Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
Vor allem die Panzer stießen auf großes Interesse. Aber auch Drohnen, Flugzeugtechnik und Geländefahrtzeuge wurden präsentiert. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Panzer zum Anfassen "Tag der Bundeswehr" auf dem Domplatz in Erfurt

Die deutschen Streitkräfte präsentierten sich heute beim "Tag der Bundeswehr". Bei der Waffenschau geht es vor allem um die Nachwuchswerbung. Man wolle die "Verbundenheit mit der Gesellschaft" demonstrieren, teilte die Bundeswehr mit.

Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
Vor allem die Panzer stießen auf großes Interesse. Aber auch Drohnen, Flugzeugtechnik und Geländefahrtzeuge wurden präsentiert. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Bundesweit an 16 Standorten hatte sich die Bundeswehr am Samstag präsentiert. Auch auf dem Domplatz in Erfurt standen Panzer und andere Militärtechnik. Thüringens Landeshauptstadt und Bonn waren dabei Besonderheiten, da nur dort die Veranstaltungen ausschließlich im öffentlichen Raum stattfanden.

Wir wollen zeigen und erklären. Kommen Sie mit uns ins Gespräch!

Oberst Norbert Reinelt Kommandeur des Landeskommandos Thüringen

Diese Einladung wurde von der Erfurtern angenommen. Seit 2015 wird der "Tag der Bundeswehr" veranstaltet. Nachwuchswerbung ist eines seiner Ziele. Deshalb sind diese Veranstaltungen auch recht familienfreundlich angelegt. Eine Modenschau, ein Feldpostamt, eine mobile Rettungsstation und Karriereberater wollten einen Einblick in die Berufswelt der Bundeswehr geben.

Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr.
Auch der Afghanistan-Veteran Sven Hornig aus Ostthüringen kam als Besucher zur Schau. Er war bei einem Anschlag in Afghanistan im Jahr 2010 schwer verletzt worden und sitzt seitdem im Rollstuhl. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Das Luftwaffenmusikkorps Erfurt, der Tanzsportverein Sömmerda und der Erfurter Steigerwald-Chor sorgten für Stimmung, die Feldjäger präsentierten waffenlose Selbstverteidigung. Diskussionsrunden zur Rolle Deutschlands in der Welt oder zur Sicherheitslage fand man nicht im Programm.

Das war auch der Grund für Kritik an der Veranstaltung. Verschiedene Organisationen, aber auch Privatpersonen hatten auf dem Domplatz gegen die Schau protestiert. Sie suchten das Gespräch mit Gästen und Veranstaltern.

Bundesweiter Tag der Bundeswehr. Auch in Erfurt auf dem Domplatz präsentierte sich die Bundeswehr. Es gab auch Proteste dagegen.
Unter dem Motto "Soldat ist kein Beruf für Menschen" protestierten verschiedene Friedensinitiativen auf dem Domplatz gegen die Bundeswehr. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Auch aus dem Erfurter Stadtrat kam Kritik. Karola Stange, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion der Linken im Stadtrat Erfurt, zeigte sich verständnislos und empört.

Frieden ist das höchste Gut der Menschen. Deshalb beschloss der Stadtrat bereits im Jahr1991, Erfurt verpflichtend den Beinamen 'Stadt des Friedens' zu geben.

Karola Stange Stadträtin (DIE LINKE) in Erfurt

Dazu gehöre auch, dass derartige Werbebemühungen nicht von der Stadtverwaltung unterstützt werden, erläutert Stange. Einen entsprechenden Antrag will ihre Fraktion jetzt im Stadtrat einbringen.

Rund 170.000 Zeit- und Berufssoldaten dienen derzeit in der Bundeswehr. Die Zahl stagniert - und das trotz aller Bemühungen, mehr Männer und Frauen für den Dienst zu begeistern. Die Bundeswehr soll auf 198.000 Soldatinnen und Soldaten wachsen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JOURNAL | 09. Juni 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juni 2018, 21:14 Uhr

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22 Kommentare

11.06.2018 20:30 martin 22

@20 R. Bäumler (Teil 2):
3.) Truppenbesuche sowie die Ausbildung deutscher Soldaten im Ausland halte ich ebenfalls für eine gute Sache.

4.) Mitwirkung in internationalen Einheiten
Gegen eine Beteiligung von Bw-Soldaten an internationalen Einheiten (bspw. Deutsch-Französische-Brigade oder AWACS) habe ich keine Einwände.

5.) Beteiligung an Auslandseinsätzen im Auftrag der Vereinten Nationen
Bei völkerrechtlich unbedenklichen Einsätzen habe ich nur wenige Bedenken - was eine kritische Bewertung einer entsprechenden Anforderung nicht ersetzt.

6.) Beteiligung an "sonstigen Auslandseinsätzen"
a) Missionen wie bspw. "Atalanta" gegen die internationale Piraterie halte ich für sinnvoller, als jedes Handelsschiff militärisch so hochzurüsten, dass es sich selbst gegen eine derartige Bedrohung wehren kann.

b) Weshalb Deutschland am Hindukusch verteidigt wird, hat sich mir bis heute nicht erschlossen.

11.06.2018 20:12 martin 21

@20 R. Bäumler (Teil 1): So pauschal teile ich Ihre Auffassung bzgl. Auslandseinsätze der Bundeswehr nicht.

Ich denke, dass unterschiedliche Einsatzarten differenziert bewertet werden können / sollen:

1.) Humanitäre Einsätze
Wenn die Bw mit ihren (verbliebenen) Fähigkeiten Menschen in einem anderen Land bei der Bewältigung einer entsprechenden Lage helfen kann, sollte sie das tun (können).

2.) Ausbildungseinsätze
Deutschland hilft einer Reihe von Staaten durch unterschiedliche Maßnahmen. Die Existenz einer einsatzfähigen Armee gehört in den meisten Regionen dieser Welt leider zu den Grundvoraussetzungen eines Staates. Insofern habe ich hier wenig Vorbehalte. Als Gegenargument könnte man die mögliche Unterstützung von Diktaturen anführen - aber ich kann mir weder vorstellen, dass die nach Bw-Ausbilder nachfragen würden, noch dass der Bundestag einer solchen Mission zustimmen würde.

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