Erfurt Neue Straßenbahn-Linie statt Buga-Seilbahn

In Erfurt wird es zur Bundesgartenschau 2021 keine Seilbahn geben. Nach MDR THÜRINGEN-Informationen haben die Buga-Gremien das Projekt intern bereits beerdigt. Es habe keine politische Mehrheit gefunden, heißt es. Zu laut waren offenbar die Stimmen, die die Idee für übertrieben hielten.

Seilbahn-Idee übertrieben?

Ein Konzept des Buga-Aufsichtsrats sah eine 1.100 Meter lange Seilbahn-Verbindung für eineinhalb Jahre vom Ega-Gelände zum Petersberg vor. Erfurt und die Buga-Städte Heilbronn (2019) und Mannheim (2023) sollten sich demnach die Seilbahn und die Kosten teilen. Auf Erfurt käme nach den seinerzeitigen Planungen ein einstelliger Millionenbetrag zu. Heilbronn hatte sich aber zurückgezogen.

Die Seilbahn mit 43 Kabinen hätte vom Gartenbaumuseum auf der Ega zum Petersberg schweben sollen. Der entscheidende Vorteil wäre ihre Kapazität gewesen: In der Stunde hätte sie bis zu 2.400 Besucher transportieren können. Allerdings hätte sie eben nur zwei Buga-Ausstellungsflächen verbunden.

Straßenbahn-Linie statt Seilbahn

Das neue Verkehrskonzept sieht eine Buga-Straßenbahn-Linie von der Messe über den Domplatz bis in den Erfurter Norden vor. Doch auch das wird teuer: Die Verkehrsbetriebe bräuchten dafür sechs neue Straßenbahnen, sagte der stellvertretende Buga-Ausschuss-Vorsitzende Michael Panse (CDU). In der Summe wären das 18 Millionen Euro. Eine neue Linie hätte allerdings auch Auswirkungen auf das gesamte Erfurter Straßenbahn-Netz. Deshalb müssen die Erfurter Verkehrsbetriebe zunächst prüfen, ob die Pläne überhaupt umsetzbar sind.

Vier Jahre vor der Bundesgartenschau ist noch nicht klar, wie die erhofften zwei Millionen Besucher von A nach B kommen. Das offizielle Aus für die Seilbahn aber will der Buga-Aufsichtsrat nach MDR-Informationen am Montag verkünden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 03. November 2017 | 17:10 Uhr

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2 Kommentare

04.11.2017 09:11 pkeszler 2

Eine neue Straßenbahnlinie muss aber so geplant werden, dass sie für die Stadt auch nach der Bundesgartenschau notwendig und dauerhaft ist.

03.11.2017 21:36 Part 1

Poller- Erfurt lässt sich am Besten per Pedes erkunden, dazu braucht es keine Seilbahn oder neue Straßenbahnlinie sondern nur einen vernünftigen Touristenführer bei dem nicht nur die einzelnen Buga- Standorte profitieren, die einfach zu weit voneinander entfernt sind um kostenwahnsinnig miteinander verbunden zu werden für einen Hype der bald wieder verflogen ist. Nimmt man den ÖPNV, so ist dieser hauptverantwortlich für das vorherrschende Verkehrschaos in Erfurt in Abwesenheit eines modernen Verkehrsleitssystems, noch mehr braucht es nicht bei garantierten Preiserhöhungen. Wo und wie soll zudem der OB von EF den Eigenanteil an der Finanzierung durch noch mehr Blitzer- Einnahmen generieren?

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