Erfurt Erste Pläne für Landesmuseum auf dem Petersberg vorgestellt

Am Mittwoch sind auf dem Erfurter Petersberg erste Pläne für ein neues Landesmusuem in der Defensionskaserne vorgestellt worden. Zu dem Termin hatten die Thüringer Staatskanzlei und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) eingeladen. Bis 2029 könnte dort ein neues Thüringer Landesmuseum entstehen. Die Entscheidung darüber werde aber erst der neue Landtag nach den Wahlen am 27. Oktober treffen, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Museum als Schaufenster der Thüringer Geschichte

Gemeinsam mit dem Erfurter Baudezernenten Alexander Hilge (SPD), dem Präsidenten des TLDA Sven Ostritz und Frank Schellenberg von der Kulturberatung "actori" stellte Ministerpräsident Ramelow (Linke) Aufgaben und Inhalte eines künftigen Landesmuseums vor. Bislang fehle in Thüringen eine Stätte, die Landesgeschichte und Archäologie in der ganzen Breite zeigt, hieß es. Die Vision des Ministerpräsidenten Ramelow (Linke) ist ein Museum, das Thüringer Geschichte "kraftvoll erzählt", aber nicht zu einem "Disneyland" werde. Ramelow versicherte, das neue Haus solle nicht stellvertretend für andere Museen in Thüringen die gesamte Landesgeschichte erzählen. Vielmehr sei es als "Anlaufpunkt" geplant, um dort Anregungen für weitere Museumsbesuche im Land zu bekommen - das Museum quasi als Schaufenster für die komplette Thüringer Geschichte. Vorgesehen ist auf viertausend Quadratmetern Ausstellungsfläche die Landesgeschichte zu präsentieren. Die Eröffnung ist für 2029 geplant.

Defensionskaserne auf dem Petersberg in Erfurt
Die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg könnte zukünftig als Standort für ein Thüringer Landesmuseum dienen. Bildrechte: dpa

Entwarnung für Weimar?

Keiner im Land müsse Angst haben, dass ihm für diese Ausstellung etwas weggenommen werde, fügte Ramelow hinzu. Damit spielte er auf Sorgen in Weimar an. Die Klassikerstadt fürchtet den Verlust ihres Museums für Ur- und Frühgeschichte. Es sei erschreckend, wie unverfroren die Thüringer Landesregierung den Standort Weimar seiner Behörden und Ausstellungsstücke berauben wolle, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Geibert. Er ist bei der bevorstehenden Landtagswahl CDU-Direktkandidat im Wahlkreis Weimar. Ähnlich äußerte sich Andreas Leps, Vorsitzender der Bündnisgrünen Fraktion im Weimarer Stadtrat. Für Weimar gebe es auch mit den neuen Plänen keine Entwarnung. Die einzige Gewissheit, die für Weimar mitgenommen werde, sei eine Äußerung der Abteilungsleiterin für Kultur in der Staatskanzlei, wonach es in Weimar weiter eine Ausstellung geben werde. Aus Sicht von Leps eine "sehr dünne" Aussage.

Ausreichend Objekte vorhanden

Geht es allein nach der Quantität der Thüringer Sammlungen, sind nach Angaben von TLDA-Präsident Ostritz genug Objekte für mehrere Standorte vorhanden. Er bezifferte die Zahl der Stücke mit europaweiter Bedeutung auf etwa fünf Millionen. Und jedes Jahr kämen viele neue Fundstücke hinzu. Sie belegten, dass Thüringen bis heute eine Drehscheibe "für Waren und Ideen" auf dem Kontinent war und ist.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw/epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 25. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2019, 20:22 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen