Staatsanwaltschaft Schlägerei in Erfurt: Ermittler gehen von Gruppen-Angriff aus

Die Staatsanwaltschaft gibt erste Ergebnisse ihrer Ermittlungen nach der Schlägerei in Erfurt bekannt. Es verdichten sich die Hinweise, dass eine Gruppe auf die andere gezielt losging und auf die Anwesenden einschlug.

Ein Polizist macht Fotos von Spuren der Schlägerei vor dem Eingang der Staatskanzlei.
Ermittler sicherten nach der Auseinandersetzung in Erfurt Spuren. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Bei der Auseinandersetzung vor der Thüringer Staatskanzlei gehen die Ermittler derzeit von einem einseitigen Angriff aus. Die erste Auswertung von Videos zum Tatgeschehen am frühen Samstagmorgen zeige, "dass das keine gegenseitige Schlägerei ist", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, am Montag. Vielmehr sei nach dem bislang gesichteten Videomaterial eine Gruppe Menschen zu der anderen gekommen.

Teilweise hätten sich einzelne Dazukommende unter die Mitglieder der anderen Gruppe gemischt. Dann hätten die Ankommenden angefangen, auf etwa 15 Männer und Frauen einzuschlagen. Weil die Gesamtsituation sehr dynamisch gewesen sei, lasse sich bislang nicht genau sagen, wie viele Angegriffene es gegeben habe.

Keine Angabe zu Hintergründen oder Motiven

Auf einer Betonmauer stehen Flaschen und Polizeischilder zur Markierung von Spuren.
Der mutmaßliche Angriff erfolgte vor der Thüringer Staatskanzlei. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

An der Schlägerei waren nach Angaben vom Wochenende bis zu 30 Menschen beteiligt. Drei Männer waren wegen des Angriffs kurze Zeit nach der Tat vorläufig festgenommen worden. Alle wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Es lagen keine ausreichenden Gründe vor, um sie in Haft zu behalten, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Zum Hintergrund der Tatverdächtigen oder ihren Motiven machte Grünseisen keine Angaben. "Der Grund für den Angriff ist uns bislang nicht bekannt", sagte er.

Videomaterial wird ausgewertet

Nach seinen Angaben muss die Situation sehr unübersichtlich gewesen sein. Alles in allem habe der Angriff nur wenige Minuten gedauert. Es werde nun Videomaterial ausgewertet. Bislang seien vor allem Aufnahmen aus dem Überwachungssystem der Staatskanzlei vorhanden.

Außerdem gebe es noch eine Videoaufnahme, die eine attackierte Frau gemacht habe. Wenn Angegriffene weitere Video- oder Bildaufnahmen von dem Geschehen besäßen, sollten sie sich an die Polizei wenden, so Grünseisen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Juli 2020 | 20:00 Uhr

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