Straßenkatze
In Thüringen werden streunende Katzen zunehmend als Problem wahrgenommen. Bildrechte: Colourbox.de

Kastration Jäger sehen streunende Katzen als Problem

Tausende streunende Hauskatzen gibt es Schätzungen zufolge in Thüringen. Jäger sehen darin ein Problem und fordern nun eine generelle Kastrationspflicht.

Straßenkatze
In Thüringen werden streunende Katzen zunehmend als Problem wahrgenommen. Bildrechte: Colourbox.de

Die Thüringer Landesregierung hat ein Problem mit streunenden Hauskatzen eingeräumt. Das zuständige Sozialministerium erklärte, man habe bereits gehandelt. Danach gibt es für Kommunen eine rechtliche Basis und Landesgelder, um freilebende Katzen zu kastrieren und so deren Vermehrung einzudämmen. Eine entsprechende Katzenschutzverordnung gibt es allerdings bislang nur in wenigen Regionen im Freistaat.

Forderung nach Kastration streunender Katzen in Thüringen

Thüringens Landesjagdverband sieht in streunenden Hauskatzen eine Gefahr für die Artenvielfalt. Deshalb spricht sich Verbandschef Steffen Liebig für eine generelle Kastrations- und Registrationspflicht solcher Tiere aus. Dadurch soll deren unkontrollierte Fortpflanzung eingedämmt werden.

Liebig sagte MDR THÜRINGEN, ihm sei bewusst, dass es sich um ein emotional strittiges Thema handele. Im Freistaat jedoch gibt es ihm zufolge schätzungsweise einige Tausend streunende Hauskatzen. Sie töteten in der Natur jedes Jahr Zehntausende Vögel und kleine Säugetiere.

2.000 freilebende Katzen in Erfurt

Das Land Thüringen hat laut Sozialministerium in den vergangenen drei Jahren rund 400.000 Euro gezahlt, um Kastrationen und das Einsetzen von Mikrochips zu unterstützten. Tierschützer fangen freilebende Katzen für entsprechende Tierarztbehandlungen ein. Im aktuellen Jahr waren zunächst 150.000 Euro bereitgestellt worden. Das Geld wurde allerdings schon komplett abgerufen, weshalb der Freistaat nun weitere 11.000 Euro einplant.

Nach einer Schätzung der Stadtverwaltung kommt in Erfurt eine freilebende Katze auf 100 Einwohner.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Abend | 08. August 2019 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2019, 08:31 Uhr

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19 Kommentare

10.08.2019 23:13 part 19

Ich hatte es schon anklingen lassen, hier sollte besser beachtet werden aus welcher Lobbyvereinigung der Aufruf kommt sich mit den Katzen pro geschätzten 1 Km² zu befassen. Manche Jagtpächter, auch in Erfuter Vororten, züchten lieber ganze Herden von Rehwild und überlassen dem Autofahrer das zur Strecke bringen des Wildbrets, dafür dürfen sie laut Gesetz noch eine Gebühr vom Geschädigten für das Austellen der Unfallbescheinigung verlangen, die der Versicherung vorgelegt werden muß. Polizeiliche Dienststellen üben sich zumeist in Vermittlung des Unfallgeschehens ohne vor Ort zu erscheinen. Das alles spart natürlich Munition und den Gedanken an andere Geschöpfe innerhalb des Pachtgebietes freinen Lauf.

[MDR THÜRINGEN: Können Sie Ihre Behauptungen mit entsprechenden Quellen belegen?]

10.08.2019 08:55 Christoph 18

@16 Rico
Wenn ich dein Kommentar lese, wird mir auch schlecht.
Eine Kastrationspflicht ist die beste Lösung. Ja es gibt sehr viele streunende Katzen aber erschießen oder einschläfern finde ich die dümmste Aussage/Idee.
Es sind auch nur Lebewesen!!!! Was Geld kostet sind die unbedachten renaturierungsprojekte ohne nachzudenken vom Staat. Einfach mal eine Wiese in Ruhe lassen oder nicht jedes Gestripp weg roden. Das alles sind Lebensräume für Tiere mit natürlichen Rückzugsort und Sicherheit. Dort können auch Räuber nicht so leicht Vögel etc. fangen. Und was sinnlose Ausgaben sind subventionierungen von Flughäfen oder wieder Straßensanierungen die in Ordnung waren. Ich finde, dass unsere Ämter gar keine Ahnung mehr von nötigen Investitionen haben und es nur nach Zuschüssen planen.

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