Löwin Bastet mit ihren zwei Babys in der Wurfkiste.
Die Erfurter Löwin Bastet mit ihren zwei Babys in der Wurfkiste (Archivbild). Bildrechte: Thüringer Zoopark Erfurt

Sorge im Thüringer Zoopark Erfurter Löwenmutter in kritischem Zustand

Tragische Nachrichten aus dem Erfurter Zoo: Löwendame Bastet war mit drei Jungen schwanger, nur zwei waren am Freitag zur Welt gekommen. Das Dritte starb im Mutterleib und hat die junge Mutter lebensgefährlich infiziert.

Löwin Bastet mit ihren zwei Babys in der Wurfkiste.
Die Erfurter Löwin Bastet mit ihren zwei Babys in der Wurfkiste (Archivbild). Bildrechte: Thüringer Zoopark Erfurt

Vier Tage nach der Geburt von zwei Löwenbabys im Erfurter Zoo hat die Löwin Bastet eine schwere Blutvergiftung erlitten. Nach Angaben der Stadt Erfurt war die drei Jahre alte Löwin sehr geschwächt und habe Medikamente bekommen.

Wie sich herausgestellt hat, hatte sie ein drittes Junges. Dieses war im Mutterleib gestorben und am Freitag nicht mit zur Welt gekommen. Am Dienstagnachmittag ging es der Löwin laut Zoopark etwas besser. Dennoch sei die Raubkatze aber noch nicht über den Berg.

Das tote Junge hat nach Zoo-Angaben die Sepsis ausgelöst. Am Sonntag konnte der tote Körper in einer zweistündigen Operation entfernt werden. Den beiden anderen Löwen-Jungen gehe es soweit gut. Allerdings konnte ihre Mutter sie wegen der gesundheitlichen Probleme am Sonntag nicht mehr selbst stillen.

Bastet lehnt es ab, ihren Nachwuchs zu säugen

Zootierärztin Tina Risch sagte am Dienstagnachmittag, oberste Priorität sei, das Leben der Katze zu retten. Sie habe in den letzten Stunden nicht mehr erbrochen und zeige sich "löwenspezifisch aggressiv". Bastet lehne jedoch ab, ihren Nachwuchs zu säugen. Wie die Tierärztin mitteilte, sind alle drei Tiere in einem Gehege, die Mutter ignoriere aber ihre Jungen.

Sollte das andauern, müssten die beiden Mini-Löwen mit der Flasche gefüttert werden. Das sei aber der Notfall, Handaufzuchten seien in wissenschaftlich geführten Zoos wie dem Erfurter unüblich und müssten von der Zooleitung beschlossen werden.

Experten: Zoo hat keine Fehler gemacht

Nach Einschätzung von Experten sind bei der Geburt der Löwenbabys im Erfurter Zoo keine Fehler gemacht worden. Es sei im Vorfeld der Geburt nicht zu sehen, wie viele Jungtiere im Mutterleib des Tieres sind, hieß es vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Kontrollen während der Schwangerschaft könnten demnach nur unter einer Narkose gemacht werden. Das sei aber sowohl für die Löwin als auch für die Jungtiere sehr gefährlich.

Die Geburt der zwei Löwen-Babys war die erste nach 60 Jahren im Erfurter Zoo. Für die Besucher sind die Welpen erst in einigen Wochen live zu sehen. Bis dahin solle es im Zoopark auf Monitoren Videobilder geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 23. April 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 21:09 Uhr

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3 Kommentare

24.04.2019 09:28 martin 3

@2 sabrina: Verstehe ich Sie richtig, dass Sie eine trächtige Löwin ohne Narkose mit einem Ultraschallgerät untersuchen wollen?

23.04.2019 21:53 Sabrina 2

Zitat:
"Es sei im Vorfeld der Geburt nicht zu sehen, wie viele Jungtiere im Mutterleib des Tieres sind, hieß es vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin."

Wenn das so wäre, könnte man das auch beim Menschen nicht."

Oberarzt aD Dr. Gert Postel formulierte es so:

Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, kann spielend auch das Gegenteil vom Gegenteil beweisen.

Zu Deutsch:
Diese "Experten" haben in jeder Situation die gerade passende wissenschaftliche Erkenntnis, die je nach Bedarf auch das Gegenteil vom Gegenteil sein kann.

Kürzer formuliert:
Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin hat schlicht und einfach gelogen.

MDR THÜRINGEN:
Hallo Sabrina,
können Sie diese Unterstellung belegen?

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