt Adlung. Die schrillt seit gut einem Jahr, wenn ein Einsatz ansteht.

Ein großes altes Backsteinhaus
Die "Hauptsirene" in Vieselbach am Rathaus löste nicht kontinuierlich aus. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn

"Ich kann verstehen, dass die Anwohner nicht amüsiert darüber sind, mehrmals aus dem Schlaf gerissen zu werden", sagt Adlung. So habe es Mitte Februar gleich fünf Einsätze hintereinander für die Kameraden gegeben, immer zu "anwohnerunfreundlichen" Zeiten in der Nacht oder am frühen Morgen. Allerdings sei eine Sirene als Alarmierung und Warnung vor bestehenden Gefahren unverzichtbar. Das Einsatzgebiet der Kameraden umfasse nicht nur den Ortsteil Vieselbach mit dem Güterverkehrszentrum, sondern auch die angrenzenden Gebiete des Landkreises Sömmerda. Diese können nicht innerhalb der vorgeschriebenen zehn Minuten von der Hauptwache Erfurt erreicht werden, weswegen die Feuerwehr in Vieselbach ausrückt. 2018 wurden die Kameraden zu insgesamt 66 Einsätze gerufen.

Funkmeldeempfänger An 17 Standorten alarmieren insgesamt 23 Sirenen in Erfurt und den Ortsteilen Feuerwehrleute und Anwohner über anstehende Einsätze. Alle Wehren sind mit Funkmeldeempfängern ausgestattet, die die Kameraden am Mann tragen. 2018 hat die Stadt Erfurt etwa 5000 Euro in den Erhalt und die Beschaffung von Funkmeldeempfängern investiert.

Lösung gefunden

Eine Sirene zwischen zwei Häusern
Die Sirene im Wohngebiet schrillt nur im Notfall. Bildrechte: MDR / Christoph Falkenhahn

Bei einem Vorort-Termin in dieser Woche haben die Verantwortlichen nun scheinbar eine Lösung gefunden. Ab sofort soll nur noch die "Hauptsirene" am Rathaus schrillen, die Sirene im Wohngebiet bleibt still. Sie soll nur dann ausgelöst werden, wenn die "Hauptsirene" nicht funktioniert. "Wir gehen davon aus, dass der Fehler in der Art der Alarmierung lag. Wurden die Kameraden zuerst über den Funkmeldeempfänger informiert, hatte die Sirene am ehemaligen Rathaus damit Probleme, weil die Rufgruppe identisch war. Sie löste deshalb nicht aus.", erklärt Adlung. In der Folge schrillte die Sirene im Wohngebiet. Jetzt erfolgt die Alarmierung zuerst über die Sirene, dann über den Funkmeldeempfänger. "Wir sind zuversichtlich, dass das funktioniert", so Adlung. Und die Anwohner nicht so oft aus dem Schlaf gerissen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Regionalnachrichten | 01. März 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. März 2019, 11:46 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

14 Kommentare

02.03.2019 12:33 Paule 14

@ 10 und 13 ... Sieren sind Alarmsignale! Genauso wie die Sondersignale bei Einsatzfahrzeugen der Rettungskräfte! Beim Ertönen dieser Signale geht es um Leben und Tod! Niemand weiß im Vorfeld was passiert ist und was die Rettungskräfte am Einsatzort erwartet. Man muss IMMER vom schlimmsten anzunehmenden Fall ausgehen! [Kommentar gekürzt, d.Red./ls] Denken Sie immer daran..., wenn die Sirene ertönt könnte es um Ihr Haus, oder um Ihre Kinder, oder Eltern bei einem Unfall gehen und die sich gerade in Lebensgefahr befinden. Sie haben nicht das Recht über Sinn und Unsinn von Alarmsignalen zu entscheiden! Seien Sie froh, dass es solche Signale gibt, die auch schwerhörige Rettungskräfte alarmieren können.

02.03.2019 09:34 Fliegeralarm und Gesundheit 13

Feuerwehr und Sirene : Ja das muss sein, aber nicht wie im Mittelalter für die heutige Zeit. Die Anwohner haben recht, wenn sie sich beschweren.
Die Sirenen haben oftmals ein Lautstärke das einem das Trommelfell abhanden kommt. Und was ist bitte mit den Kindern, Erholungssuchenden und der Tierwelt, die sich erschrecken ? Auch denkt man dabei nicht an die alten Menschen genügend, die sich dabei an den Fliegeralarm vom Krieg her erinnern. Hier müssen ganz einfach Funkmeldeempfänger und eine Gesetzesreglung über die Benutzung der Sirene her. Die Sirenen werden ja vorwiegend nicht nur bei Feueralarm genutzt, sondern auch bei Verkehrsunfällen und anderen Entscheidungen für die paar schwerhörigen Einsatzkräfte. Hier hilft auch kein Arzt oder Apotheker mehr.

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen

Junge in einem Kletterpark 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neue Attraktion in Oberhof: Pünktlich zum Weltkindertag ist in dem Wintersportort ein neuer Kletterpark eröffnet worden. An 90 Stationen darf man sich nach Herzenslust austoben.

Fr 20.09.2019 15:30Uhr 00:33 min

https://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/schmalkalden-meiningen/video-kindertag-kletterpark-oberhod-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video