Die Projektgruppe hatte den Zusammenhang zwischen Depressionen und der Nutzung sozialer Medien untersucht.
Die Projektgruppe #cont;nue des Instituts für Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt. Ein Jahr lang arbeiteten die acht Studentinnen an dieser Studie. Bildrechte: MDR/Projektgruppe #cont;nue

Neue Studie vorgestellt Depressionen - Soziale Medien können helfen

Soziale Medien wirken positiv auf Menschen mit depressiven Symptomen. Das sagt eine aktuelle Studie der Universität Erfurt. Rund 700 Menschen wurden dafür zu ihrem Online-Verhalten und ihrer psychischen Situation befragt. Die Forscher des Instituts für Kommunikationswissenschaften führen das gesteigerte Wohlbefinden vor allem darauf zurück, dass sich depressiv Erkrankte stärker eingebunden fühlen und ihr Bedürfnis nach Teilhabe befriedigen können.

Die Projektgruppe hatte den Zusammenhang zwischen Depressionen und der Nutzung sozialer Medien untersucht.
Die Projektgruppe #cont;nue des Instituts für Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt. Ein Jahr lang arbeiteten die acht Studentinnen an dieser Studie. Bildrechte: MDR/Projektgruppe #cont;nue

Die Studie konnte belegen, dass depressive Symptome sowohl Nutzungshäufigkeit und -dauer als auch die Nutzungsweise sozialer Medien signifikant beeinflussen. Vor allem WhatsApp und den Facebook-Messenger nutzen Menschen mit entsprechenden Symptomen täglich länger als Gesunde.

Soziale Medien durchdringen heute den Alltag vieler Menschen. Aufgrund ihrer enormen Verbreitung handelt es sich hierbei um ein Thema mit höchster gesellschaftlicher Relevanz.

Laura Koch Projektgruppe #cont;nue

Außerdem zahlt vor allem die aktive Nutzung von Instagram, WhatsApp und Facebook auf das Wohlbefinden ein. Das heißt, wer mehr Fotos und Videos postet sowie häufiger Nachrichten schreibt, fühlt sich insgesamt wohler.

Die BARMER Thüringen hat die Studie unterstützt, da psychische Erkrankungen inzwischen immer häufiger diagnostiziert werden. Sie sind nach Rückenschmerzen und Atemwegserkrankungen die Hauptursache für Krankschreibungen in Thüringen. Birgit Dziuk von der Landesvertretung Thüringen der BARMER sagt dazu: "Wir sehen im Netz ein großes Potenzial, um Menschen mit psychischen Beschwerden zu helfen. Insbesondere junge Leute holen wir mit online-basierten therapeutischen und präventiven Angeboten genau dort ab, wo sie sich aufhalten".

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Beeinträchtigungen - mit steigender Tendenz. Laut Deutscher Depressionshilfe ist mittlerweile jeder fünfte Deutsche einmal in seinem Leben von einer depressiven Phase betroffen. Die Folgen und Auswirkungen dieser Krankheit auf die physische und psychische Gesundheit sind erheblich. Suizidgedanken sind ein sehr häufiges Symptom. Dadurch wird Depression oft zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung.

Kostenfreies Info-Telefon Depression: 0800 33 44-533 Das bundesweite Info-Telefon Depression soll Betroffenen und Angehörigen den Weg zu Anlaufstellen im Versorgungssystem weisen. Dies stellt keinen Ersatz für eine Behandlung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten dar. In akuten Krisen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter der Telefonnummer 112.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Juli 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juli 2018, 12:32 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

08.07.2018 13:44 Gruselig! 6

Da hat sich die "Kindergruppe" was Feines ausgedacht... Vom wirklichen Leben haben sie wohl noch keine oder wenig Ahnung. Depressionen werden nicht durch soziale Medien leichter. Weg mit dem Zeug - setzt Euch auf die Wiese und redet miteinander. Dass so etwas noch im mdr verbreitet wird, erschreckt mich eher, als dass ich mich darüber freuen könnte.

05.07.2018 19:34 Boden-Ampeln für Smartphone-Nutzer 5

An meiner Arbeitsstelle kriegen Viele kein Hallo raus, aber säußeln permanent in ihr WhatsApp. Das ganze Social-Media lässt die Leute eher abstumpfen. Gaffer und Unfallfilmer sind zum Beispiel ein Ergebnis der sozialen Medien. Denn es wird gleich bei FB oder YT gepostet.

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen