Fünfte Mobilfunkgeneration In Erfurt steht eine der ersten 5G-Mobilfunk-Tankstellen Europas

In Erfurt ist eine der ersten beiden 5G-Mobilfunktankstellen Europas an den Start gegangen. Sie wurde am Montagmorgen in der Arnstädter Straße online geschaltet. Vor allem der Tankstellenbetreiber kann vom schnellen Netz profitieren - aber auch die Kunden.

Eine Hand hält einen Zapfhahn.
An immer mehr Tankstellen zahlen Kunden nach dem Tanken mit Karte - und kontaktlos. Bildrechte: colourbox.com

Die Tankstelle in der Arnstädter Straße in Erfurt ist eine der ersten Tankstellen in Europa, die mit der fünften Mobilfunkgeneration 5G vernetzt ist. Der Telekommunikationsanbieter Vodafone und der französische Energiekonzern Total haben sie eigenen Angaben zufolge am Montag online geschaltet.

An der Tankstelle schräg gegenüber des Thüringer Landtags sollen die Kunden künftig direkt an der Zapfsäule bezahlen können - mit Kreditkarte. Denn das an Tankstellen geltende Handy-Verbot wegen der leicht entflammbaren Akkus in den Smartphones ist auch an den 5G-Stationen gültig. Die Kunden können ihre Geräte aber in den Kassenräumen der Tankstellen einsetzen und dort das schnelle Mobilfunknetz nutzen.

Die neuen 5G-Leitungen seien für den Kunden folglich nicht wirklich sichtbar, aber für die Tankstellenbetreiber von großem Vorteil, sagt Vodafon-Sprecher Tobias Krzossa. "Vielen Betreiber nutzen noch langsames DSL, aber es kommen immer mehr digitale Anwendungen hinzu - wie die Preisanzeigen oder digitalisierte Werbetafeln." Und: Auch beim Zahlen mit Karte an der Zapfsäule werden Daten übertragen.

Mobilfunkkonzerne zahlten 6,55 Milliarden Euro für neuen Funkstandard

Technisch wird die Lösung mit einem stationären 5G-Router ("Gigacube 5G") umgesetzt, der das 5G-Signal aus dem Mobilfunknetz empfängt und an einen Netzverteiler auf der Tankstelle übergibt.

Insgesamt betreibt Vodafone bislang sechs 5G-Antennen in Thüringen. Sie stehen in Erfurt sowie in Rothenstein im Saale-Holzland-Kreis. 5G-Antennen versorgen laut Vodafone jeweils etwa im Umkreis von etwa einem Kilometer. 

Die Auktion der Frequenzen für den superschnellen Funkstandard war im Juni 2019 nach einer langen Bieterschlacht zu Ende gegangen. Insgesamt 6,55 Milliarden Euro hatten die Mobilfunkkonzerne zusammen dafür gezahlt. In der Startphase stehen vor allem 5G-Anwendungen in der Industrie im Vordergrund. Für das Jahr 2020 erwarten Experten aber auch einen Schub von Anwendungen für private Nutzer.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Februar 2020 | 11:00 Uhr

4 Kommentare

CrizzleMyNizzle vor 25 Wochen

"Der Glasfaserausbau ist in D ein Klacks - man sieht nur wieder z. B. die viele Buddelei. ..."
Na, so easy ist es auch nicht ;) - aber grundsätzlich Zustimmung, Glasfaser ist lange überfällig!
aber ist ja nicht so dass das nicht schon seit Jahren bekannt ist.
Bevor 5G flächendeckend ist fließt noch viel Wasser die Gera runter.

Lucas vor 25 Wochen

... doch lieber erst einmal in Ganz-Deutschland das Internet per Glasfaserkabel geliefert. Z.B. hat nicht Jeder ein 5G-Handy und kann sich so eins leisten. Und, wofür ist 5G gedacht - man redet z. B. von der mobilen Technik im Auto - nur noch Gucken beim Fahren. Das klingt zwar prima, aber z. B. die Sicherheit... Es gibt in D noch so viele weiße Flecken. Der Glasfaserausbau ist in D ein Klacks - man sieht nur wieder z. B. die viele Buddelei. ...

CrizzleMyNizzle vor 25 Wochen

"Die neuen 5G-Leitungen seien für den Kunden folglich nicht wirklich sichtbar, aber für die Tankstellenbetreiber von großem Vorteil, sagt Vodafon-Sprecher Tobias Krzossa. "Vielen Betreiber nutzen noch langsames DSL, aber es kommen immer mehr digitale Anwendungen hinzu - wie die Preisanzeigen oder digitalisierte Werbetafeln." Und: Auch beim Zahlen mit Karte an der Zapfsäule werden Daten übertragen."

Sehe zwar nicht warum man jetzt davon ausgeht dass man dafür 5G braucht aber ok, ein 10er DSL reicht dafür mehr als dicke...

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