Doping-Vorwürfe gegen Erfurter Arzt Thüringer Ärztekammer eröffnet Verfahren gegen Mark Schmidt

Die Doping-Vorwürfe gegen den Erfurter Arzt Mark Schmidt haben neben strafrechtlichen jetzt auch zivilrechtliche Konsequenzen. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hat die Thüringer Landesärztekammer am Mittwoch ein sogenanntes Berufsrechtsverfahren gegen Schmidt eingeleitet.

Verfahren könnte Berufsverbot für Mark Schmidt bedeuten

Eine sächsische Approbationsurkunde
Die Thüringer Landesärztekammer prüft, ob sie Mark Schmidt die ärztliche Zulassung entzieht. (Symbolfoto) Bildrechte: MDR / Rainer Erices

Wie eine Kammersprecherin MDR THÜRINGEN sagte, geht aus den Akten der in diesem Fall ermittelnden Staatsanwaltschaft München eindeutig hervor, dass der 41-Jährige massiv gegen die Berufsordnung verstoßen habe. Darum müsse die Kammer tätig werden. Damit könnte Schmidt in einem Berufsgerichtsverfahren am Verwaltungsgericht Meiningen für berufsunwürdig erklärt werden. Das hätte dann den Entzug der ärztlichen Zulassung (Approbation) durch das Landesverwaltungsamt zur Folge. Und das würde quasi ein Berufsverbot für Schmidt bedeuten - er dürfte nie wieder als Arzt arbeiten. Berufsgerichtsverfahren sind in Thüringen selten. Im letzten Jahr bearbeitete die Kammer insgesamt 36 Fälle. 20 Mal wurden wegen des Verdachts auf ein Berufsvergehen Ermittlungen eingeleitet, sechs Mal Berufsgerichtsverfahren eröffnet. Die Kammersprecherin sagte MDR THÜRINGEN, Vorrang hätten in dem Doping-Skandal die strafrechtlichen Ermittlungen. Der Kammer selbst stünden keine polizeilichen oder staatsanwaltschaftlichen Mittel zur Verfügung. Die Landesärztekammer hat die Berufsaufsicht über die in Thüringen tätigen knapp 9.500 Mediziner.

Vorwurf des organisierten Dopings

Dem Erfurter Arzt wird vorgeworfen, mindestens 21 Sportler gedopt und seit 2011 ein weltweit agierendes Doping-Netzwerk aufgebaut zu haben. Nach Angaben des Münchener Oberstaatsanwalts Kai Gräber hat er dazu in den vergangenen Wochen umfangreich ausgesagt. Neben Schmidt waren Ende Februar sein Vater Ansgard Schmidt, die Krankenschwester Diana S. und der Sanitäter Sven M. festgenommen worden. Ein weiterer mutmaßlicher Komplize wurde im März verhaftet. Auch die vier mutmaßlichen Helfer sitzen weiterhin in U-Haft.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2019, 19:00 Uhr

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1 Kommentar

10.04.2019 23:36 S. Hassel 1

Dürr ist in meinen Augen ein Heuchler. Habe einige Interwies mit ihm gelesen. Es sind immer andere schuld. Wenn der Herr Dürr gegen Doping war , warum hat er dann trotzdem gedopt? Er hat genauso mitgemacht, wie viele. Er hätte genauso antreten können , wie andere auch. Aber ! Da hat wohl das große Geld gelockt. Die Gier nach Geld und Anerkennung machte ihn auch nicht besser, als alle am Dopingfall Beteiligten Personen. Andererseits , muss es ja eine riesige Nachfrage gegeben haben. Der eine liefert das Equiment und der andere nimmt es dankbar an. Wer ist nun der "Böse", alles auf den Arzt schieben ist mindestens genauso mies, wie nicht dazu stehen und andere ans Messer zu liefern. Sorry Hr. Dürr, das ist mehr verlogen.

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